Auf der Jagd nach einem Gentleman oder wie man faire Rennen fährt

Beim gestrigen Wettkampf in Büchel fuhren einige sehr nette Männer mit mir. Später hätte ich gern noch dem einen oder anderen gedankt, aber spätestens nach dem Duschen hätte ich sie ohnehin nicht mehr erkannt. Ohne Schlamm und Trikots keine Chance. – Schade eigentlich!

Regeln? Erstens: Es ist okay, wenn sich ein Mann in meinen Windschatten hängt, nicht aber, wenn er nicht bereit ist, auch einmal von vorn zu fahren. Wenn das nicht möglich ist, verstehe ich das. Ging mir selbst gestern so, als ich lange im Windschatten einer Dame hing, es aber nicht vorbei geschafft hätte. Aber es ärgert mich, wenn regelmäßig buchstäblich stundenlang mehrere Jungs völlig tiefenentspannt in meinem Windschatten klemmen und mich im Wind leiden lassen. Am besten ist es, wenn sie dann, bspw. wenn ein schnellerer Fahrer von hinten kommt, nicht auf die übrigen achten, wenn sie davon fahren. Mich ausbluten lassen und davon fahren. Das ist nicht die feine Art. Im Idealfall schaut man, ob man nicht den oder die anderen mitnehmen kann (erst recht, wenn es nicht ein unmittelbarer Konkurrent ist). Man zieht das Tempo langsamer an oder kündigt auch einfach an, wenn man etwas schneller fahren möchte.

Zweitens: Auch kann ich nicht nachvollziehen, wenn man als Mann eine Frau nicht im Windschatten haben will: Ist sie doch definitiv keine Konkurrentin (alldieweil an dieser Stelle im Feld ein Mann ohnehin längst nicht mehr um eine Platzierung fährt). Das gleiche gilt bei Herren aus verschiedenen Klassen (sofern das ersichtlich ist).

Drittens: Noch schlimmer jedoch finde ich es, wenn ich blockiert werde: Wenn man mich nicht vorbei lässt irgendwo auf der Strecke. Oder gar im Trail, weil man mich nicht vorbei lassen möchte. Das ärgert mich besonders, es kostet meist wertvolle Zeit und ja, ich erwarte ab einem bestimmten „Blockierfaktor“ durchaus, dass man anhält und mich passieren lässt! Eben, weil es bei uns Frauen immer noch um die Gesamtwertung gehen kann. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn die entsprechende Person an der Spitze unterwegs wäre. Sind sie aber üblicherweise nicht. Aber selbst dann ist die Frage, ob man, wenn man selbst sehr schlecht abfährt, das Recht hat, andere, auch die Konkurrenz, minutenlang zu blockieren. Ich finde das nicht fair. Taktisches Blockieren hat seine Berechtigung, aber auch eine Grenze.

Viertens: An der Verpflegungsstelle ist Entrüstung häufig, weil es doch ohnehin um nichts geht. Warum also stresst diese Frau so, beschwert sich, dass man sie nicht zur Verpflegung oder von ihr weg lässt bzw. wahllos geparkte Räder ihr den Weg versperren? Weil, und ja, ich wiederhole mich hier bewusst, es in ihrem Fall relevant sein kann, wieviel Zeit sie verliert.

Es gibt ähnliche Fälle, wenn eilige Fahrer von Lang- oder Mitteldistanz auf die der Kurzstrecke auffahren (oder umgekehrt, je nach Streckenführung und Zeitplan). Das ist geschlechterunabhängig, klar.

Grundsätzlich: Es ist wichtig, zu schauen, was um einen herum geschieht und wachsam zu sein, auch wenn man selbst es nicht eilig hat. Im Zweifelsfall hilft es, zu kommunizieren, sich abzusprechen. Das ist ohnehin lustiger, auch dann, wenn man kaum mehr Luft hat, als ein paar Silben zwischen zusammenggepressten Zähnen heraus zu husten.

Ich darf doch davon ausgehen, dass jemand, der bei einem Rennen startet, nur um auf den hinteren Rängen zu landen, das aus reiner Spaß am Fahren selbst tut. Warum also keine Allianzen bilden mit anderen Fahrern, sich unterhalten, Spaß miteinander haben und diejenigen unterstützen oder zumindest nicht zu behindern, die es ernst meinen?

Stillschweigend fuhr gestern ein Fahrer nach vorn und ich ihm ebenso stillschweigend hinterher, als ich nicht mehr führen konnte. Zuvor war er lange hinter mir her gefahren. Eine stille Allianz. Schön war das. Simpel und praktisch.

Und als ich später ins Ziel sprintete (wenn man das noch als „Sprint“ bezeichnen kann, wie meine müden Beine versuchten, den dicken Gang zu drücken), die letzten nicht vorhandenen Reserven verschießend, war ein anderer da, der an mir vorbei wollte; und ja, bei ihm ging es um rein gar nichts, längst nicht mehr. Aber er zog mich, vorbei an der Konkurrentin, die dem nichts entgegen setzen konnte oder wollte. Im Kampf gegen ihn, den ich fast unmittelbar sofort verlor, konnte ich noch einmal das Tempo erhöhen, vorbei an Jakub, der mich ein kleines Stück begleitet und bereits beschleunigt hatte.

Rennen fahren, das heißt auch Allianzen schmieden, Abschnitte des Wegs gemeinsam bestreiten, auch ‘mal die Konkurrenz zu ermutigen, zusammen zu halten und zu sehen, wie weit man gemeinsam kommt. Klar trennt man sich wieder, ist man selten bis ins Ziel gemeinsam unterwegs, muss manch einer irgendwo zurück stecken, sich einer langsameren Gruppe anschließen oder sich mit höherem Tempo davon machen. Das gehört ebenfalls dazu.

Nichtsdestotrotz: Es gibt nichts Schöneres, als lachend zu mehreren zu fluchen, wenn die Beine nicht mehr drehen wollen. (Und später in den Duschen den ganzen Dreck endlich los zu werden, den man zuvor auf der Strecke mit Freuden eingesammelt hatte.)

Umgewöhnung

Gestern war ich (genau wie Arnhild :-) ) beim MTB Marathon in Büchel und es hat wieder einmal Spaß gemacht. Nicht nur, aber überwiegend…schließlich waren auch einige innere und äußere Kämpfe zu überwinden bis ich schließlich im Ziel ankam. Am Ende war es ein 2.Platz, den ich nach einem äußerst knappen und etwas unglücklich verlaufenden Zielsprint erreicht habe. Zufrieden bin ich damit dennoch sehr, war ich doch fast das ganze Rennen hinter der Führenden zurück gelegen. Erst durch aufmunternde Worte gegen Ende habe ich mich nochmal motivieren lassen meinen Tank richtig leer zu fahren und kurz vor dem Ziel zur führenden Frau aufzuschließen. Mein Versuch am Zielberg davon zu ziehen war leider nicht von Erfolg gekrönt und so wurde es im Sprint eben der 2. Platz.

Überraschend ist das grundsätzlich alles noch, denn eigentlich gehe ich mit nur geringen Ambitionen an den Start und freue mich einfach Spaß zu haben und etwas neues zu sehen. Klar…wenn es dann auch noch gut läuft, freut es einen umso mehr. Aber erwarten tue ich das nicht, möglicherweise ein Grund warum es letztendlich doch so gut geht.

Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich Mitte der Saison den Wechsel von der Straße aufs MTB gewagt habe und bisher nur positive Erfahrungen sammeln konnte. Generell scheint mir das Fahren im Gelände auch mehr entgegen zu kommen und ich freue mich auf weitere Rennen. Einzig mit meiner Unbekanntheit (in der MTB-Welt) kann ich nächstes Jahr vermutlich nicht mehr rechnen, obwohl ich es doch sehr schön fand, dass ich gestern im Ziel erstmal gefragt wurde, wer ich denn sei :-D

So langsam bin ich also in meinem neuen Leben (mit MTB, neue Arbeit+Wohnortwechsel) angekommen. Daher freue ich mich besonders auf die Wochenenden mit Training, Rennen und Treffen vieler netter Leute.

Arnhild kam gestern übrigens auch noch auf einen sehr guten 4. Platz. Ihr (und Jakub :-) ) an dieser Stelle auch mal vielen Dank für die vielen bisher erteilten Tipps und Unterstützung!

#Annette

Wilde Endert Mountainbike-Marathon Büchel 2014

Erstmals saß ich heute wieder etwas länger auf dem Rad, zumindest im Wettkampf, und bestritt die Mitteldistanz (57 km, 1050 hm) beim traditionellen Mountainbike-Marathon in Büchel (nicht allzu weit von Koblenz). Im Vorfeld hatte ich etwas Angst, ob ich das überleben würde, hatte ich mich nach dem letzten Wettkampf am vorigen Wochenende nur bedingt erholt und sollte nun gleich fast 30 km weiter fahren. Obwohl ich teilweise etwas am Leiden war, lief es aber eigentlich ganz annehmbar. Ich hatte jedoch im letzten Drittel nicht mehr genug zu trinken und musste ordentlich heraus nehmen, um die lauernden Krämpfe zu vermeiden. Dank Jakub (er war einer der vielen, die heute gleich mehrere Platten hinnehmen mussten und somit irgendwann im Ausflugstempo weiter fuhren, so dass ich wiederum ihn wenige Minuten vor dem Ziel einholte) konnte ich kurz vor Schluss noch eine Dame einholen, obwohl ich sehr, sehr nahe am “Krampflimit” unterwegs war. Ich hatte mich langsam an sie “heran gepirscht” und da kam mir Jakub wirklich gerade recht. Andernfalls wäre es sehr hart geworden.

Im Nachhinein ärgert es mich etwas, dass ich knapp € 30,- Startgeld zahle und es dann erstens nur Wasser gibt an den Verpflegungsstationen, bei der zweiten dann sogar nur Mineralwasser (die Kohlensäure tat definitiv nicht gut!), das auch noch in winzigen Bechern, die einem zudem nicht gereicht wurden. Etwas mehr Service hätte ich mir dann doch gewünscht.

Annette hatte ich ziemlich bald nach dem Start ziehen lassen müssen, sie kann massiv besser drücken als ich und konnte sich somit schnelleren Fahrern an die Fersen heften. Der Marathon ist eine “Drückerstrecke”, es gibt kaum steile Anstiege, aber viele lange weniger steile Anstiege und Abfahrten auf Schotterpisten und Wiesenwegen; wer keinen Windschatten hat, hat bei solch einem Rennen schnell das Nachsehen.

Somit wurde Annette nach nur 02:22:19 h im Sprint gegen die erste Dame Zweite. Ich bin sehr stolz auf ihre Leistung und froh, dass sie heute gestartet ist! – Ich selbst habe mir mit einer Zeit von 02:38:25 immerhin gut 16 Min. Rückstand auf sie und die Erste eingehandelt und noch etwa 7 Minuten auf die dritte Dame, die zugleich erste der Seniorinnen I ist.

Es gab jedoch keine separate Wertung, was ich sehr schade fand und vor allem nicht fair, da in den Herrenklassen U19, Herren sowie jeweils getrennt Senioren I – III gewertet wurden, aber nur eine einzige Damenklasse. Natürlich gibt es bei uns immer wenige Teilnehmerinnen, dennoch ist das nicht in Ordnung, finde ich. Und zwar ganz unabhängig davon ( – das wiederum ist ein weitere gewichtiges Argument, klar -, dass ich selbst als Zweite der Seniorinnen I natürlich gern auf dem Treppchen gestanden hätte. Hier kommt wieder das Startgeld ins Spiel, das wir schließlich alle gezahlt haben.

Wie immer war in Büchel das Wasser eiskalt, was aber bei den heutigen Außentemperaturen eigentlich egal war. Im letzten Jahr bei Temperaturen unter 10°, als wir alle völlig unterkühlt ins Ziel gekommen waren, war die Quellwasserdusche allerdings ein Greuel.

Etwas kalt draußen.

Ich drücke mich seit Stunden davor, los zu fahren; dabei war heute das Training für den Vormittag angesetzt: Gestern hatte ich den Tag erst in der Bibliothek, dann im Krankenhaus vertan, in beiden Fällen musste ich viel Geduld aufbringen. Dann mit meiner Mama gegessen und müde heim gekehrt, ohne jedoch die Liste im Kopf abgearbeitet zu haben: Die ersten drei Tagesordnungspunkte hatten einfach zu lange gedauert; abkürzen war unmöglich gewesen.
Gerade ist mein Papa wohl noch im OP und ich bisher zu unruhig, los zu fahren. Obwohl ich das gleich nichtsdestotrotz tun werde, denke ich: Was hilft es, wenn ich zuhause warte? Meine Laufräder sind fertig, die Sigmahalterungen auch geliefert, wurde ich von Radsport Ruster informiert. Die könnte ich abholen. Und hier ist so ziemlich alles getan, was ich heute tun wollte.

Einmaleins

Gestern stand der 8. Bikemaxx-Mountainbike-Marathon in Neckarsulm an. Die Vorbelastung war nicht besonders angenehm ausgefallen, ich hatte noch immer Schwierigkeiten mit dem Atmen unter höherer Belastung und war buchstäblich etwas schwach auf der Brust. Obwohl ich für die Kurzstrecke gemeldet hatte (und gemeinsam mit Jakub für die Mixed-Wertung), war ich unruhig. Das Warmfahren fühlte sich nicht gut an, aber ich war vorbereitet und wusste, was mich erwarten würde:

Gleich am Start ging es dann auch wie erwartet (trotz veränderter Streckenführung) eine ganze Weile bergauf und das würde weh tun, das war mir klar, erst recht in meiner Verfassung. Ich versuchte, immer bei mir zu bleiben, mein Tempo zu fahren, so hart wie möglich, aber nicht zu überziehen. Leider wurde ich bei den ersten Abfahrten jeweils von anderen Fahreren behindert, die mit dem Schlamm nicht zurecht kamen, bergauf aber stärker fuhren. Ich selbst bin zurzeit nicht schnell bergab, aber habe eben doch schon ein wenig Erfahrung auf nassem Untergrund gesammelt. Es war nicht kalt, nur sehr rutschig und regnete teilweise; das war aber, sobald man unterwegs war, Nebensache.

An irgendeiner Stelle rief mir eine der Streckenposten zu: “Sehr gut, die erste Frau!”, und ich dachte, “Das kann ja gar nicht sein, aber weiter geht’s!”, fuhr weiter und kam mit der Zeit immer besser zurecht. Allerdings hatte ich schon rasch zunehmend Schaltprobleme, eine Sache, die ich bisher bei noch keinem Wettkampf derart erlebt hatte: Erstens waren die Griffe und Handschuhe immer mehr verschlammt, so sehr, dass ich die Drehgriffschaltung nur  mit Mühe und irgendwann dann fast gar nicht mehr bedienen konnte. Zweitens hatte ich immer wieder Kettenklemmer, was bedeutet, dass mitten im Tritt die Kette blockiert und man rasch vom Rad muss. Auf’s kleine Blatt kam ich irgendwann auch nicht mehr. Ich musste immer wieder anhalten, herumschalten, Wasser aus der Trinkflasche über den Umwerfer und auch die Handgriffe schütten, was jedoch immer nur kurz half, dafür in der Summe sehr viel Zeit kostete. Oft musste ich durch die Kettenklemmer absteigen und verlor auch dadurch weiter Zeit, die Beine wurden mir schwer und ich sauer. Irgendwann hielt ich an einem Streckenposten und bat um Wasser, um meine Schaltung wieder halbwegs in Gang zu bringen. Mit etwas Mineralwasser (mehr als ich noch in der Trinkflasche hatte) und raschem Hin- und Herschalten lief die Schaltung von da ab auch wieder etwas besser, obwohl ich immer noch kaum schalten konnte, aufgrund der schlammigen Griffe und Handschuhe. Aber zumindest konnte ich so für den steilen letzten Berg wieder das kleine Blatt nutzen und später mit minimalem Schaltaufwand zwar weiter Zeit verlieren (ich konnte oft minutenlang nicht das Blatt wechseln und kurbelte mich gefühlt zu Tode), einen winzigen Vorsprung aber ins Ziel retten. Gott sei Dank wusste ich nicht, dass die zweite Frau, Christin Becker, mittlerweile schon bis auf wenige Sekunden an mich heran gefahren war! Sie kam nur 15 Sekunden nach mir ins Ziel!

So gewann ich, übrigens zum ersten Mal, sowohl in der Altersklasse der Seniorinnen I als auch in der Gesamtwertung der Damen (, die jedoch nicht getrennt geehrt wurde). Jakub und ich konnten außerdem die Mixed-Wertung für uns entscheiden. Leider hat er selbst als Gesamtzehnter und Vierter seiner Altersklasse das Treppchen dieses Mal knapp verpasst.

Berlinde wurde, ebenfalls auf der Kurzstrecke, Gesamtsechste und Vierte bei den Seniorinnen I. Auch sie hatte gemeinsam mit Patrick Reichert die Mixed-Wertung bestritten, wo die beiden den 3. Platz erreichten. Somit waren wir zwei Schwestern vom Team Le Rêve erstmals gemeinsam auf dem Treppchen!

Wie immer war Neckarsulm – trotz wiederholt widriger Witterung – ein tolles Rennen: Sehr engagiert und mit großer Begeisterung organisiert und durchgeführt, da kann man nichts sagen! Es gab auch in diesem Jahr tolle Startpakete und super Preise; auch die Pokale sind optisch ansprechend. -  In der Mixedwertung der Langstrecke wurde zudem eine wirklich tolle Reise verlost. Schade, dass ich nicht fitter war! Alles in allem ist der Marathon in Neckarsulm ein Termin, der fest im Kalender vermerkt werden sollte: Nicht jede Veranstaltung kann das von sich behaupten.

 

Neue und alte Wegbegleiter

Bevor ich Euch weiter von meinem langen, geruhsamen und doch ereignisreichen Wochenende in der Eifel berichte, möchte ich einen Einschub der aktuellen Geschehnisse machen. Sie sind zwar nicht weltbewegend; aber mich bewegen sie schon, von daher also auch relevant:

Ich habe einen Sigma Rox 10.0 GPS bekommen, einen GPS-fähigen Radcomputer, der zudem alle wichtigen Funktionen in sich vereint, Puls, Geschwindigkeit und Trittfrquenz ebenso anzeigt wie Höhenmeter, Strecke, Fahrtzeit usw. Dass es sich um ein Testgerät handelt, kann man an den vohandenen Schrammen am Display unschwer erkennen. Ansonsten zeigt er sich makellos, alle übrigen Teile waren zudem noch originalverpackt. Stück für Stück arbeite ich mich in die Nutzung des Gerätes, das ganz schön praktisch ist, wenn man erst einmal damit umzugehen weiß. Bald schon werde ich ihn außerdem am Rennrad gekoppelt mit dem im Rahmen integrierbaren ANT+-kompatiblen Sensor verwenden können. Wie das funktioniert, darauf bin ich schon gespannt!

Diese Woche auch konnte ich endlich eine weitere Arbeit für die Uni abschließen, die viel zu lange gedauert hatte. Hoffentlich wird sie so akzeptiert, damit ich auch in diesem Bereich weiter komme. Eine Nebenfachprüfung steht ebenfalls ins Haus; ich freue mich, dass ich nicht nur endlich Prüfer und Beisitzer finden konnte, sondern auch noch die beste Prüferin, die ich mir für mich hätte wünschen können. Sie wird streng sein, aber fair. Das ist wichtig.

Ansonsten bin ich noch immer etwas angeschlagen, saß zwar schon wieder auf dem Rad diese Woche, doch jedes Mal ziemlich eingeschränkt, weshalb auch ich am morgigen Sonntag nur die Kurzstrecke werde in Angriff nehmen können. Es ist besser so.

Nachher gleich die kurze Vorbelastung, Sachen richten für das Rennen, und sonst ruhen, wenn ich das hinbekomme.

Nächste Woche wird es für unsere Familie noch einmal hart werden. Hoffen und beten, dass alles glimpflich ausgeht. Mehr können wir nicht tun. Und ganz egoistisch hoffe ich auch, dass uns nicht noch einmal eine so lange schwere Zeit bevorsteht. Ich weiß nicht, ob ich das noch einmal durchstehen könnte, ob wir alle das schaffen würden.

 

Ich-Zeit in der Eifel – Tag 1

Nach einem doch recht hektischen Umplanen ging’s am Freitag gemeinsam  mit meiner Mama in die Eifel, in den Landgasthof Michels im kleinen Örtchen Schalkenmehren. Unmittelbar im Nachbarort sollte am Samstag der MTB-Marathon starten, bei dem ich nicht dabei sein würde. Soviel hatte ich dann doch noch vor der Abfahrt entschieden, schweren Herzens umgepackt und Rad und Kegel zuhaus gelassen. Das fiel mir wirklich nicht leicht. Etwas vereinfacht wurde die Entscheidung jedoch durch eine sehr freundliche Mail vom Veranstalter, Markus Appelmann, der mir zusagte, dass wir beide unseren Startplatz im nächsten Jahr noch einmal geltend machen dürfen. Finde ich super!

Die Anfahrt gestaltete sich unkompliziert, das Wetter sehr wechselhaft, zu unserer großen Freude; waren wir bei Regen und ziemlicher Kälte losgefahren, wurde es unterwegs immer annehmbarer, bis wir tatsächlich bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen in Schalkenmehren in der Eifel aufschlugen. Dort haben wir uns über den doch unerwartet großen Hotelkomplex gewundert, den wir auf dem Weg zum Gästeparkplatz umrunden durften, eingecheckt, wieder verwundert das schöne Ambiente im Inneren betrachtet und das Gepäck auf’s Zimmer gebracht, bevor wir eine Runde durch den Ort machten: Erst einmal etwas essen; dazu ging’s in’s Café Maarblick, das genau diesen Ausblick auch tatsächlich bot und sonst auch sehr gemütlich war.

Nach dem leckeren Essen sind wir, ungeschickterweise vielleicht in Alltagskleidung und -schuhwerk sofort Richtung Maar gepilgert: Das sah so seltsam aus. Diese teils wassergefüllten tiefen Krater vulkanischen Ursprungs prägen die Region; während der letzten 4 Tage haben wir einige, sehr unterschiedliche Maare umrundet bzw. gesehen; irgendwie kann man sich ihrem eigentümlichen Reiz nicht entziehen. Das Schalkenmehrer Maar ist ziemlich see-ähnlich, jedoch sicherlich recht tief, wenn man die wunderbare Wasserfarbe betrachtet. Umgeben ist es, das scheint typisch, von einem augenbrauenförmigen Berg; der Ort wiederum – und das Café nah am Ufer – liegen auf der entgegengesetzten, flachen Seite.

Wir gingen also anfangs eben, verließen den Ort, kamen dann auf den Eifelsteig, der uns noch häufiger begegnen sollte: Recht steil wand sich ein spannender Pfad den Berg hinauf, wir folgten in einem ausgedehnten Spaziergang auf der Höhe dann der “Augenbraue” bogenförmig um das Maar herum. Dort begegneten uns immer wieder sorgfältige Streckenmarkierungen für den anstehenden Marathon, und Fahrer, die offenbar die Strecke erkunden wollten. Ansonsten waren wir begeistert von immer neuen Ausblicken, der Ruhe, schauten uns Pflanzen und Bäume an und unterhielten uns über alles Mögliche. Wir freuten uns sehr über die unerwartet milden Temperaturen, den strahlenden Sonnenschein.

Warum dieser Beitrag mit “Ichzeit” überschrieben ist? Das liegt daran, dass ich vor nun schon mehreren Jahren einmal an einem Schreibwettbewerb des Tourismusverbandes Rheinland-Pfalz teilgenommen hatte, die suchten einen “Wohlfühlscout“. Ich war leider nicht unter den Gewinnern, war also keine Ichzeit-Botschafterin geworden, was ich sehr schade fand, hatte aber dafür doch einen Aufenthalt für Zwei mit allem Drum und Dran im Landgasthof Michels gewonnen! Es war nicht ohne, dort zu buchen; viele Monate im Voraus war immer wieder schon alles ausgebucht. Aber die Beharrlichkeit hat sich letztlich doch gelohnt und somit konnten wir am vergangenen Freitag endlich anreisen.

 

Triathlon in Köln

Letzten Sonntag stand für mich ein Highlight der Saison an: der Köln Triathlon. Nicht alleine, sondern als Staffel mit 2 Mitstreitern. Mir fiel dabei der Radpart zu wogegen ich natürlich nichts einzuwenden hatte ;-)

Was mich genau erwarten würde, wusste ich nicht. Respekt hatte ich auch angesichts der zu fahrenden 90km, da ich in den letzten 4 Wochen davor nicht einmal so lange trainiert hatte. Aber gut dachte ich mir, treten kann ich…also kann ich das auch ein bisschen länger :-) Zum Glück spielte auch das Wetter mit und es gab kaum Wind. Gute Voraussetzungen für mich und mein Zeitfahrrad.

Allzu große Erwartungen hatten wir alle nicht: Schwimmerin erkältet, Radfahrerin und Läufer mit Trainingsrückstand. Erstaunlicherweise konnte unsere Schwimmerin dennoch ihre angepeilte Zeit erreichen und so ging es für mich auf die Strecke. Alleine war ich nicht, einsam dennoch manchmal; schließlich war Windschattenfahren verboten und man überwiegend allein gelassen mit sich, seinen Gedanken und Schmerzen. Anfangs spürte ich keine Schmerzen, zu euphorisch war ich und ging auch recht forsch an bis sich der Kopf einschaltete und zur Vorsicht mahnte. Also Tempo etwas raus und für die 2. Hälfte Kraft sparen. So richtig funktionierte das nicht, im Prinzip bin ich permanent Vollgas gefahren. Letztendlich ging das auch grade noch eben gut und ich konnte die Wechselzone ohne Einbruch erreichen und das Ganze 10min schneller als erwartet. So schaffte ich die 90km in 2:35h und einem Schnitt von fast 35 km/h. Wo ich das hergeholt habe, keine Ahnung…aber ich nehme es dankbar an.

Platt und äußerst zufrieden konnte ich also an unseren Läufer übergeben, der seine angepeilte Zeit auch nochmal toppte und uns somit eine Traumzeit von unter 5 Stunden ermöglichte. Insgesamt sollte das zu Platz 12 im Feld der 30 Staffeln reichen. Den Wettkampf ließen wir dann bei leckerem mexikanischen Essen ausklingen bevor wir alle wieder den Heimweg antraten. Auf ein neues im nächsten Jahr! :-)

#Annette

Ein(en) Hals

Die letzte Zeit war nicht immer einfach – das ist das Leben doch nie, wenn es spannend wird! -, doch ich habe eine positive Bilanz gezogen: Vieles gelernt, Gespräche geführt, Dinge hinterfragt, Entschlüsse gefasst.

Seit kurzem fahre ich außerdem mit ein paar sehr unkomplizierten, Trail- und Technikfreudigen Männern Mountainbike, und die Touren machen richtig Spaß! Jedes Mal bisher habe ich neue Strecken kennen gelernt, jedes Mal gab es ausreichend fahrtechnische Herausforderungen: Abschnitte, die ich nur schlecht fahren konnte oder abgestiegen bin bzw. die “Chickenline” genommen habe. Und doch herrscht kein unangenehmer Druck, so dass ich motiviert und gelegentlich auch couragiert zu Werk gehen kann und freudig fahren. Das ist sehr schön, kann ich euch sagen. Viele Kilometer sind es meist nicht, die auf dem Tacho stehen, wenn ich nach Hause komme; dafür aber nicht wenige Höhenmeter, ein hoher Trailanteil und jede Menge Zufriedenheit.

Lange schon habe ich mich darauf gefreut, endlich einen tollen Gutschein einzulösen und mit meinem geliebten Schatz ein verlängertes Wochenende mit allem Drum und Dran in der Eifel zu verbringen. Wir haben es eigens auf den Termin gelegt, zu dem faktisch um die Ecke der Vulkan-Bike Eifel-Marathon ausgetragen wird und auch gleich dafür gemeldet.

Problem: Das Hotel mussten wir buchen, bevor mein Freund die Zusage für die freien Tage bekommen konnte (wir hatten nämlich nun schon 2 Jahre in Folge eine Absage erhalten, weil auch Monate im Voraus schon alles ausgebucht gewesen war). Und so nahm die Sache ihren Lauf: Anfangs gab’s keine klare Ansage seitens der Arbeit, dann haben wir gehofft und gewartet und sehr kurzfristig, vor 2 Wochen, wurde ersichtlich, dass man es wohl kaum ermöglichen wird, dass er frei bekommen kann. Letzte Woche dann war endgültig klar: Es ist unmöglich. Man wird ihm keinen Urlaub geben! Ich war (und bin es noch immer ein wenig) sehr, sehr traurig und enttäuscht, er ebenfalls. Wir beide hatten uns schon so sehr darauf gefreut und nun dieser Mist!

Alternativ nehme ich jetzt meine liebe Mama mit, sie ist nicht der erstbeste, sondern der allerbeste Ersatz, wenn ihr versteht, was ich meine: Erholung kann sie auch brauchen, wir verbringen gern Zeit miteinander, sie ist unkompliziert und sonst passt ohnehin alles. Nach ein paar organisatorischen Hürden steht derweil der Plan und obwohl es zugegebenermaßen etwas gebraucht hat, freue ich mich nun wieder darauf.

Etwas besorgt war ich wiederum, weil ich die letzten Tage über so furchtbar müde war. Einmal musste ich mich sogar mittags hinlegen, weil ich einfach eingeschlafen bin. Ich habe viel geschlafen, wenig gemacht, versucht, mich zu schonen. Sonst ging es mir ja gut. Gestern Mittag dann kamen die Schluckbeschwerden. Ihr ahnt den Rest: Am Abend hatte ich Halsweh. Erst recht in der Nacht. Es war so furchtbar, dass auch noch so etwas passieren musste, wo ich mich gerade wieder von meiner Enttäuschung etwas erholt hatte; mein Freund hat mich lieb getröstet gestern abend: Also erst mal darüber schlafen. Das hat sich bei viel Schlimmerem schon bewährt im Leben.

Ich habe also gegurgelt und desinfiziert und geschlafen; heute früh geht es mir schon deutlich besser. Nur ein Hauch von Druck auf dem Hals, weil die Lymphknoten noch etwas dick sind. Aber ob ich morgen 85 km Marathon fahren kann, steht in den Sternen bzw. ich fürchte fast, es ist absolut unsinnig: Habe ich umsonst die ganzen blöden Radsachen gepackt? Ich weiß es nicht. Ich kann einfach nicht sagen, ob es überhaupt sinnhaft wäre, die Ausrüstung ins Auto zu packen.

Jetzt aber werde ich den Rest packen, meine “normalen” Klamotten nämlich, und was sonst noch so fehlt, werde gerüstet sein für alles und hinnehmen, was kommt. Das Beste daraus machen. Ich werde heute nachmittag entscheiden, ob ich um- oder mich ganz abmelde. Vielleicht kann ich doch ganz normal fahren. Ausschließen möchte ich das jetzt im Moment noch nicht. Im schlimmsten Fall hat nicht nur mein Freund, sondern habe ich ebenfalls das Startgeld aus dem Fenster geworfen. Dann aber geh’ ich halt spazieren in der Vulkaneifel und schaue mir die Maare an. – So ist das!