Verschnaufpause

Seit zwei Tagen brauche ich Ruhe: Mein Körper sagt laut und deutlich “Nein!”. Naja, soviel habe ich inzwischen dazu gelernt, um zu wissen, dass man sich dem am besten fügt: Ich gehe zeitig schlafen, ich reduziere möglichst allen Stress, ich setze mich nicht einmal auf’s Rad. Obwohl das Wetter heute bspw. sehr schön ist und ich Zeit hätte. Zeit ist nicht alles. Energie nicht immer so wie es objektiv gesehen scheinen mag. Also Pause. “Kräftig Durchschnaufen”. Kraft schöpfen. Mut fassen. Die Kraft der kleinen Schritte sehen. Mich auf’s Wochenende freuen. So einfach ist das.

Redezeit

Gespräche. Nach der Besuchszeit in der Vorhalle zusammensitzen und Gedanken austauschen, einander Mut machen. Die Frage, wie’s mir geht, während wir mit der Gruppe durch die Ebene rollen. E-Mails, Nachrichten, Anrufe. Man muss nicht viel sagen, um gut zu tun. Das ist mein Fazit daraus.

Lachen. Sarkastische Sprüche, blöde Witze. Es darf und muss gelacht werden. Jetzt erst recht und schön recht viel. Auch am Krankenbett (, wenn auch dort nicht zu laut und zu häufig) und manchmal unter Tränen.

Weinen. Genau. Manchmal kommen einem die Tränen. Dagegen ist nichts zu sagen. Wenn alles zuviel wird. Wenn man so sehr mitleidet, aber nichts tun kann. Wenn die Angst zu groß wird. Wenn ein anderer weint und man mitweinen muss.

Alltag. Der Begriff ist relativ, ist mir schon aufgefallen. Manchmal ist es schon “Alltag”, wenn ich es schaffe, halbwegs regelmäßig zu essen und nach 10 Stunden Schlaf mittelmäßig erholt aufzustehen. Doch weiter wollen Dinge erledigt sein, andauernd alles sonst zu “depriorisieren” hilft keinem weiter. Somit soll er ursprüngliche Alltag wieder angenähert werden: Meine Arbeit tun.

Tag für Tag

Es fällt mir schwer, von Tag zu Tag zu planen, Tag für Tag zu leben. Mehr ist nicht drin, denn wiederum Tag auf Tag, Schlag auf Schlag kann sich alles ändern: Ein Anruf und ich organisiere eine Fahrt in die Klinik, klinke mich ein in bereits bestehende Pläne von Familienangehörigen und baue alles übrige darum herum: Essen, Schlafen, Einkaufen, Aufräumen, Wäschewaschen. Den Freund sehen. Radfahren. Studio. Alles Übrige – und das wäre gleichfalls wichtig, glaubt mir! – fällt weg, ist vorerst großteils außen vor.

Der Sport hat eine Sonderstellung, weil Kopf und Körper ihn brauchen. Es geht  mir sehr gut, wenn ich auf dem Rad sitze. Das ist meine Pause von allem sonst. Die brauche ich. Wunderbare Beigabe das momentane Wetter: Frühlingsmild und Sonnenschein.

Konzentration ist zugegebenermaßen noch ziemliche Mangelware: Heute fiel mir erst gegen vier ein, zu Mittag zu essen. Dabei hatte ich mager gefrühstückt. Hunger hatte ich keinen. (Wer mich kennt, weiß, wie ungewöhnlich das ist.)

Auf und ab

Ich möchte auch was kleines zu der momentanen Situation sagen. Es ist nichtmal eine Woche her und der Alltag von jedem hat sich total verändert…..tagsüber geht alles seinen gewohnten “Gang” aber sobald man zuhause ist geht das vorerst “neue Leben” los….Fahrt ins (bei mir) 60km entfernte Krankenhaus, viele Tränen, Sorgen, Ängste aber auch Freuden und Erleichterung. Denn das wichtigste was man in dieser Situation lernen muss, ist die Dankbarkeit….man muss dankbar sein für das was man hat, nicht undankbar für das was man nicht hat. Und ich bin dankbar. Auch wenn es verdammt weh tut und nicht leicht ist/sein wird.

Neben des neuen Alltags geht das normale Leben natürlich weiter…Arbeit, Freunde (denen ich übrigens von ganzen Herzen danken möchte für die volle Unterstützung und Hilfe) und das Training. Letzteres gibt mir im Moment die Möglichkeit, mich auszupowern, den Gedanken freien Lauf zu lassen, auch mal ein Tränchen zu vergießen, sich zu freuen, und einfach zu wissen dass man eine Familie hat die immer zusammenhält, egal was kommt!

Luft holen

Nachdem ich in den letzten Wochen etliche Trainingseinheiten hinter mich gebracht habe, heißt es für mich jetzt erstmal etwas Luft holen. Der Körper wünscht sich ein paar ruhige Tage und der Kopf ist diesmal auch einverstanden ;-)

Die Saison nähert sich schließlich rasant und bis dahin sollen sich die gesetzten Trainingsreize ausgezahlt haben…das geht nur wenn man auch mal regenerative Phasen einbaut.

Zudem gibt es für mich noch zwei unterschiedliche Szenarien für die nächsten Wochen: 1. Trainingslager und Saisoneinstieg Ende März oder 2. kein Trainingslager und Saisoneinstieg Mitte März. Welchen Weg ich gehen werde liegt dabei nicht in meiner Hand auch wenn mich das echt fast wahnsinnig macht :-? …sondern liegt einfach daran, dass ich evtl. ab März eine Stelle habe und dann natürlich mein Trainingslager streichen müsste. Nun gut….es hat eben alles Vor- und Nachteile und ich bin gespannt was passieren wird :-)

Alles anders

Der Ehrlichkeit halber soll auch der aktuelle Stand ein paar Worte haben: Wir sind vorzeitig aus dem Urlaub nach Hause zurück gekehrt, weil mein lieber Papa einen schweren Verkehrsunfall hatte und nicht klar ist, ob und wie er die Folgen überstehen wird. Habt von daher bitte Verständnis, wenn es an dieser Stelle vielleicht in den nächsten Tagen und Wochen etwas mager oder auch nur wirr zugehen wird. Wir wissen nicht, was wird. Falls ihr betet, dann tut das bitte. Können wir derzeit auf jeden Fall brauchen. Oder denkt einfach an uns, das kann auch nicht schaden. Aufs Rad werde ich trotzdem steigen die Tage (ich habe es zumindest vor): Erstens kann man nur jeweils 2x täglich kurz zu ihm und die restliche Zeit zieht sich wie Kaugummi. Und zweitens hilft es keinem, wenn wir uns um uns selbst nicht kümmern. Gegen übermäßigen Stress, und den haben wir, soll Sport ja zudem auch gut sein (auch wenn man keine Lust dazu hat).

Spätabendliche Grüße

Heute war ein seltsamer Tag. Naja, eigentlich hatte es schon gestern begonnen: Nach dem zaghaften Ansatz von Winter in der Region wollten wir eine höhergelegene Alm nicht allzu weit von hier anfahren, um dort zumindest ein klein wenig auf die Langlaufskier zu kommen. Ich wiederum beschloss, die Hin- und Rückfahrt mit dem Rad zurück zu legen. Ein kleines Abenteuer, dass gelang und mir viel Spaß brachte.

Beim Skilaufen allerdings, gleich zu Beginn, ist meine Mutter gestürzt. Das kann schnell passieren, in ihrem Fall verlief es allerdings nicht glimpflich, da sie bereits “eingefädelt” hatte und somit auf den Stock fiel. Die Hand schmerzte, aber das Laufen ließ sie sich nicht nehmen, anfangs sah auch alles noch relativ harmlos aus. Wir hatten beim Laufen ebenfalls Freude und verbrachten einige Zeit oben auf der Alm. Darum auch fuhr ich wiederum mit dem Rad zurück und erfuhr erst im Nachhinein, dass sie kaum hatte schalten können auf der Rückfahrt mit dem Auto.

Also ging’s heute früh gleich ins Krankenhaus, bzw. erst nach ein paar Stunden, als die Versicherung grünes Licht gegeben hatte. Die Hand war über Nacht deutlich angeschwollen, meine Mutter konnte kaum eine Bewegung ausführen, geschweige denn Kraft aufwenden. Heraus kam, dass der Handwurzelknochen gebrochen ist. Das ist sehr schlimm. Sie wollte versorgt sein, an Training war aus meiner Sicht nicht zu denken. Wie sollte ich?!

Wir haben alles Mögliche geregelt, uns später ausgeruht, als wir endlich zurück waren vom Krankenhausmarathon. Erst gegen Abend haben wir uns nochmals aufgemacht, um ein wenig Spazieren zu gehen. Wir haben gar nicht gemerkt, dass wir so lange unterwegs waren, so schön war die Sicht auf die Berge im Abendlicht, so beschäftigt waren wir mit Schauen und uns Unterhalten und der teils mit großen Pfützen, dann wieder etwas Schnee, an anderer Stelle wiederum Eis bedeckten Strecke.

Finale Vorbereitung

Es ist inzwischen fast Mitte Februar und die Saison steht fast schon vor der Tür. Auf jeden Fall geht es in die letzte Vorbereitungsphase um für die ersten Rennen fit zu sein.

Die meisten Grundlagenkilometer sind seit Oktober abgespult und bis zum ersten Rennen Ende März heißt es nun das bereits erarbeitete mit intensiveren Trainingsinhalten zu perfektionieren. Dabei wird das Grundlagentraining jedoch immer noch den größten Teil der Trainingszeit einnehmen um die Substanz für die gesamte Saison zu sichern.

Wichtig in dieser Phase ist natürlich auch gesund zu bleiben und nicht die Geduld und Motivation zu verlieren nach bereits 4 Monaten Vorbereitungszeit. Ganz besonders freue ich mich aber jetzt schon vermutlich gleich zu Beginn ein Rennen in Belgien bestreiten zu können. Dort wird man einfach von einer ganz anderen Radsportbegeisterung empfangen als in Deutschland und so wird es nicht das einzige Rennen bleiben, welches ich in 2014 dort bestreiten werde :-)

Hauchdünn winterweiß

Gestern hatte ich mein Tief: Gestern dachte ich, das wird nichts mehr hier! Und überhaupt, wie soll man da wissen, was man tun soll: Eis und Schneematsch, dichter Nebel, noch dichterer Schneefall, aber dennoch zu warm, als dass das liegenbleiben wollte. Ich saß zuhause, hatte zudem Stress und war ungemein frustriert. Ab dem Nachmittag beschloss ich dann (ja, ich brauche manchmal etwas länger), das beste draus zu machen. Die Tage zuvor waren schließlich überragend gewesen.

Heute nun sind die Straßen vereist, auf den Nebenrouten liegt etwas Schnee, Wiesen und Wälder sind zart bepudert: Schön sieht das aus. Winterlich.

Ich trage mich mit einer etwas abgedrehten Idee. vielleicht wird sie verwirklicht. Das wäre dann Hybridsport. Ich werd’ Euch davon erzählen, wenn’s klappen sollte.

Und wieder ein Wechsel!

Angekommen sind wir – erwartungsgemäß – im Frühling: 2 Tage Training in den Bergen, ein bisschen Schnee und Eis, ansonsten tatsächlich mild, an Skilaufen nicht zu denken! Gestern Nacht regnete es in Strömen, zum Morgen hin gab’s matschigen Schnee. Mittags war der wieder weg, da konnte man wiederum wunderbar wandern gehen, großteils bei strahlendem Sonnenschein. Heute hingegen wachten wir im Schnee auf, bessergesagt, im Schneematsch. Seit dem Morgen schneit es durch, die Sicht ist minimal: Nebelwand und pappnasse Flocken. Die Laune wäre nicht mal so schlecht, wenn ich einfach nur nicht mehr wüsste, ob ich nun im Ski- oder im Radurlaub bin und was ich damit nun anfangen soll. Sie ist es aber, weil ich nun schon seit Tagen an der Korrektur einer miserablen Arbeit sitze, unter Zeitdruck, den ich selbst nicht zu verantworten habe, der aber mir den Urlaub ungemein versüßt: Jede vermaledeite Entspannung kann ich vergessen, habe keine Zeit, und es kann trotzdem nichts werden. Außerdem korrigiere ich hier nicht, ich verfasse neu, um zu retten, was zu retten ist. Dass ich das tun muss, ärgert mich aber unglaublich.