Neue Erfahrungen

Sonntag heißt Renntag…in diesem Fall ging es für mich zum MTB Marathon nach Ellmendingen. Bei meinem erst 3. Einsatz auf dem MTB galt es für mich die Mitteldistanz mit 46 km und ca. 1000 Höhenmetern zu bewältigen. Noch beim Warmfahren hatte ich leider eher weniger gute Beine weshalb ich mich auf ein anstrengendes Rennen gefasst machte.

Die dicken Beine hatte ich tatsächlich auch im Rennen noch, konnte mich aber trotzdem in einer guten Position halten und zunächst in einer Gruppe mit anderen Männern mitfahren. Diese zerfiel im weiteren Verlauf zwar, hatte mich jedoch (im Vergleich zu den anderen Frauen) weit nach vorne gebracht. Einen genauen Überblick ob nicht doch noch eine Frau vor mir lag hatte ich zu dem Zeitpunkt aber nicht ;-) So nahm ich mir einfach vor weiter alles aus mir rauszuholen um am Ende mit der Gewissheit im Ziel sein zu können nichts verschenkt zu haben.

Während der letztendlich gut 2 Stunden Fahrzeit kam dann auch immer wieder der (für mich auf dem MTB oft beherrschende Gedanke), dass so eine (auf dem Rennrad) fast schon lächerliche Strecke von 46 km wirklich verdammt lang sein kann. Naja das Sich-Selbst-Quälen habe ich aber zum Glück nicht verlernt und so kann ich zumindest die arbeitsbedingte Verringerung meines Trainingspensums und somit schlechtere Kondition ein wenig abmildern.

So weit so gut….die letzten km vor dem Ziel wurden dann doch nochmal spannender als gewünscht, da ich mich mit einem anderen Mann zusammen kurz verfahren hatte. Passiert ist das leider durch die gute Absicht einer Frau (die auf der Kurzdistanz unterwegs war); da sie langsamer unterwegs war, wollte sie uns passieren lassen und stellte sich genau vor das Hinweisschild, welches in eine andere Richtung zeigte als die von uns letztendlich eingenommene. Nach kurzer Irrfahrt kamen wir aber wieder auf die richtige Strecke und kurz danach konnte ich auch das Ziel erreichen. Und auch erst da wusste ich (durch den Streckensprecher), dass ich tatsächlich die erste Frau auf der MItteldistanz war.

Sehr zufrieden bin ich damit natürlich und habe mich entsprechend gefreut:-) Gerade weil es selbstverständlich noch etwas neues für mich ist auf dem MTB unterwegs zu sein und auch weil ich dies noch mit einem in letzter Zeit recht geringen Trainingsaufwand geschafft habe.

Aber wie sagt man so schön: No pain, no gain! ;-)

#Annette

Rapha’s women 100

Heute möchte ich euch von diesem schönen Tag erzählen der gerne jeden Monat stattfinden könnte!

Am Sonntag morgen um 7:15Uhr klingelt mein Wecker. Ich bin sehr müde denn die Nacht war ungewohnt (auf Schwesters Sofa) und schwül….dennoch voller Vorfreude denn es war das zweite Fahren mit meiner Schwester (welch Schande, dass es erst so spät geklappt hat, aber immerhin :) ). Also mal Sachen gerichtet, gefrühstückt, wenn auch schnell und gestresst, dann gemerkt dass es schon nieselt, aber es war uns egal. Es war warm (ca 27-30Grad) und das Wetter konnte uns somit keinen Strich durch die Rechnung machen. Uns nicht :)

Also ging es gemächlich los Arnhilds Freund abholen, dann nen Abstecher nach Mannheim machen um noch Ingrid und Partner abzuholen um dann wieder Richtung Schriesheim zu fahren. Auf dem Weg dorthin begann es zu regnen aber das tat unserer Stimmung keinen Abbruch. Es war echt schön mal in einer Gruppe zu fahren (bin bisher nur zu zweit gefahren) und ich hatte die Möglichkeit einige DInge zu lernen. Es war eine lockere Atmosphäre und auch wenn man mal warten musste oder jemand auf mich warten musste, war das total locker und selbstverständlich für alle. Gegen Mitte der Strecke verabschiedeten sich dann die anderen und somit fuhren nur noch meine Schwester und ich gemeinsam weiter. Es ging einen stetig steigenden aber “leichten” Berg hoch der mich am Ende echt fertig machte da er soooo lange war und kein Ende zu haben schien. Dann machte noch mein zu kleiner Schuh Mucken und ich musste mal innehalten da die Schmerzen zu groß waren (an dieser Stelle nochmal einen Appell an mich dass ich dringend neue Schuhe benötige!!!). Als wir schon fast bei km 100 waren machten wir eine kleine Rast an der Tankstelle um unseren Zuckerhaushalt aufzufüllen und wieder kurze Energie zu tanken für die restlichen paar Kilometer. Ich fuhr in Arnhilds Windschatten meine letzte Kraft aus (und sie vor mir ihre :) ) und wir freuten uns als wir dann daheim waren uns es geschafft hatten. Es war so ein toller Tag mit Regen, Sonne und viel Spaß. Ich werde sowas öfter machen, auch ohne das Event als “Vorlage” :-)

Und hier noch ein Abschlussbild unserer weiblichen Truppe :) 10570448_420111661463047_6385677092345473392_n

 

Eins auf den Deckel

Die letzte Woche über bin ich konsequent nicht Rad gefahren. Es war notwendig: Ich war müde, erschöpft, habe viel geschlafen, gut gegessen, mein Tagwerk erledigt, soweit es ging.

Am Sonntag dann stand das nächste Rennen der Roßbacher Bike Challenge an, der Keiler-Bike-Marathon in Wombach. Dort wollte ich am Start stehen, komme was wolle. Und es kam einiges: Ich war immer noch kaputt, aber es ging mir schon viel besser. Das war die gute Seite. Doch vor allem kam Regen, sintflutartig, dazu selbstverständlich Schlamm – und ja, viel mehr Schlamm und Dreck als man ihn als Mountainbiker üblicherweise gewohnt ist – und wo ich anfangs zumindest nur langsam und nicht schleichend den Berg hinauf kam, wurde ich recht bald schon extrem langsam und fühlte mich wie die vermenschlichte Version einer Zeitlupe.

Mein großes Glück war, dass ich ab dem 1. Drittel etwa mit Partner unterwegs war, erstmals überhaupt: Mein Freund hatte Schwierigkeiten mit dem Rad und als ihm klar wurde, dass er an diesem Tag ohnehin nichts würde reißen können, wartete er auf mich und fuhr das restliche Stück mit mir gemeinsam. Dafür war ich sehr dankbar, denn rasch schon habe ich nichts mehr gesehen: Waren Brille und Augen zu, ich trage Kontaktlinsen, was das Reiben und Säubern der Augen beinahe unmöglich machte und hatte auch am Tag darauf noch gereizte Augen. So jedoch konnte ich “einfach hinterher” fahren. Blind fahren ist furchtbar, das ist wirklich nicht meins! Die Augen schmerzten, ich sah teilweise buchstäblich nichts und litt enorm darunter. Ohne meinen geliebten Vorausfahrer wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen, erst recht, nachdem mit jegliche Kraft verlassen hatte.

Nach den Erfahrungen bei er MTB Trilogy jedoch waren die vielen Warnschilder “Gefährliche Abfahrt!”, “Gefährliche Kurve!” samtsämtlich entsprechender Gefahrensymbole aus unserer Sicht eine wahre Lachnummer. Das waren sehr lustige Momente, wie haben wir gelacht! Das soll nicht arrogant klingen, aber diese Abfahrten waren weder steil noch schwierig und nachdem wir mehrmals umsonst abgebremst hatten, ignorierten wir derlei Ankündigungen von da ab erfolgreich.

Ich war außerdem – trotz meiner extremen Langsamkeit – erstaunt, wie schnell eine Verpflegungsstation nach der anderen kam und wie viele Forst- und Waldwege wir entlang fuhren. Aber ich musste mich sehr quälen und wenn ich das Hinterrad nicht gehabt hätte, an dem ich mich bildlich gesprochen mit aller Kraft und Konzentration festbiss, hätte ich massiv viel länger gebraucht, weil es mir hinten raus doch relativ schlecht ging.

Um die Veranstalter tat es mir sehr leid: Die tolle Zielverpflegung mit allem Drum und Dran: Edle Müsliriegel, Kuchen aller Art, sogar herzhaftes Gebäck, verschiedenes Obst, Getränke in allen Varianten etc. konnte man kaum genießen, weil ein Unwetter nach dem anderen niedergingen, wir alle nass, verschmutzt und rasch auch durchgefroren waren und an ein längeres Verweilen im Zielbereich nicht zu denken war.

Dann auch lange Schlangen an den Hochdruckreinigern (obwohl mehrere und für übliche Verhältnisse absolut ausreichend viele aufgestellt worden waren). Ich stand gut 30 Minuten an und gab dann auf, zitternd hätte ich keine weitere halbe Stunde durchgehalten. Über uns tobte sich derweil lautstark ein Gewitter aus und diejenigen, die bereits geduscht hatten, waren nach Sekunden ebenso nass wie die noch Dreckverschmierten.

Viele Leute fuhren also nach Hause, ohne noch zu essen, man verpasste die Siegerehrung, was ich besonders schade fand, weil man noch am Warten und Duschen war und all das, was sonst ein Rennen für alle Beteiligten zum Erfolg werden lässt, die Gemeinschaft, die Gespräche, das gemeinsame Ausklingenlassen bei leckerem Essen und etwas zu Trinken, der Applaus und die Bewunderung für die Schnellsten, die Diskussion über die Strecke, all das fiel weg. Das war sehr schade!

Stattdessen also packten wir die Räder wie sie waren ins Auto (wohl dem, der viele Decken, Laufradtaschen und eine gute Packtechnik hat), verzichteten auf weiteres Anstehen, gingen schnell unter die Dusche: Geduscht habe ich kurzentschlossen alles: Stellte mich samt Helm, Schuhen, Kleidung hinein. Eines nach dem anderen entdreckt und die Klamotten ausgewrungen, in die schlauerweise mitgebrachte IKEA-Tasche gepackt, dann erst eine gefühlte weitere Ewigkeit später selbst geduscht. Schließlich später noch die Dusche selbst geduscht, denn solch einen Dreck wollte ich nicht hinterlassen. Gott sei dank war das Wasser wunderbar warm und die Kälte wich endlich irgendwann aus den Gliedern. Und zudem war alles – Helm, Schuhe, Kleidung, Arnhild, Dusche – hinterher annehmbar sauber.

Am Ende haben wir noch gemeinsam gegessen, eine liebe Bekannte getroffen und mit ihr geredet. Ich jedoch war so kaputt wie wirklich seit Jahren nicht mehr, für meine Verhältnisse auch extrem schweigsam: In einer Hand die Gabel, in der anderen meinen Kopf. Der wollte nicht mehr alleine aufrecht bleiben. Benimm adé, ich war fertig, wollte aber trotzdem nichts verpassen: Weder die Bekannte noch das Essen. Prioritäten…

So habe ich die gesamte Rückfahrt über tief und fest geschlafen, die heftigen Unwetter auf der Autobahn nicht mitbekommen und wachte erst 2 Stunden später bei großer Hitze kurz vor zuhause wieder auf. Ziemlich erholt. Auch hier war ich sehr dankbar, dass ich  nicht alleine unterwegs war, einen treuen “Fahrdienst” hatte, der mich lieb nach Hause brachte.

Gesamtfünfte und Vierte bei den Seniorinnen-I mit jedoch sage und schreibe einer Stunde auf die Erste, das ist das niederschmetternde Resultat. Ich bin rasch bergab unterwegs gewesen, war aber sowohl in der Ebene als auch vor allem dann bergauf massiv zu schwach. Nicht nur verglichen mit den anderen – was hülfe ein solcher Vergleich? – , sondern wiederum vor allem im Vergleich zu meinen üblichen Leistungen. Also erst einmal weiter gut erholen und schauen, dass ich meine alte Form wieder finde.

Der Pilateskurs, dann Schaumrolle & Mobilisation im Studio waren mein gestriges Abendprogramm: Sehr wohltuend, das bekommt zukünftig einen festen Platz, habe ich beschlossen.

 

Der frühe Vogel…

kann mich mal? Nein, im Gegenteil.

Als ich aufwach ist es gerade mal 5:40Uhr…meine innere Uhr sagt mir dass ich aufstehen kann, ich bin ausgeschlafen. Also beweg ich mich in die Küche und mach mir erstmal Frühstück. Der Blick nach draußen gefällt mir nicht. Es ist bewölkt und sieht nach Regen aus. ALso erstmal gefrühstückt……irgendwann dann der Gedanke, man könne ja doch noch ne Runde radfahren…..also nicht lange überlegt, Sachen gerichtet und los gings. Kaum war ich 30min unterwegs, fings an zu schütten. Irgendwie wars mir aber egal und ich fuhr weiter. Ich bekam immer mehr Glückshormone und freute mich wie ein Schneekönig über dieses fast herbstliche trübe aber warme Wetter. Es machte echt Spaß und ich genoss es total. Da ich nur begrenzt Zeit hatte, fuhr ich meine kurze Lieblingsstrecke durch das Hafengebiet, weil es mich fasziniert, was da Samstags teilweise los ist, aber dennoch Ruhe überwiegt. Ich sah schöne Klatschmohnfelder, saftige Wiesen (die den Regen bitter nötig hatten) und sogar die Sonne mal rausblitzen. Und am Ende war ich daheim und mega happy dass ich nicht die Zeit sinnlos auf dem Sofa verbracht hatte. Und gleich gehts zu meinem Papa, denn der hat heut Jubiläum :-) Ich freu mich auf meine Familie!

Specialized MTB Trilogy 2014 – Warum soll man sich das antun?!

  • So viele tolle Trails siehst Du nie wieder auf so engem Raum!
  • Abwechslungsreiche und abgefahrene, sehr kreative Streckenführung (bspw. den kürzlich erst wieder entdeckten und freigeräumten Eisenbahntunnel aus den Kriegsjahren).
  • Die Landschaft ist ein Traum: Tolle Aussicht von jedem Hügel, erst recht von den hohen Gipfeln. Man durchfährt irrwitzige Felsformationen, endlose Wiesen, wunderhübsche Dörfer (polnische und tschechische), märchenhafte Wälder, rauhe Kuppen, ruppige Abhänge. Alles dabei, immer wieder unglaublich, immer wieder schön.
  • Sehr nette Leute
  • Familiäre Atmosphäre
  • super Gegend, die Sudeten
  • Wohl eines der härtesten (technischer Anspruch gepaart mit Anforderungen an Ausdauer und Kraft) Rennen überhaupt
  • Beste Organisation:
    - Flaschen und tolle Verpflegung (auch für die ganz hinten noch!)
    - Massage
    - Super Streckenauszeichnung
    - engagierte und sehr nette Streckenposten
    - Höhenprofil als Rahmenaufkleber jeden Morgen
    - Finishershirt aus Funktionsmaterial für jeden Teilnehmer
  • Eigene Endurowertung (Jeder, der sich für’s Enduro-Fahren begeistert, sollte das auf jeden Fall mal mitgefahren sein. Eine Offenbarung.)
  • Günstiger Preis
  • Tolle Unterkünfte in der Umgebung
  • Lecker Essen und nette Restaurants, Cafés und Bars in der Umgebung
  • Super Infrastruktur (“touristisch erschlossen” im positiven Sinn)
  • International (lt. vorläufiger Startliste: CZE: 194, GER: 19, POL: 13, EST: 12, RUS: 8, BEL: 6, SVK: 4, BGR: 2, ITA: 1, DNK: 1, SVN: 1, AUT: 1)
  • Alle Etappen starten und enden am gleichen Ort (stressfreier!!!)
  • Was für Technikfreaks und solche, die es werden wollen (man lernt sehr viel, wagt viel und gewinnt auch viel)
  • Man lernt sehr viel, auch über sich selbst
  • An sich habe ich noch nie ein in allen Bereichen so super organisiertes Rennen mit so vielen freundlichen, hilfsbereiten und netten Helfern erlebt.
  • Nie war ich so stolz, ein Rennen einfach nur beendet zu haben!
  • Tolle Erinnerungen
  • So etwas (absolut nicht kommerziell, aus bloßer Liebe zur Heimat und zum Mountainbiken) sollte man auf jeden Fall durch seine Teilnahme unterstützen!
  • Wahnwitzig und mit extrem viel Herz.
  • Infos

 

Specialized MTB Trilogy 2014

Das Rennen begann mit einem Prolog: Einzelstart alle 30 Sekunden, Trailanteil bei gut 90 %, sehr schwierige Trails, für mich teils nicht fahrbar. Zu meiner Verteidigung: Für fast alle zumindest teilweise nicht fahrbar. Nur um die 10 km, dabei etwa 440 hm. Am Vortag bei strömendem Regen sah all das furchtbar aus. Ich dachte, ich fahre es nicht. Ich dachte, ich trete erstmals ein Rennen nicht an. Am Renntag dann hatte ich überhaupt keine Kraft. So schwach habe ich mich wohl noch nie gefühlt. So unkoordiniert saß ich wohl seit Anfängertage nicht mehr auf dem Rad. So lange kam mir die gute Stunde, die ich letztlich tatsächlich brauchte, noch nie vor auf dem Rad. Aber ich konnte mehr fahren als gedacht. Und ich kam ins Ziel.

Am Folgetag dann war ich sehr müde. Eine sehr lange Etappe stand jedoch ins Haus, die schwierigste außerdem. Weit über 3000 hm auf um die 80 km, Trailanteil wiederum bei um die 80 %, extrem schwierige, extrem steile Stellen. Viel zu laufen für mich, das kannte ich nicht. Nicht laufen, klettern mit Rad, ohne Halt. Nicht einfach. Kaputt schon von Anfang an. Nach 3 Stunden blieb der Puls in der Grundlage, von da ab ging er nicht  mehr hoch, auch auf den folgenden beiden Etappen nicht mehr. Ich war wohl 7 Stunden unterwegs, hatte Krämpfe, im Bein und in der Hand. Wie verrückt, in der Hand! Ich hatte keinen Spaß an diesem Tag, konnte auch einfachere Trails nicht mehr fahren, weil ich nicht klar denken konnte, kaputt war. Ich weinte bei der Verpflegung, bei der Halbzeit war: “Endlich!” einerseits, aber auch: “Wie soll ich den Rest bloß schaffen?!”. Ich war wütend, ich ging viel, weil ich mir nicht mehr trauen konnte. Ich kam an. Ich beschloss, nicht an den folgenden Tag zu denken.

Der Abend war schwierig: Erstmals alles organisieren: Wenig Zeit zum Duschen, Rad säubern, Essen, Massage, alles Richten für den nächsten Tag, herunterfahren, Schlafen. Sehr schlecht schlafen.

Dann Aufstehen, Etappe 2, Tag 3. So kaputt. Aber das geht, du wirst es sehen. Also glaube ich und zieh’ mich an, steig’ auf’s Rad. Die halbe Stunde Weg zum Start eine Qual. Der Start der reine Horror: “Wie überleb’ ich das?!” Der erste Trail endlos, nicht fahrbar: Stau, alle steigen ab, nasse Wurzeln, holprige Stellen schmerzen. Die Beine schmerzen, der Kopf so langsam. Ich schaffe das nicht. Dann Ruhe. Ich will ja ankommen. Ich will genießen. Ich will nicht nur leiden. Langsam werden die Beine locker. Schnell geht nicht, das Herz schlägt langsam, Kraft ist keine da. Also langsam. Dann komme ich eben wieder abends an. Die 2. Etappe außerdem fahrbar, haben alle gesagt. Also fahre ich. Die ersten beiden Abfahrten zögerlich, weil die Beine den Schlägen kaum standhalten wollen. Schreckmoment, als ich über eine vermeintliche Kuppe aus einem Kessel fahren will, im Wald, mich Wanderer rufend aufhalten. Ich merke, dass ich nur rechts aus dem Kessel fahren kann, dass ich links über die Kuppe direkt im Abgrund gelandet wäre. Keine Markierung, keine Warnschilder. “Pass gefälligst auf.”, denke ich und fahre weiter. Langsam kommt der Spaß. Uralte riesige Kopfsteinpflastersteine rütteln mich durch, lange Abfahrt, später auch Anstiege über diese grob behauenen Ungetüme. Ob die Römer die hinterlassen haben? So alt sehen sie aus, so urtümlich. Geniale Abfahrten auf dieser Etappe. Nicht ganz so lang, nicht ganz so viele Höhenmeter. Ich brauche auch ein wenig kürzer, aber nicht viel. Ich bin immer noch unglaublich schwach, kann aber bergauf wie bergab eigentlich alles fahren. Steige nur 1- 2 x ab, weil die Kraft nicht da ist. Komme müde, aber ruhig an am Abend.

Die 3. Etappe dann, der 4. Tag, bin ich gewiss, dass ich es schaffen werde, weiß aber auch, dass ich werde leiden müssen. Lange und hart wird die Etappe, ein paar Abfahrten wirst du laufen müssen, die laufen fast alle, ein oder zwei Stellen für Lebensmüde, wo selbst hartgesottene Endurofahrer großteils zu fuß gehen. Ich fahre sonst alles, aber unglaublich langsam. Trotzdem, Tempo akzeptiert, Rhythmus hat sich gefunden. Ich rolle. Teils so einsam für mich, dass ich denke, ich bin der letzte Mensch. Dass ich fürchte, man habe mich sicherlich in die Irre geleitet und ich werde für immer allein für mich in Polen dahinfahren müssen, niemals das Ziel erreichen. Manchmal muss ich vor Erschöpfung weinen. Das ist seltsam. Nach der letzten Verpflegung liegen die meisten Höhenmeter hinter mir, sind nur noch gut 20 km über machbare Trails zu fahren, teils auch Schotterpisten. Das schaffe ich. Im Ziel darfst Du weinen, sage ich mir. Und da gibt es auch kein Halten mehr. Ich bin so kaputt. Ich weine. Ich bin rechtzeitig für die Massage im Ziel, gehe duschen, genieße auch heute die Massage, die mir Tag für Tag eine unersetzliche Wohltag war.

Da waren noch viel mehr hinter mir als ich mir vorstellen kann, erfahre ich später. Und dass andere ausgestiegen sind. Schon am Prolog waren viele gar nicht angetreten, wurde Name um Name umsonst aufgerufen. 169 Fahrer kamen ins Ziel, 23 nicht. Von insgesamt 16 Frauen kamen 14 ins Ziel, davon 8 vor mir.

Sehr heftig wird es, wenn man die Zeit betrachtet: Der schnellste Mann war knapp 13 Stunden unterwegs, die schnellste Frau hat schon knappe 17 Stunden gebraucht, ich war  beinah’ 24 unterwegs, die langsamste Frau fast 30, der langsamste Fahrer überhaupt ganze 32 Stunden.

Die krassen Varianzen erklären sich erstens aus der Kraft/Ausdauer: Wer stark war, konnte nicht nur die steilen Anstiege und auch flachen Stellen viel, viel schneller fahren, sondern auch überhaupt mehr fahren, kam nach Laufpassagen besser in den Tritt und konnte die extremen Steilrampen fahren, die die übrigen gehen mussten.

Hinzu kam die technische Komponente: Wer exzellent bergab fuhr und auf technischen Passagen bergab, bergauf und im flachen Terrain, derer es viele gab, Tempo machen konnte, sparte sich darüber hinaus noch die teils elendig langen Kletterpassagen und konnte so auf einer einzige Abfahrt bereits viele Minuten gut machen.

 

R.I.P.

Unruhe plagt mich, daher der Titel. Nichts mit Tod, keine Angst. Große Unruhe, zugleich aber bin ich unfassbar kaputt. Schlafe lange, kann mich nicht konzentrieren, will nicht nach draußen (erst recht nicht bei dem Dauerregen), bin seit gestern abend auch noch ein bisschen krank geworden: Erschöpfung. Schon vor dem Etappenrennen war ich andauernd müde, hatte mich kein Rennen über kräftig gefühlt, war jeweils geschlichen und hatte keine Leistung abrufen können. Nun also der Tiefpunkt. Und ich fürchte, das hauptsächliche Problem dabei liegt darin, dass ich das akzeptieren muss: Mir Ruhe gönnen, viel Pause machen, es langsam angehen. Es ist gar nicht schlecht, denke ich, dass es seit Tagen durchgehend so fürchterlich schüttet, dass an Radfahren nicht zu denken ist. Dass meine Arbeit zuhause ist. Allerdings findet am Sonntag der nächste Marathon statt, den ich fahren möchte. Wahrscheinlich ist, dass ich bis dahin konsequent pausieren werde. R.I.P. – Rest in peace!

Wieder da

Ich bin zurück, zurück von einer turbulenten Woche in Tschechien bzw. im tschechisch-polnischen Grenzgebiet, einer sehr schönen Region. Gerade weiß ich nicht genau, wie und was ich berichten soll, also lass’ ich es noch ein wenig bleiben, konzentriere mich stattdessen auf das, was vor mir liegt:

Ankommen muss ich, denn letztlich habe ich alles stehen und liegen lassen nach meiner Rückkehr, konnten wir nur die Räder und Laufräder putzen, Berge wirklich schmutziger Wäsche waschen. Und dann war ich schon wieder unterwegs, bin gestern abend müde, aber zufrieden endlich wirklich heim gekehrt und werde mich heute dran machen, das Chaos weiter zu reduzieren. Bisher waren nur ein paar rasche Handgriffe zwischen Tür und Angel möglich.

Draußen regnet es, ist es überraschend dunkel und kühl. Kein Tag um aufs Rad zu steigen.

Wirr warr

Mal eben kurz hier reinschreiben..es ist schon etwas länger her aber im Moment hab ich nicht soviel Zeit……man rennt von der Arbeit aufs Rad und dann nach Hause, essen, schlafen und ausruhen muss man ja auch noch (leider)…….der Tag könnte meinetwegen gern 48Stunden haben aber dann wäre das wohl auch wieder zu wenig. Mein Jahr ist komisch. Ich bin ja nun das erste Jahr im Team dabei aber ich fühl mich nicht wie wenn ich dabei wäre. Ich trainiere fleißig und ich merke die Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren. Und das baut unheimlich auf und macht so verdammt Spaß. Aber was Rennen betrifft bin ich halt noch nicht viel gefahren. Ich gebs zu…immer im Kreis fahren macht mich nicht sonderlich “scharf”. Aber so ein Marathon auf dem MTB??? hmmm das wäre schon was feines. Egal wie es ausgeht..einfach “hauptsache dabei” und Spaß. Doch wo fahr ich mit? Ich steh so ein wenig neben mir was das betrifft, stelle mir zu hohe Anforderungen, andererseits bin ich zu feige um es einfach “zu tun”…..ich schätze, mein Jahr hat einfach durch das fehlende MTB (immerhin 12Wochen) mir ein wenig das Selbstbewusstsein genommen einfach Dinge zu tun, egal ob man sie kann oder nicht…..doch ich werde die Zeit nutzen um weiterhin zu trainieren damit ich im nächsten Jahr endlich durchstarten kann :)
Und ich hoffe, dass ich auch bald wieder ein Studio finde, wo ich mich wohlfühle und meinem 2. Hobby wieder nachgehen kann! :-)