Peloton

Mein Freund war’s, der mir irgendwann den Link geschickt hatte. Zur “Rêve”-Tour, deren Name offenbar hängenblieb und sich unbemerkt in meinen Ideen-Fundus einschlich. Und zu Heidi Swift. Sie sticht heraus, ich frage mich gerade, warum ich letztlich auf sie gestoßen bin. Ich glaube, ich habe damals nach allen Fahrerinnen im Internet geschaut und so wiederum Heidi Swift’s Kolumne gefunden: Sie schreibt für das US-amerikanische Peloton-Magazin.

Was an ihrem Schreibstil  mich sofort gepackt hat, überlege ich gerade. Denn genau so war’s. Da ist erst einmal die Sprache, schlicht und schön, treffend. Mascha Kaléko-artig. Sie findet die exakt treffenden Worte für bekannte Gedanken. Als wären es meine. Nur, dass mir dafür häufig die Worte fehlen. Ich lese es und fühle mich in den Worten zuhause.

Zudem ist sie auf fast schon kühne Art ehrlich, schonungslos offen. Selten lässt so schlichte Sprache so tief blicken. Das mag ich.

Kein Wunder also, dass ich ihren Einträgen entgegen fiebere: Ermutigung, Trost, Freude, Ironie. Motivation. Unterhaltung. – Ein Beispiel? “The legs you wake up with”, ihr neuster Artikel.

Na dann, gut’ Nacht!

Gestern hat’s mich gelegt, gründlich, sogar 2x. – Dass mir so was letztmalig passiert ist, muss schon sehr lange her sein, ich erinner’ mich zumindest nicht mehr daran. – Beim ersten Mal hätt’ ich auf einer Brücke wohl besser absteigen sollen: Eine einzige Eisfläche, tiefe Spurrillen kreuz und quer: Huitsch, da lag ich. War nicht tragisch, nicht mal schmerzhaft. Aber ich bin später gleich noch einmal geflogen, da war ich einfach müde, unachtsam und habe auch richtig schlecht reagiert, so dass es dementsprechend weh tat.

Naja, wird ein paar Hämatome geben, sonst sieht’s gut aus. Aber ich habe heute Nacht lang’ gearbeitet und war dementsprechend müde heute früh. Bin immer noch zuhause, dabei wollte ich längst auf der Straße sein. Lässt sich nicht ändern: Ich mach’ mich dann endlich mal fertig – und nehme Lämpchen mit.

 

FreiTag

Heute habe ich frei, zumindest bis heute abend, da arbeite ich noch ein paar Stunden. Aber den Tag über habe ich – erstmals seit langem – richtig und gänzlich frei, juhu! Ich bin spät aufgestanden (länger als 9 geht bei mir aber nicht), lasse mir Zeit, kein bisschen Sport heute: Ruhetag. Ich frühstücke gemütlich, gehe irgendwann Essen kaufen und mache sonst nicht viel. – So der Plan. Und ich freu’ mich drauf!

Im Nebel

“Seltsam, im Nebel zu wandern.” Nein, ich will nicht Hesse zitieren (, obwohl das durchaus ‘was für sich hätte). Es nieselt, es ist neblig und an eben dieses Gedicht musste ich deshalb denken. Gerade ist das recht gemütlich, denn ich muss am PC arbeiten, neben mir stehen eine Tasse Kaffee und Frischkäse-Honig-Bananenbrot. Ich habe bis 16 Uhr Zeit, um viel zu viel Kram zu erledigen. Unmöglich dummerweise, fürchte ich. Aber ich tu’ mein Bestes…. Die gestrige Einheit aus Studio und Rollentraining ließ sich abends erledigen, die heutige nicht. Das kommt noch dazu. Darum muss ich mich bei aller Gemütlichkeit doch ein wenig sputen, fürchte ich. – Weiter geht’s!

Damen konzentriert: Verschiebungen in der Marathonwelt

Wer im Marathonbereich die Damenränge 2012 auch nur ein wenig beobachtet hat, konnte sehen, dass dort “wenig los” war: Die immer gleichen Verdächtigen fuhren routiniert ihre Siege ein, dahinter kam im wahrsten Sinne des Wortes teils stundenlang nichts: Abstände zwischen den Treppchenrängen, in denen sich im Herrenfeld die Top 50 – 100 tummeln.

Das Ganze konzentriert sich nun, wo Centurion Vaude – ich fragte mich schon letztes Jahr, warum sie keine weitere starke Frau verpflichten – ihre stärkste weibliche Kraft offenbar eingebußt haben: Milena Landtwing, so lassen es erste Hinweise im Internet vermuten, wird in der kommenden Saison für Topeak Ergon fahren, also “gemeinsame Sache machen” mit Sally Bigham.

Die beiden hatten letztes Jahr bereits scheinbar ohne große Schwierigkeiten sowohl gemeinsam als auch jeweils im Alleingang einige bemerktenswerte Siege bei Marathons bzw. Etappenrennen einfahren können. Was wird wohl durch die Bündelung dieser beiden Kraftbündel für eine Synergie entstehen? Und dann hat auch noch Pia Sundstedt ihre Karriere beendet, eine weitere Dame, die “eigentlich schon auf Männerniveau” unterwegs war, wie ein Bekannter treffend formuliert hatte. – Ich bin gespannt, ob irgendjemand den beiden in der Teamwertung oder auch in der unmittelbaren Konkurrenz gegeneinander etwas entgegen setzen können wird.

Andererseits fände ich es schade bis langweilig, wenn sich nicht doch etwas mehr täte als im letzten Jahr: Es wäre schön, wenn der deutsche Profibereich ein paar mehr starke Damen verpflichten könnte und die Siegchancen weniger vorhersehbar wären. Was meint ihr?

Triptychon

Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Ist auch so, denke ich, und trage meist 3 Paar Überschuhe. Je nach Witterung und Temperatur natürlich: Im Sommer fahr’ ich ohne, so es denn trocken ist, dünne Übersöckchen gegen Dreck oder reine Regenüberschuhe bei nassem Untergrund. Ist es kühl und windig, kommen welche mit Windschutz zum Einsatz, wenn es kalt ist, Söckchen plus Wind- und/oder Regenschutz. Und im Winter dann die aus Neopren, geg.falls 2 Paar davon oder eben den obligatorischen Windschutz als 2. Schicht und bei Nässe darüber dann die 3. als äußerste Schicht. Klingt kompliziert, inzwischen aber einfach Routine. Und ich habe wirklich nie kalte Füße, selbst gestern nicht, also von außen alles mit einer dicken Eisschicht überzogen war.

Vor Mittag

Ich dachte, ich hätte heut’ den Vormittag frei. Dachte ich, ja. Eingedenk der vielen “Kleinigkeiten”, die zu erledigen sind und außerdem noch wären, kann ich das Wörtchen “frei” wohl streichen. Außerdem muss ich gleich weg, außerplanmäßig. Später arbeiten, plangemäß. Ein Schneespaziergang wird wohl trotzdem drin sein, und wenn’s heut nacht erst ist. Das Weiß ist so schön!

Was ist rot, nass und tut weh?

Unwetterwarnung, Glatteis, verschneite Wege. Soll uns nicht stören, dachte ich, hab’ den Vormittag über zuhause gewerkelt, nebenbei lief Biathlon der Damen, dann mich fertig gemacht und in den Sattel geschwungen. Die ersten Kilometer bin ich eingerollt und schon kurz nachdem ich den Wald erreicht hatte, kam von hinten mein werter Freund anpedaliert. Wir sind gemeinsam weiter gefahren: So verfliegt die Zeit. Später dann setzte Eisregen ein, ging teils in gewöhnlichen Niesel über, wechselte später hin und her. Auf jeden Fall waren unsere Räder recht bald mit einer Eisschicht bedeckt, auch die Unterarme und Helme. Die Bremsen reagierten zögerlich, meinem Freund hingen die Eiszapfen vom Helm, wir unterhielten uns gut und das Ganze war eigentlich recht lustig. Bis auf die letzte halbe Stunde. Da – ich war längst durchnässt – wurden mir auf einen Schlag die Hände kalt, vom einen Moment auf den anderen konnt ich sie kaum noch spüren und hatte zuhause dann wirklich Schwierigkeiten, mit diesen nicht kontrollierbaren, eklig schmerzenden Greifern die vereisten Überschuhe auszuziehen oder gar die Tür aufzuschließen. Das war der Tiefpunkt. Später dann einfach nur heiß duschen. Das wiederum war fast schon wieder das Hoch.

Balanceakt

Unschwer zu erraten, worum’s hier geht, nicht wahr? – Gestern bspw. hatte ich Studio und Ausfahren auf der Rolle auf dem Plan. War jedoch nicht machbar, und zwar aus zwei jeweils für sich schon ausreichenden Gründen: Einerseits war ich nicht ausreichend erholt, was ich schon am Dienstag im Training deutlichst zu spüren bekam. Zweitens ging es rein organisatorisch nicht, war nicht zu machen. Ich kam ca. um 20 Uhr nach Hause, da hätte ich natürlich noch ins Studio gehen können. Aber essen sollte man zuvor auch noch, und da ich die letzten Tage ohnehin zu wenig geruht hatte, wäre weiterer Stress wenig sinnvoll.

Sonst hätte das folgendermaßen ausgesehen:

Nach der Arbeit in der Bahn essen (vorgerichtet), daheim die (morgens vorgepackte) Trainingstasche schnappen, ins Studio eilen, trainieren (um die Uhrzeit häufig verdammt viel los dort), heim hetzen, Rolle (vor 22 Uhr fertig werden, damit die Nachbarn schlafen können), duschen, Bett.

Wäre in erholtem Zustand kein Problem. Gestern schon. Das Ziel ist, dass ich bei den teils doch erheblichen Belastungen “nebenbei” nichtsdestotrotz gut regeneriere. Wie macht ihr das?