KW 44

Wie ich sicherlich schon gelegentlich erwähnt habe, ist eines meiner Lieblingsbücher zum Thema Training das folgende: Krafttraining im Radsport von A. Wagner, S Mühlenhoff und D. Sandig, allesamt Sportwissenschaftler, die an der Universität Frankfurt am Main ihr Handwerk gelernt haben.

Das Buch ist meines Erachtens fast schon ein Standardwerk zum Thema modernes Krafttraining. Es bietet zwar durchaus gehäuft radsportspezifisch aufgearbeitetes Wissen, doch die grundlegenden Theorien sowie die gezeigten Übungen (exzellente Instruktionen und Bilder) sind meines Erachtens universal anwendbar.

Seit einer ganzen Weile nun lerne ich immer mehr der vorgestellten Übungen und wende sie auch gern und mit Erfolg an. Die beigefügten Musterpläne bzw. die empfohlene Jahresstruktur und Mikro- sowie Makro-Periodisierung und -Zyklen habe ich bisher jedoch aus verschiedenen Gründen kaum verfolgt. In Zukunft werde ich das tun; genauergesagt bin ich bereits in der so genannten “Vorbereitungsphase”, wo der Körper sich an die jeweiligen Übungen gewöhnt, eine entsprechende Wochenroutine aufgebaut wird und u. U. auch neue Übungen erlernt.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das in der Praxis gestaltet und auch, was es mit mir macht.

Kaffeeklatsch am Morgen: Was war los; was steht an?

Nach der Saison ist vor der Saison. Ich mag solche Sprüche nicht, weil man den eigentlichen Sinngehalt oft gar nicht mehr erfasst: Sie gehen zu flüssig von der Zunge und verkommen schnell zu blassen Phrasen. Wie praktisch, dass ich gerade Satz um Satz damit zubringe, darüber zu lamentieren. Das macht es doch schon viel besser….

Zur Zeit läuft richtig viel bei mir, verschiedenster Kram: Mir fällt es schwer, die Besuche im Krankenhaus einzubauen (, die zudem je nach Situation immer auch spontan modifiziert und angepasst oder kurzfristig verschoben werden müssen), zu lernen, den Haushalt zu schmeißen (eher Nebensache), ins Studio zu gehen (idealerweise nicht am Abend, wo mir bezeichnenderweise andauernd irgendwer die Arbeitsgeräte streitig machen möchte) und bei Tageslicht und idealermaßen Sonnenschein aufs Rad zu steigen.

Gestern beispielsweise habe ich die Uhrumstellung optimal genutzt und war um halb 6 neuer Zeit längst auf den Beinen, habe früh zu lernen begonnen und doch erst kurz vor 13 Uhr auf dem Rad. Das Studio am Abend (Pilates) musste ich ebenso canceln wie den Besuch im Krankenhaus, letzteren aber nach einer telefonischen Rücksprache und nicht aus Zeitgründen. Dafür konnte ich eine echte Bolognesesauce fabrizieren, die ja ihre Zeit braucht, und sonst ein paar Dinge erledigen, die sonst liegen geblieben wären.

Heute aber steht die gleiche Frage im Raum: Was schaffe ich, was lass ich lieber sein? Ich schreibe mir gern Listen und derzeit schau’ ich einfach, was davon sich im Lauf des Tages abhaken lässt. Die Kernpunkte (Lernen) müssen sein, der Rest nach Belieben und Möglichkeiten.

Ich darf nicht jammern, schließlich habe ich keinen engmaschig strukturierten Arbeitstag, konnte gestern somit in feinster Mittagssonne trainieren und stattdessen die dunklen Stunden am Schreibtisch zubringen. Wer genießt schon solchen Luxus?

Die Herausforderung, was das Training betrifft, ist für mich derzeit, es richtig zu dosieren: Mein Körper muss sich an die kurzen, aber durchaus harten Langhanteleinheiten erst gewöhnen, erst recht, dass er außerdem noch auf dem Rad ordentlich funktionieren soll. Ich will oft und regelmäßig fahren, aber nicht zu hart. Auch will ich in diesem Winter gezielt auch immer wieder lange Einheiten einbauen, was vor dem Hintergrund meiner Sporthistorie sinnvoll ist (und zwar entgegen dem aktuellen Trend).

Schnell jedoch akkumuliert sich die Belastung zu sehr. Während Hände und Handgelenke erstaunlich gut den Übergang zu massiv mehr Haltearbeit meistern, brauchen die Ellbogen wohl etwas mehr Zeit und einen gemächlicheren Einstieg. Ich werde also die entsprechenden Übungen ein wenig zurückfahren. Was für Sehnen, Muskeln und Gelenke gilt, gilt auch für den gesamten Körper, der ausreichend Ruhe und Erholung braucht und nicht nur einen Reiz nach dem anderen. Ich kann nicht “ungestraft” immer nur hart trainieren.

Zuerst aber die Prüfung. Vielleicht habe ich danach sogar wieder mehr Zeit…

Japaner aufgegabelt

Das Wochenende habe ich in weiten Teilen auf dem MTB zugebracht. So zumindest hat es sich angefühlt. Während ich am Samstag fast nur auf Waldwegen sehr gemütlich dahin pedaliert habe, anfangs – nach einer Zufallsbegegnung – in netter Begleitung, später dann alleine, war ich am gestrigen Sonntag mit den üblichen Verdächtigen auf einer schönen, traillastigen Tour unterwegs: Nie zu schnell, aber durchaus fordernd, sowohl bergauf als auch bergab anspruchsvoll. Ich komme bergab gern gelegentlich an meine Grenzen, sehe aber auch Fortschritte und freu’ mich dran.

Tatsächlich erstmals bin ich eine sehr lange und komplett rutschige Treppe gefahren. Treppen haben mir keine Probleme gemacht bisher, aber es ist etwas anders, wenn sie teils eng, teils steil sind, mit Ecken und Windungen, Fußgängergegenverkehr (allesamt freundlich und wir rücksichtsvoll) und eben lang. Mit der Zeit habe ich mich eingefunden und es hat wirklich Spaß gemacht.

Dummerweise musste ich an einer Stelle meine Linie etwas korrigieren: Uns kam ein großer Trupp Japaner entgegen, die begeistert filmten und knipsten, was das Zeug hielt. Ich kam etwas ins Rutschen und um die freundlichen Gesellen mitsamt technischem Behang nicht umzufahren, habe ich mich rechts an eine Mauer entlang gleiten lassen. So habe ich nur genau einen Japaner erwischt. Er hat super reagiert und mich tatsächlich aufgefangen und festgehalten. Und mein Rad wurde mir auch sofort gereicht, dazu gab’s besorgtes Gemurmel und einen beherzten Übersetzer, der sich nach meinem Befinden erkundigte. Ich wiederum war wohlauf und vor allem um meinen “Retter” besorgt; ich hatte schließlich einiges an Schwung gehabt. Ihm schien es allerdings gut zu gehen und die Rolle als Held im Video schien ihn tatsächlich eher zu beglücken. Das war wirklich lustig.

Mein Rad ließ sich nicht so schnell wieder in Schwung bringen: Der Lenker war einmal um die Achse verdreht und man musste erst den Bremshebel lösen, um es drehen zu können. Die Asiaten versuchten dennoch, es auf der Stelle noch zu “reparieren”; ich konnte sie kaum davon abhalten. Es war schon sehr anrührend, muss ich sagen. Nach etwas Überzeugungsarbeit ließen sie sich aber doch davon abhalten; das Rad habe ich also (zu meinem Bedauern) also tragend die restlichen Stufen nach unten befördert und dort mit dem Werkzeug eines der wartenden Kollegen in Ordnung gebracht. Dann ging die schöne Tour weiter: Auf der anderen Seite Heidelbergs den Berg hinauf, Wege und Pfade durch den milden Blätterwald; geniale Trails wieder hinab. Gemeinsames Feierabendbier zum Abschluss. Toll war’s!
Nachmittags dann habe ich meine Familie wie derzeit so oft in der Klinik getroffen. Eine Welt ohne echtes Licht und Farben: Grün und weiß, Vorhänge und Neonröhren. Warntöne, Signallichter, Schläuche. Irgendwo hinter all dem fast schon verborgen die eigentlichen Protagonisten: Menschen. Patienten im Flügelhemd versus Personal im grünen Kittel. Warten, immer warten. Trostlose Warteräume, Gegensprechanlagen, Geduld. Lebenszeichen. Wo ein Händedruck, ein leises Wort, ein Augenaufschlag zu Tränen rühren. Wo Werte und Amplituden auf dem Monitor mir mehr sagen als das Gesicht meines Gegenüber. Wo die Zeit ihren Wert verliert. Manchmal sitze ich Stunden und merke es nicht. Ein andere Mal schaue ich auf die Uhr über der Türe, wo sie immer sind, und es sind erst Minuten vergangen.

Am Abend bin ich müde. Und es war ein guter Tag.

Herbstlaub

Da sitze ich nun und überlege. Überlegen kann tödlich sein. Ich habe mir gestern selbstgebackenen Hefezopf und Kaffee einverleibt, den täglichen Obst-und-Gemüseteller gerichtet und das Internet nach motivationsrelevantem Material durchforstet.

Das Rennrad steht in der Werkstatt, eigenhändig frisch poliert, aber noch nicht fit für’s nächste Jahr. Wenn ich allein fahre, lande ich meist auf der Straße, also mit dem Rad. Heute aber soll’s das Mountainbike sein, und warum auch immer, ich tue mich schwer damit.

Vielleicht, weil das Mountainbike für mich immer auch “Gemeinschaft” bedeutet. Wenn ich dann mal unterwegs bin, ist das keine Frage mehr. Da fahre ich einfach, genieße die Natur, die Trails, das Leben.

Jetzt aber kombiniere ich Kohlrabi- und Karottenschnitze mit frischem Kaffee; eine seltsame Zusammenkunft, ich weiß. Außerdem gibt’s übrigens heute Clementinen, Pflaumen und Birne. Der Teller ist meist gemüselastig, aber nicht jeden Tag. Anlass für diese noch recht neue Gewohnheit war ein einfacher Gedanke: “5 a day. Jeder spricht davon. Aber wer setzt das denn wirklich um? Und wie könnte das in der Praxis überhaupt aussehen?” Seither suche ich mir allmorgendlich mindestens 5 Gesellen aus der Obst- bzw. Gemüsefraktion aus. Manches schäle und schnipple ich schon, anderes bleibt so wie es ist bis zum Verzehr. Bin ich unterwegs, packe ich alles in eine Dose. Im Laufe des Tages wird davon gefuttert, mal dies, mal das, und abends ist alles weg und ich hab’ einmal  mehr genug Gesundes gegessen. Schmeckt gut, gammelt nicht im Kühlschrank vor sich hin. Übrigens unabhängig von sonstigen Mahlzeiten.

Derweil sinniere ich über den Radsport, die Unterrepräsentiertheit der Frauen. Wie mich das nervt. Warum das wohl so ist. Und ob ich das werde ändern können. Aus diesem Grund haben wir einmal unser Team gegründet. Es hat viel Mühe gekostet, aber auch schon großen Spaß gemacht. Ich habe tolle Leute getroffen und zwar bisher nur sehr wenige, aber treue und ganz spezielle und wertvolle Mitstreiterinnen gefunden. Enttäuschungen gehören dazu: Menschen, die nicht mittragen, sondern mitgeschleift werden wollen. Die nicht bereit sind, Aufgaben zu übernehmen. Das vielleicht nicht können; nicht unbedingt aufgrund ihrer Person, sondern vielmehr aus ihrer Situation heraus. Zeiten, die nicht leicht sind und uns an unsere Grenzen bringen. Widrigkeiten, die uns manchmal einfach über den Kopf wachsen.

Daraus möchte ich lernen, unabhängig von der Sicht anderer weiter zu gehen. Ich will meine Ziele nicht aufgeben, weil andere nicht mitmachen. Soviel Macht darf keiner haben. Daraus möchte ich aber ebenfalls lernen, wie wichtig andere sind, die Unterstützung, gegenseitige Ermutigung, Gemeinschaft. Und weiterhin darauf bauen. Unermüdlich suchen wir also weiter nach anderen Frauen, die Mountainbike fahren und sich genau das wünschen. Wir bauen weiter am Traum von einem großen, heterogenen Frauenteam mit starkem Zusammenhalt.

Mountainbike Marathon, Crosscountry, Enduro, Rennrad, Cyclocross.

Heute Mountainbike. Auf in’s Herbstlaub!

Red Bull 26 Zoll

Mitten im Zentrum des Weltkulturerbes Mittleres Rheintal fand am vergangenen Wochenende das Orientierungsrennen Red Bull 26 Zoll statt! Zu den 60 ausgewählten Teilnehmern durfte tatsächlich auch ich mich zählen! Erstmals buchte ich über airbnb eine Unterkunft im Nachbarort und tat damit einen wahrhaftigen Glücksgriff!

Mehr dazu findet ihr schon jetzt in in meinem ersten Artikel auf dem Sportupyourlife-Blog sowie bald auch schon im Folgeartikel einen Rückblick.
Jetzt ist die Saison theoretisch auch bei mir mit einem lauten Knall zuende gegangen. Das herbstliche Wetter lockt mich jedoch auf den Cyclocrosser und ich werd’  mal schauen, was ich damit in nächster Zeit so anstellen werde. Außerdem ist nun definitiv wieder Studio-Zeit: Neben Pilates & Konsorten soll auch das “richtige Krafttraining” endlich wieder einen festen Stand haben!

Saisonende

Die Saison 2014 ist für mich Geschichte obwohl ich es aktuell fast ein wenig schade finde, dass sie schon vorbei ist.

Zurückblickend lässt sich meine Saison in 2 Abschnitte aufteilen: die erste Hälfte (bis Juni) war ich auf der Straße mit dem Team Stuttgart unterwegs. Als ich Mitte Juni anfing zu arbeiten, gingen das Team und ich getrennte Wege, auch weil ich mein neues Leben erst einmal zu sortieren hatte.  Einige Zeit brauchte ich letztendlich auch um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Um neue Motivation und Spaß zu tanken, verlegte ich mich aufs MTB und war natürlich sehr gespannt was mich erwarten würde. Immer hilfreich zur Seite stand mir hier auch Arnhild, um mir den Einstieg möglichst leicht zu machen.

Vorteilhaft war für mich dabei, dass ich keinen Druck hatte und mir selbst auch keinen machte; es ging mir um den Spaß und die Neugier an etwas Neuem. Bis zum Ende der Saison hat sich daran auch nichts geändert und erklärt wohl zumindest ein wenig warum es insgesamt sehr gut lief.

So gehe ich mit 3 unerwarteten Siegen und weiteren guten Platzierungen aus der für mich halben MTB-Saison raus. Viel entscheidender aber für mich persönlich sind die Erfahrungen, die ich gesammelt habe sowie, dass ich den Spaß und die Freude am Radfahren, nach schwierigen Zeiten auf der Straße, wiedergefunden habe.

Beim MTB gefällt mir besonders, dass ich für mich kämpfe und doch nicht alleine bin genauso wie die Tatsache, dass es auch jedes Mal ein kleines Abenteuer ist. In letzter Zeit sind die Rennen auf der Straße zu berechenbar geworden für mich und ich bin sehr froh den Schritt aufs MTB gewagt zu haben.

Danke an dieser Stelle an alle, die mich zum MTB gebracht haben (v.a. natürlich Arnhild :-) ) und natürlich auch diejenigen, die mich auf dem MTB wie auch auf der Straße bisher immer treu unterstützt haben. Nicht zu vergessen unsere Sponsoren, von denen wir immer wieder tolle und hilfreiche Sachen bekommen!

Jetzt ist erstmal Erholung angesagt bis es in die Vorbereitung auf die nächste Saison geht.

#Annette

10 Dinge die ich am Herbst liebe…

….der Herbst kommt. Das steht ja schon länger fest. Aber auch wenn viele ihn nicht mögen und “ständig am nörgeln sind”. Ich liebe ihn genauso wie die anderen Jahreszeiten. Jede jahreszeit hat was für sich.

  1. Heute morgen fuhr ich zur Arbeit und zu meiner linken ging die Sonne auf, zu meiner rechten hingen tiefe graue Wolken am HImmel, über mir regnete es und vor mir erstrahlte ein wunderschöner Regenbogen. Ich musste einfach lächeln.
  2. Das Wintertraining beginnt. Ich habe mich im Studio angemeldet und verspüre erste Anzeichen vom “Wiedereinstieg” ins Training.
  3. Ich mag Radfahren bei herbstlicher Stimmung
  4. Ein Tee am Abend nach einem gestressten Arbeitstag
  5. Bei Erschöpfung und “Genervtheit” ein heißes Eykalyptusbad nehmen
  6. Kerzen mit Duft (ja die liebe ich, vorallem Vanille und Zimt)
  7. Ein kuscheliges warmes Bett
  8. Mit Freunden zusammensitzen und über Gott und die Welt philosophieren
  9. An Weihnachten denken
  10. Den Balkon mit hübscher Herbstdekoration gestalten

Jaaa dies und vieles mehr liebe ich am Herbst….und ihr?

Das Pferd aufzäumen

Die letzte Woche habe ich vor allem geruht: Versucht, lange zu schlafen. Versucht, gut zu essen. Versucht, wenig Stress zu haben.

Ich habe relativ wenig in die Tage gebaut und bin nicht ein Mal Rad gefahren, was jedoch eher am Wetter lag: Jedes Mal, wenn ich Zeit gehabt hätte, hat es geschüttet wie aus Eimern. Das war eher ungünstig. Zwar standen alle Zeichen auf Regeneration, aber das bedeutet nicht, dass man nicht trotzdem ein paar kurze Einheiten einbauen sollte. Nun lässt es sich aber nicht mehr ändern. Vielleicht wird es heute noch etwas besser.

Vorbereitet habe ich mich vor allem mit dem Kopf: Habe versucht, die Gegend kennen zu lernen (auf der Karte, also virtuell), in der ich mich am Samstag zurecht finden soll. Ansonsten lasse ich mich überraschen und schaue, wie es wird: Red Bull 26 Zoll kann kommen.

Dünsberg-Marathon 2014

Der Dünsberg-Marathon am Sonntag bildete mit seinen 54 km und 1500 hm den Abschluss der Roßbacher Challenge. Die war von vornherein nicht gut gelaufen: Jedes einzelne Rennen bisher war eine einzige Qual, bei der jeweils nichts heraus gekommen war. Dieses Mal hatte ich ein bisschen mehr erwartet.

Zwar hatte ich furchtbare Tage hinter mir, mit wenig Schlaf, großen Sorgen und Problemen, ausreichend zu essen. Ich war permanent auf Adrenalin gewesen und hatte schon im Training festgestellt, dass ich mich vom letztwöchigen Rennen nicht hatte erholen können, das wiederum schon teilweise geprägt war von Erschöpfung aus der Vorwoche. All das war anscheinend massiv gewichtiger als ich gedacht hatte.

Mehr erwartet hatte ich, weil ich mich in letzter Zeit an sich fitter gefühlt hatte und ein wenig stärker.

So aber war ich auf der Strecke mit 3 km weniger und ein paar Höhenmeter mehr als in der Vorwoche ganze 40 Minuten länger unterwegs, und das, obwohl ich mich tatsächlich von Anfang an durchweg gequält hatte und konzentriert wie fokussiert alles gegeben. Es gab aber nichts zu holen und das war sehr enttäuschend. Hinterher war ich so erschöpft wie lange nicht mehr.

In der Gesamtwertung bin ich letztlich dann 6. aller weiblichen Teilnehmer und 5. in der Altersklasse der Seniorinnen I.

Einzige riesige Freude war der Sieg von Annette, der aber leider nicht gereicht hat, um sie in der Gesamtwertung auf’s Treppchen zu befördern: Sie war zu spät in die Challenge-Wertung eingestiegen und hatte 3 Rennen verpasst (2 davon wären gewertet worden). Trotzdem war und bin ich mächtig stolz auf ihre tolle Leistung! Auch Jakub ist entspannt ein gutes Rennen gefahren, obwohl es ein reines Trainingsrennen war.

Wir waren dann aber zum Bayram-feiern bei einer Freundin geladen, was sehr schön war. Wir hatten uns in letzter Zeit kaum gesehen. So ist der Tag schön ausgeklungen.

Nun heißt es, mich möglichst gut zu erholen, da nächste Woche ja mit dem “Red Bull 26 Zoll” die bisher größte Herausforderung überhaupt noch folgen wird: Ca. 110 km bei bloßen 1200 hm werden geschätzt absolviert werden, während wir in eigener Regie die Strecke wählen, um in maximal 7 Stunden beidseits des Rheins 26 “Zollstationen” abzufahren. Ich bin gespannt!