MTB Trophy Weyregg am Attersee

Obwohl es keineswegs mein erstes Rennen war, war es dennoch das erste auf dem MTB. Und das fühlt sich schon besonders an! Vieles ist neu, die Spannung wies wird, ob alles gut läuft ist groß. Kleinere Bedenken hatte ich ja noch, zum einen, da mein Material mir eine Woche zuvor noch Sorgen bereitete, zum anderen, da mir ja doch noch ein paar Trainingskilometer ohne (Rad)trainingslager dieses Jahr und vor allem die technische Perfektion (wenn man irgendwann vielleicht mal davon reden kann ;) ) fehlten.

Dennoch wurde ich umso ruhiger und positiv angespannt je näher das Rennen kam. Ich wusste, dass wunderschönes Wetter angesagt war (und ja, ich bin ein Schönwetterfahrer, auch wenn nicht immer die Sonne scheint, wenn ich trainiere..aber ich richte es mir nach Möglichkeit so :D ) und die Vorfreude auf meinen Lieblingssee in Oberösterreich, den Attersee, und auf eine neue Erfahrung stiegen.

Unterstützung hatte ich wohl die beste, da mich zwei Freunde begleiteten und mich mein Freund etwa 20 sec. vor dem Start noch überraschte. Da ist die Motivation groß. Und es lief von Anfang an – abgesehen von einem kleinen Schnitzer, der mich zum Glück nicht aus der Ruhe brachte – sehr gut. Ich war selbst erstaunt, wie locker meine Beine waren und wie ich beinahe mühelos die Berge hoch- und runterbretterte.

Das Ergebnis kann sich auch sehen lassen, zumindest war es überraschend gut für mich und ich bin zufrieden: Ich kam als 3. Dame ins Ziel und war auch die Männern eingerechnet im oberen Drittel.

Zu einer Trophäe reichte es dennoch nicht, da in der Hobbyklasse die 3 gewertet wurden, die am nächsten der Durchschnittszeit des schnellsten und langsamsten Fahrers waren.

Dennoch, die Erinnerung an ein schönes Rennen und nette Leute bleibt und ich freue mich schon auf das nächste!

Und morgen gehts für mich ab nach Deutschland zu Arnhild und Berlinde, um etwas gemeinsam zu trainieren und unser zu Ostern leider verpatztes Teamtreffen /-trainingslager nachzuholen. Ich freu mich auf euch!

Übergangsphase

Kaum bin ich ansatzweise wieder in der Trainingsroutine angekommen, in der Übergangsphase von Trainingslager zum Alltag, steht auch – plötzlich und unerwartet – schon das erste Rennen an.

Und nein, ich bin nicht bereit!

Es geht alles viel zu schnell.

Aber hey, es ist ein Einstieg, und mehr sollte es auch gar nicht sein: Am kommenden Sonntag möchte ich einfach die 80 km durch fahren. Ich möchte das Gefühl genießen, auf dem Rad zu sitzen, bei aller Aufregung den Start überleben und ein schönes Rennen fahren. Weder werde ich daran rütteln, dass ich schlauerweise gleich die Mitteldistanz angehe noch daran, dass ich überhaupt fahre. Oder mein Rad noch nicht ganz fit ist. Und ich erst!

Nur die Ruhe; wird schon werden.

Und selbstverständlich sind die anderen alle viel stärker, routinierter, besser. Ja, natürlich sind sie das. … Ich aber fahre einfach. Punkt.

Ein weiteres Ding, das mindestens ebenso viel Raum einnimmt, ist mein Uniabschluss, der endlich, endlich (!) in greif- und erreichbare Nähe gerückt ist. Das ist einerseits natürlich toll, andererseits ist auf einen Schlag auf vielen Ebenen viel mehr zu tun als zuvor, als eines nach dem anderen an der Reihe war:

Mein Weg. Mein Ziel.

Abgabetermine, Treffen mit Dozenten, Gutachtern, Prüfern, Recherche, Schreiben, Übersichten, Literatur aller Art und ohne Ende. E-Mails, Absprachen, Rücksprachen, Aussprachen. – Das wird mich noch bis zum Jahresende begleiten, und dieser Gedanke wiederum bereitet mir gelegentlich dann doch etwas Panik. Aber es wird.

Die schönen Dinge momentan, das sind die kleinen Veränderungen im Haus, die ich gern vornehme, zwischendurch ein bisschen, und die mich aufmuntern: Ein paar Osterdekorationen waren es in letzter Zeit, neue Zimmerpflanzen, die

Eine Wohltat: Endlich Frühling!

sich bei uns offenbar auch wohl fühlen, die große Pflanzenablage auf dem Balkon, die mein Freund mir befestigt hat und auf der ich nun endlich sorglos auch schwere Töpfe abstellen kann. Die große Magnettafel für Notizen und Unterlagen, damit die zerstreute Frau Proß zumindest gelegentlich den Überblick bewahren kann.

Rückblick: Trainingslager am Gardasee

Während draußen ein kurzer Graupelschauer niedergeht, verbringe ich den Tag mit Lesen: Recherchieren, recherchieren, recherchieren. Zwischendurch eine Tasse Kaffee, immer mal wieder ein Schluck Wasser, Mittagessen, die eine oder andere E-Mail. Der Wind heult übellaunig um die Ecken des Hauses, die Nachbarkinder tun es ihm heiter nach und freuen sich. Aber er zerzaust Bäume und Blätter, stößt um und pustet weg, so sehr er es vermag, hetzt den Regen gegen Fensterscheiben, unverdrossen den ganzen Tag. – So sitzt es sich recht bequem im warmen Zimmer am PC.

 

Letzte Woche noch war ich am Gardasee, wo es gleichfalls nicht immer heiter Sonnenschein gab, aber dennoch sehr schön war: Wir haben 14 Tage dort zugebracht, die Region mit dem Rennrad erkundet, dabei viel Strecke gemacht, doch auch nicht wenige Höhenmeter zurückgelegt.

 

Leider habe ich nur wenig Bildmaterial, dafür um so mehr schöne, ganz persönliche Eindrücke „im Vorbeifahren“ aufgeschnappt: Hellgelbe Primeln (oder eine Sorte Himmelsschlüssel?), die auch an düstren Tagen überall am Wegrand prächtige Teppiche bilden, den Waldboden bedecken, selbst die kärgsten Mauerspalten zieren; Tupfen leuchtendvioletter Veilchen, frisch gestutzte Olivenbäume, dieser eine Olivenhain mit tief zerklüftetem Wurzelwerk, wie ein Relikt aus alten Tagen; der immer wieder neue Blick auf den See. Blühende Obstbäume, riesige Zitronenfalter, Blüten- (und gelegentlich auch Regenduft; das laute Rascheln der Palmwedel im Wind; Vogelzwitschern, der Rundgang durch’s Dorf mit Nachbar’s Katze, die mich täglich treu besucht hat. Ach, und ein Lieblingshaus habe ich auch: mit in den Fels gehauenem Garten. (Ich geb’ Bescheid, wenn’s soweit ist, und ihr mich dort besuchen könnt.)

 

Bilder gibt es zwar, doch die sind wenig schmeichelhaft: Eine rotgesichtige, verschwitzte Arnhild, die selten lächelt und doch, das kann ich Euch versichern, zufrieden ist, wieder irgendwo oben angekommen zu sein. An manchen Tagen konnte ich nach 100 Kilometern noch vorne mächtig Tempo machen und fühlte mich gut; an anderen kam ich von Beginn an nur mit Mühe voran und die Beine wollten einfach nicht locker werden. Nach anfänglichem Hadern nahm ich es einfach, wie es kam und genoss die tollen Strecken, ob ich nun gerade leiden musste oder nicht, ob’s windig war, sonnig oder doch mal trüb und kühl. Und obwohl wir meist nur zu 3. oder 4. unterwegs waren, hatten wir einen absolut zuverlässigen Windschattenspender, der meistens wusste, wo es langgeht und für gute Laune sorgte (, dabei noch ganz nebenbei ohne zu murren seine Begleiterin die Berge hinaufschob).

 

Es gab jedoch längst nicht nur Positives. Eine Sache war das Wetter, das immer mal wieder umschlug. Mein Freund hatte zudem ziemlich zu Beginn unserer Reise völlig unvermittelt einen Rahmenbruch seines Cannondale Supersix Evo Hi-mod (ich glaube, so heißt das Modell, muss ihn aber nochmal fragen) zu verkraften, das war ein Tiefschlag der herbsten Sorte: So ein edles Gefährt bricht einfach unvermittelt unterwegs! Der Horror eines jeden Radfahrers! – Wir waren an dem betrefffenden Tag gerade mal 70 km gefahren, hatten in einem kleinen Örtchen kurz angehalten, um uns zu orientieren. Dann fuhr er an, trat aus dem Stand bergan in die Pedale, da gab es einen furchtbaren Krach und seine Kettenstrebe war entzwei gebrochen! Das wünscht man wirklich Niemandem.

Es gab einen Bus vom Nachbardorf nach Riva, und dort konnte ich ihn mit dem Auto abholen. Die Tage drauf musste er ein wenig erquickliches Mietrad fahren, das schlecht passte, viel wog, schlecht schaltete, dessen Reifen porös und Bremsen unsagbar schwach waren. Er durfte erst einmal alles einstellen und den gröbsten Schmutz entfernen. Einziger Vorteil: Die Übersetzung. Zumindest an steilen Anstiegen konnte er im Sitzen flüssig treten, während mir ohnehin längst die Gänge ausgegangen waren und unser Frontmann in Zeitlupe trat (, der jedoch trotzdem keine Schwäche zeigte). Dafür jedoch konnte ich die Abfahrten nicht wie gewohnt in seinem Schlepptau genießen, weil auf die Bremsen kein Verlass war.

 

An den Tagen vor Mailand – San Remo bekamen wir rund um den See Gesellschaft von ein paar Profi-Teams; und selbst an einem wetterbedingt taktischen Ruhetag begegnete uns noch eine Fahrerin beim Roller-Training während eines Intervalls: Auch radsporttechnisch ist einiges los am Gardasee.

Ein paar Fotos findet ihr in meinem “Dies & Das 2015″-Album auf unserer Facebookseite.

Hier auch ein Bericht zum Thema auf Sportupyourlife.