Es wird…

Hallöchen,
ich melde mich mal wieder zu Wort. BIn ja nun zuhause und ruhe mich aus…..heute war mein erster schmerzfreier Tag (bisher). Ich bin begeistert aber muss dennoch aufpassen. Denn es hilft mir nicht wenn ich übertreibe und dann wieder im Krankenhaus lande. Also langsam etw gemacht. Gestern gebastelt und bald fängt ja das Häkeln an. Ansonsten werde ich so lieb versorgt von meinem Bruder, der gerade zu Besuch ist da er hier einem Ferienjob nachgeht und natürlich meinem Liebsten, der sich alle Mühe gibt, dass es mir gut geht – und dafür nochmal ganz speziell ein riesen großer Dank an ihn! – Ich merke aber, dass die Zeit mir auch gut tut. VOrallem was meine berufliche Situation betrifft. Nachdenken und sich selbst finden! Das ist mein großes Ziel für die nächsten Wochen. Alles andere kommt von selbst!

Haibacher Radklassiker

Letzten Sonntag verschlug es mich zu einem MTB Rennen und zwar in Oberösterreich, in Haibach. Ein netter kleiner touristischer Ort und ein ebenso nettes kleines Rennen. Im Gegensatz zum Triathlon kenne ich ja noch nicht so viele in der MTB Szene, aber man fühlt sich irgendwie gleich ganz wohl.

Ich war diesmal auf eigene Faust, ohne Betreuung unterwegs, was ich eigentlich nicht so mag. Man fühlt sich etwas allein und niemand wartet im Ziel. Aber diese Gedanken waren schnell vergangen. Ich traf Bekannte, mit denen ich die erste Runde (es waren gesamt 5) abfahren wollte. Doch nix mit einfahren: Nach einer Abfahrt hatte ich plötzlich einen Platten, eine halbe Stunde vor Start und ich musste noch zurück zum Ort. Ich wurde meganervös, schaffte es aber halb laufend (was garnicht so einfach war mit den MTB Schuhen) zurück und bat um Hilfe, weil ich mich nicht im Stande sah, das so schnell in meiner Nervosität selbst zu machen. Zum Glück war ein junger Mann so nett mir zu helfen. Ich beruhigte mich wieder. 10 Minuten vor dem Start war ich also bereit und schon wieder fast bei der Sache.

Ich kam beim Start etwas mühsam weg, dadurch dass ich nicht richtig eingefahren bin wegen dem Platten. Bald aber fand ich meinen Rhythmus und konnte einige Plätze gut machen. Am besten ging es mir in der 4. Runde, da war ich richtig in Fahrt und hatte großen Spaß. Am meisten hat mich gefreut, dass so viele Leute an den verschiedenen Plätzen entlang der Strecke standen und fleißig anfeuerten.

Am Schluss kam für mich bei einem kleinen Feld von 5 Damen der 3. Platz gesamt und der 2. in meiner AK raus. Auch wenn nur so wenige Damen am Start waren, war ich damit zufrieden und konnte auch meine ersten (richtigen) Stockerlplätze im MTB verzeichnen. Und als Draufgabe gewann ich dann auch noch bei der Tombola ein Trikot!

Den Rest des Tages konnte ich relaxen und verbrachte den Nachmittag und Abend mit meinen Eltern am Wolfgangsee und in Bad Ischl.

Ich weiß zwar dass es noch fehlt, sowohl technisch als auch kraftmäßig beim Rennen, aber ich habe Spaß daran und große Motivation. So darfs weiter gehen!

Wunden müssen heilen

Auch ich melde mich mal wieder zu Wort. Wie meine Schwester bereits rührend beschrieben hat wisst ihr ja auch schon alle von meiner aktuellen Situation. Heute wurde ich nach 10Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Für viele klingt das toll, befreiend und erfreulich, aber für mich ist es eher ein Schritt weiter in das “Gefangensein” des “schonens” (ich kann das Wort nicht mehr hören/lesen)…immer wieder höre ich: “du musst dich schonen” oder: “pass auf dich auf!”. Ich weiß dass sich viele Sorgen machen aber ich glaube viele können sich das nicht vorstellen wie man sich in so einer Situation fühlt. Wenn man einen Knochenbruch hat dann verheilt er langsam aber stetig und man kann langsam wieder damit beginnen, die Belastung zu erhöhen. Man kann in dem Sinn nicht viel falsch machen….klar, überlasten is nie gut und kann auch langfristig dazu führen, dass man evtl seinem Körper Schaden zufügt aber bei meinem Fall ist das noch ein wenig anders….ich habe Angst! Richtige Angst! Denn wenn ICH Bockmist baue, wenn ICH meinem KÖrper nicht die Ruhe gebe die er benötigt dann kann es passieren dass ich doch noch meine Milz und somit meine vollständige GEsundheit verliere….oder es trifft der schlimmere Fall ein über den ich garnicht erst nachdenken möchte. Ich möchte hier jetzt kein Mitleid. Ich möchte nur zu verstehen geben wie ich mich im MOment fühle. Und nun heißt es, das beste draus zu machen. Neue “Hobbies” suchen um die Zeit daheim sinnvoll zu nutzen.

“Du solltest Häkeln lernen, Schwesterlein”

Meine Schwester ist oft in diesen Situationen meine treibende Kraft. Bestimmt und eindeutig sagt sie was ich nicht tun darf (schonen schonen schonen…) aber sie hilft mir auch mich auf Ideen zu bringen. Jaa das häkeln…das ist schon eine feine Sache – wenn mans kann. Drum nutze ich die Chance und versuche mich darin; wer weiß? Vielleicht bekommt ihr ja bald alle Topflappen geschenkt *lach*.

Den Sport muss ich leider in den Hintergrund schieben und zähle schon die Tage (zuviele wenn ihr mich fragt) bis ich wieder LANGSAM damit anfangen darf. Meine Saison ist also hiermit offiziell erstmal beendet :( *seufz*

Peinlich, peinlich…

Gestern habe ich ein etwas unangenehmes Intermezzo fabriziert, unerwartet (logisch, denn andernfalls hätte ich es zu vermeiden gewusst):

Mein Liebster wollte unbedingt mit einer bestimmten Gruppe (Triathleten…) fahren, gegen Abend. Also war ich pünktlich dort und wurde zunehmend unruhig, als eine “Gestalt” nach der anderen angerollt kam: Ein solch seltsames Sammelsurium an Rädern und vor allem deren Besitzern hatte ich bis dato noch nicht auf einem Haufen gesehen und machte mich dementsprechend auf einiges gefasst. Dummerweise kam es dennoch schlimmer als erwartet:

Die hatten schon beim Anfahren Schwierigkeiten, und so waren wir noch fester entschlossen, gehörig Abstand zu wahren und ganz hinten zu fahren. Um den Einstieg kurz zu halten: Es dauerte fast schon eine Stunde, bis wir endlich und wirklich unterwegs waren. Erst hatte eine direkt nach dem Start einen Platten, den wiederum viel zu viele Leute in extrem viel zu langer Zeit behoben. Derweil musste ich auf die Toilette (und wenn ich gewusst hätte, dass man für einen Schlauchwechsel 20 Minuten brauchen kann, wäre ich derweil davon gefahren und hätte das erledigt gehabt), stand also in der prallen Sonne, ohne zu trinken. Dann gab es auf dem Weg durch den Ort einige üble Aktionen, oder nennen wir es lieber “Interaktionen” mit dem übrigen Straßenverkehr. Gott sei dank waren in diesem Fall die anderen Verkehrsteilnehmer wachsam. Dann wiederum wurde ein weiterer Haufen Radfahrer eingesammelt, zwischendurch gewartet. Irgendwann kassierten wir noch Ärger von einem idiotischen Autofahrer, den er besser auf den Haufen gemünzt hätte, der dank wahnwitziger Manöver eben davon pedaliert war, während wir beide die vernunftbehaftete Minderheit darstellten, die noch vor Ort stand  und wartete, bis der Verkehr ein Weiterkommen ermöglichte.

Da die Guten eher schlecht den Berg hoch kamen, hatten wir sie immerhin bald wieder eingeholt. Mein Schatz hatte nun wirklich keine Geduld mehr und wollte nur noch weg. Also gaben wir Gas, ich an seinem Hinterrad, und alles lief wie geschmiert, bis mir weiter oben schrittweise die Luft weg blieb und recht bald auch schlecht wurde. Ich begann, wie verrückt zu schwitzen und wusste nicht so ganz wie mir geschah, hatte Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und wusste gleichzeitig, dass ich  nicht stehenbleiben durfte.

Nach einigen Minuten wurde das Ganze aber etwas kritisch, weil ich mir nicht mehr sicher war, ob ich nicht gleich umkippen würde, obwohl wir schon sehr langsam unterwegs waren. Und ja, es war wirklich peinlich, aber ich musste kurz vom Rad und wir wurden bald darauf vom furchtbaren Haufen überholt. Das zum Thema Demut lernen… Dann fuhren wir konstant weiter, holten trotz des Gammeltempos noch ein paar wieder ein, zogen dann an den übrigen vorbei, denn die ganze Truppe musste oben eine Pause einlegen, und nahmen den nächsten Anstieg, wo ich an einem Flachstück etwas essen und trinken konnte. Mir ging es längst schon besser und ich konnte wieder flott fahren, war aber ziemlich platt zuhause.

Dort erst realisierte ich, was genau das Problem gewesen war: Neben nicht richtig warm fahren (stattdessen ewig herum gurken), lange warten, nichts getrunken haben, mich außerdem andauernd aufzuregen und gestresst zu sein wegen einiger Manöver, hatte ich vor allem seit Tagen nicht mehr ausreichend gegessen.

Weil es so heiß gewesen war, ich die Tage tippend am Schreibtisch zugebracht hatte bzw. beispielsweise den Sonntag komplett auf dem Rad, hatte ich keinen Hunger gehabt, immer nur kurz gefrühstückt, zwischendurch irgendetwas Kleines, abends meist gar nichts mehr, und nur am Sonntag abend beim Grillen ein paar Bissen mehr gegessen als alle übrigen Tage. Nach der langen Tour am Sonntag war ich noch verwundert, wie wenig ich gegessen hatte und dass ich auch danach kaum Appetit hattte. Ich kann mich  nicht erinnern, wann ich da rein gerutscht bin und wie weit die letzte ordentliche Mahlzeit zurücklag. Ich glaube, es waren die Pancakes zum Frühstück letzte Woche.

Das war dann wohl mein erster derber Hungerast. Ich bin beinahe kollabiert, weil ich zu wenig gegessen hatte! Und ausgerechnet vor diesen Luschen, die mich geärgert hatten ohne Ende mit ihrer selbstbewussten Unfähigkeit, Verkehrsgefährdung und -behinderung. Das ist wirklich peinlich und soll so bald nicht wieder vorkommen.

Zwischen Kraichgau und Krankenhaus

Krankenhaus. Meine Schwester liegt in der Klinik. Milzruptur. Das ist kein Spaß. Ein eigentlich harmloser Sturz mit dem Mountainbike wurde dadurch zu einem folgenschweren, dass das Rad auf ihr gelandet ist. Das war irgendwann letzte Woche. Ich erfuhr erst am kommenden Morgen, dass sie in der Klinik gelandet war.

Doch etwas überrascht nahm ich meine eigene Reaktion darauf wahr: Es gibt einen neuen Modus, auf den ich zurück greifen kann, wenn eine derartige Situation eintrifft. Das ist gut, es ist aber auch erschreckend: Zuviele Monate der Angst haben diesen Modus geschaffen. Ich kann aber immerhin rasch und zweckmäßig agieren. Also alle informiert, Sturm gebetet, mich im Netz informiert; Instruktionen ins Krankenhaus geschickt (meine arme Schwester musste halb zugedröhnt mit Betäubungsmitteln brav tun, wozu ich sie anwies), mit der Krankenkasse gesprochen (der Zweitmeinungs-Service ist eine wertvolle Hilfe!), über meinen Freund einen Bekannten kontaktiert, der selbst Chirurg ist. Neue Informationen in die Klinik geschickt. Ich war erst beruhigt, als klar war, dass sie vorherst nicht operiert wird. Noch einmal lasse ich nicht zu, dass die Kombination aus Hilflosigkeit beim Patienten, Unwissenheit und zu großem Vertrauen bei den Angehörigen und wie auch immer zu begründenden Fehlentscheidungen bei den Ärzten zu einer langwierigen Katastrophe führen. Ich habe gelernt, dass man eigenverantwortlich ist, und schlicht und ergreifend schnell handeln und reagieren muss, auch im Notfall. Es gibt keine Entschuldigung.

Wie man diesem Text entnehmen kann, bin ich durchaus stolz darauf, dass das so gelaufen ist. Auch wenn ich letztlich nichts ändern konnte. Auch wenn dieser neue Modus, wie ich ihn beschrieben hat, auch seine negative Seite hat. – Wir hatten bisher Glück, der Verlauf ist ein positiver, zumindest vorläufig: Erst einmal keine Operation, wie sie anfangs sofort erfolgen sollte. Abwarten. So macht man das heute nämlich. Früher hätte man die Milz einfach kurzerhand entfernt. Aus heutiger Sicht wäre das unklug.

Sie leidet: Fieber, vor allem nachts, die Laken müssen gewechselt werden, so heftig der Schüttelfrost. Sie kann nicht essen; die Schmerzen! Meine tapfere Schwester liegt intensiv, muss das Gepiepse ertragen (in diesem Fall wohl dem, der nicht bei Bewusstsein ist), die Hektik, den spannenden Ausblick auf einen weißen Vorhang rund um ihr Bett. Die Hitze der letzten Tage.

Seit neuestem weiß ich die Vorzüge von WhatsApp enorm zu schätzen, kann morgens um 5 schon Nachrichten schicken und abends noch einmal. Kann immer wenn wir beide verfügbar sind, nachfragen, was gerade los ist.

Kraichgau. Gestern hatte ich aber auch einen sehr schönen Tag: Die RTF in Sulzfeld; ich wollte endlich den Kraichgau, und zwar das wirkliche Hinterland, per Rad erkunden! Eine bisher Unbekannte und ihr Begleiter nahmen mich mit, wir fuhren mit dem Auto. Geplant waren die 113 km.

Der Gedanke, mit dem Rad hin und zurück zu fahren, dann die Langstrecke in Angriff zu nehmen, war verlockend, aber 250 km sollte ich doch nicht fahren momentan, das war mir schon klar… Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken und radelte stattdessen frühmorgens zum Treffpunkt in Handschuhsheim, wo mein Rad verladen wurde.

Es sah von Beginn an nach Regen aus, der kam jedoch dann ziemlich unerwartet als es eigentlich gerade wieder aufgeklart hatte, in ungeahnter Heftigkeit. Wir Glücklichen aber hatten gerade die Verpflegung erreicht und konnten sicher und trocken unterstehen, bis der Himmel seine Schleusen wieder geschlossen hatte. Eine Weile auf nassen Straßen unterwegs, war die Angelegenheit bald vergessen. Der Kraichgau war immer auf’s Neue herrlich anzusehen:

Sanfte (später dann weniger sanfte, als die Landschaft etwas ruppiger wurde) Hügel, vielfältiger Feldblumenwuchs entlang der Straßen; kaum Verkehr, reifes Korn auf den Feldern, Erntemaschinen in Aktion, der harsche Wind, über den wir später noch schimpfen sollten, letztlich ein Segen: Keine brütende Hitze über dem Land, vielmehr immer wieder Wolken, dann wieder etwas Sonne, kühle Luft. Angenehm.

Meine Begleitung war gemütlich unterwegs, wir hatten zudem eine Einsteigerin mit dabei. Ich war beeindruckt von ihrem Durchhaltevermögen: Sie war zugegebenermaßen sehr langsam – fuhr keinen Windschatten, bremste bergab, und es ärgert mich etwas, dass man ihr all die Grundlagen nicht beigebracht hat -,  aber unermüdlich, und wirkte dabei immer zufrieden und zuversichtlich.

Ich bin noch immer etwas träge, von den Beinen her; die Intervalle vom Vortag habe ich ebenfalls gespürt. Deutlich mehr als sonst. Aber es tut weh, immer anhalten, warten, rausnehmen zu müssen. Windschatten spenden war wenig hilfreich. Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht; bin im Wind gefahren, habe kleine Fahrtenspiele aller Art eingebaut, dann wieder die Landschaft genossen und gegammelt. Abfahrten einfach runter gerollt oder auch mal einen Berg hoch getrödelt. Dann wieder beschleunigt; immer in Abhängigkeit vom Abstand. Mal mit hoher TF, mal “Schaltverbot”, immer wieder Neustartgefühl: Fertige Beine durch Anhalten, plötzlich rausnehmen. Der 2. Teil war geprägt von heftigem Gegenwind, starken Böen. In der Ferne ging starker Regen runter, aber wir hatten auch hier wieder Glück: Schwül, aber trocken. Obwohl die Schwalben tief flogen.

Die letzten Kilometer wartete ich nicht mehr, gab einfach Gas, was meine müden Beine hergaben. Das war nicht mehr viel, ich kam kaum vom Fleck. Wenn ich bergab nicht voll in die Pedale trat, kam ich praktisch zum Stillstand. Was für ein Wind! Aber ich hatte ihm den Kampf angesagt. “Es kommt nicht darauf an, wie schnell du sonst bist. Wie schnell die anderen sind. Wie langsam du wiederum im Vergleich zu anderen bist.”, sagte ich mir. Ich und der Wind. Mein Mini-Zeitfahren durch die letzte Ortschaft. Doch noch ein paar Anstiege. Im Ziel. Bäh, wie klebrig! Zufrieden.

Am Abend mit einer Bekannten noch Bayram gefeiert: Das Fastenbrechen. Das Zuckerfest für die Kinder. Gegrilltes Fleisch, Salate, Im-Schatten-sitzen, eine munter tobende Kinderschar, nette Bekannte, entspannte Gespräche. Der perfekte Abschluss eines langen Tages.

 

Akkus aufladen

Es ist ein gutes Gefühl, wenn man am Abend gemütlich vor PC und/oder Fernseher oder mit einem Buch auf der Couch liegt und zufrieden mit dem Tag, der Arbeit und dem Training ist. Am Gericht wird es ruhiger und dementsprechend bleibt etwas Zeit für meine Masterarbeit. …Und dafür nach dem Schwimmtraining am Sprungturm und auf der Wasserrutsche Kind zu spielen. :D

Ich war in den letzten Wochen viel unterwegs: Abgesehen von kleineren bis (für mich) größeren Wettkämpfen und Wochenenden zu Hause in Oberösterreich, war ich auf einem Kurztrip in Berlin zu Besuch bei einer Freundin. Eine wunderbare Gelegenheit den Stress und den Alltag mal hinter sich zu lassen und einfach Spaß zu haben!!

Die Wettkämpfe waren bunt durchgemischt: Open Water Schwimmen, Einsätze als Schwimmerin in Triathlon Staffeln und ein Start beim Linztriathlon mit dem Wissen zwar zu schwimmen und Rad zu fahren, aber die Laufschuhe erst gar nicht in die Wechselzone zu stellen. Allesamt sehr erfolgreich, abgesehen von einem im Vorhinein fixen DNF in Linz, was aber für mich keineswegs eine Niederlage war, sondern ein sinnvolles Training und eine hervorragende Möglichkeit bei einem der (meiner Meinung nach) sympathischsten Triathlons in Österreich wieder Triathlonluft zu schnuppern.

Mein Körper braucht momentan etwas mehr Entspannung und ist in einer Art Sommersonneferienmodus. Ich versuche viel zu schlafen und mir meine Auszeiten zu nehmen. Ich bin normalerweise eine Frühaufsteherin, aber ebendas fällt mir gerade sehr schwer. Eigenmotivation ist eigentlich eine meiner Stärken, aber manchmal muss man eben einen Gang zurückschalten, sich sammeln, geduldig warten und schließlich zufrieden sein, wenn man merkt, dass die Energie wieder zurückkommt!

Und wieder zuhause

Die Balkontüre steht offen, ein Spatz sitzt auf einer der Bambusstangen in einem Blumenkübel und flattert dann rasch davon; die Wunderblumen blühen. Sie zeigen ihre Blüte nur vormittags und abends.  Die Vögel gewöhnen sich langsam an die improvisierte Vogeltränke, die ich am Eck des Handlaufs angebracht habe. Abgesehen davon, dass ich in diesem Jahr mehr Platz habe, bspw. um Wäsche aufzuhängen, ist das eine meiner Lieblingsneuerungen, auch wenn es hier keine Goldammern zu sehen gibt. Eine weitere ist der “Bienenschmaus”, eine Tüte mit Saatgut, die ich in einen Topf ausgebracht habe, und die wirklich verspricht, was sie hält, nein, umgekehrt natürlich! Es ist schön, dass mir plötzlich sowohl hübsche Falter als auch Bienen, Schwebfliegen und sogar Hummeln gelegentlich einen Besuch abstatten, und das nur wegen einem einzigen Wildblumen-bepflanzten Topf!

Mein Bein heilt nun richtig gut. Vorgestern war ich absolut mutlos, weil ich – erschöpft und müde – den ganzen Tag tröge auf der Couch zubringen musste, nur unterbrochen von mühevollen Gängen zum Gefrierfach, umh mich mit neuen Kühlakkus zu versorgen. Ich schlief viel. Gestern dann bin ich morgens ins Studio gegangen. Es war erstaunlich, dass mich auf dem Hinweg keine Schmerzen begleiteten: Ich hatte das Rad gewählt. Ich beschloss, mich auf dem Laufband aufzuwärmen, allerdings deutlich langsamer und sanfter als sonst. Das ging ebenfalls gut: Keine Schmerzen, das Bein war außerdem gut kontrollierbar. Die inzwischen fest integrierten Übungen zur Beinachsenstabilität klappten ebenfalls gut, wobei das Dehnen und Rollen dringend nötig war nach der Zeit in Tschechien. Dann habe ich vor allem den Oberkörper trainiert, endlich wieder ein paar Klimmzüge (allerdings mit stärkerem Widerstandsband als sonst zur Unterstützung), ein bisschen Kraftdrücken, Bauchübungen. Dann ausgiebig gerollt; das tat sehr gut. Auch auf der Heimfahrt lieb das Bein ruhig und kooperierte brav.

Am Mittag fuhren wir zu meinen Eltern, denn es gab etwas zu feiern. Für mich, auch wenn Familienfeiern nun wirklich nicht so mein Ding sind, war es ein sehr besonderer und erfreulicher Tag: Es ging um meinen Vater, und dem geht es gut. Es gab den üblichen lauten Trubel, den meine Familie immer fabriziert, wenn mehr oder weniger alle beisammen sind. Weil wir zu früh da waren, wurde mein Bein einem weiteren Spaziergangstest unterzogen, und das erfolgreich: Als ich am Abend heim kam, musste ich zwar überraschend früh die Segel streichen, hatte aber weiterhin keine Schmerzen und das Bein war auch nicht mehr dick geworden.

Gerade lege ich es wieder ein bisschen hoch, sicherheitshalber, und behandle es noch einmal mit Comfrei, einem alkoholischen Auszug aus Beinwellwurzeln, mit dem meine Mutter uns zeitlebens erfolgreich behandelt hat. Das Zeug wirkt wahre Wunder an offenen wie stumpfen Verletzungen!

Diese Woche steht einmal neu im Zeichen der Schreibtischarbeit, unterbrochen hoffentlich von erholsamen Radeinheiten. Es gibt viel zu tun und ich bin etwas unruhig und besorgt, ob und wie ich den nächsten Schritten gewachsen sein werde.

 

Die Nachwehen – Specialized MTB Trilogy 2015

Ich liege herum und langweile mich: Meine Schürfwunde am Schienbein ist derzeit das kleinste Problem. Die tat vor allem beim Auswaschen weh. Langwieriger ist die Entzündung darunter, wohl die Knochenhaut, mit dem Ergebnis, dass ich nicht richtig auftreten kann. Ich komme also kaum ins Bad und zurück. Das nervt, denn wir sind heute noch hier im schönen Broumovsko. Nach dem unglaublich lautstarken und schweren Gewitter, das bald die halbe Nacht dauerte, ist die Luft draußen angenehm abgekühlt und ich würde so gern endlich die Gegend erkunden; aber das ist nicht drin. Stattdessen also lümmle ich auf dem Sofa, lese die neuesten Giro-Rosa-Berichte auf Ella, schaue eine Dokumentation über heimische Gift- und Speisepilze im Tschechischen Fernsehen und lese zur Abwechslung in meinem Buch.

Jakub ist gerade kurz unten bei den Vermietern; auch er hatte die Tage Schmerzen, aber gerade wird es wieder, nachdem er täglich auf der Blackroll und mit ein paar Pilates-, Dehn- und Rückenübungen herumlaboriert hat.

Es ist so friedlich hier und schön; sehr schade, dass wir morgen wieder nach Hause müssen. Ohne die Region näher unter die Lupe gennommen zu haben.

Auch der Marathon am Wochenende wird ausfallen müssen; ich schätze mal, ich darf erst nächste Woche wieder richtig auf’s Rad.

Und vor allem erwartet mich zuhause der große Endspurt. Bis zum Jahresende wird die Post abgehen.

MTB Trilogy 2015

Die Specialized-MTB-Trilogy 2015 ist Geschichte. Wieder einmal dachte ich zwischendurch, “Ich will nicht mehr!”, das gehört wohl dazu. Ebenso, dass ich zwar schon befürchtet hatte, dass es nicht gut laufen würde, dennoch aber gehofft, dem sei so. War’s aber nicht…

Somit habe ich schon beim Prolog – wiewohl ich auf den 10,7 km und 427 hm immerhin 6 Minuten schneller war als im letzten Jahr, naja – auch dieses Jahr wieder gleich gemerkt, dass ich keine Kraft habe. Ansonsten war es aber cool, weil ich fast alles fahren konnte, auch die krassen Geschichten, die mir letztes Jahr noch eine Heidenangst eingejagt hatten. Kleiner Dämpfer war ein Sturz in der ersten Abfahrt, weil völlig unerwartet die Bremse versagte: Im Vorfeld hatte noch alles funktioniert. So musste ich die kommenden Abfahrten etwas zögerlicher nehmen, außerdem dauerte es ein bisschen, bis ich dem Material wieder Vertrauen schenken konnte: Die Bremsleistung war zwar teilweise da, reichte aber bei hohem Tempo nicht aus (dann ging einfach nichts mehr).

Die erste Etappe war dann zwar weniger schlimm als gedacht: Ich konnte mehr fahren, musste weniger zu fuß hoch oder runter steigen, aber ich war extrem langsam unterwegs.

Der zweite Tag war dann der Tiefpunkt: Die Etappe ist flowig, man kann alles fahren, bergauf wie bergab mühelos. Aber ich habe mich von Beginn an furchtbar gefühlt, mir ging es richtig dreckig, und das war frustrierend. Auch die Abfahrten musste ich manchmal langsam machen, einfach weil die Beine das ruppige Terrain nicht mitgemacht haben. Und da ist dann noch das mit dem Bremsen: Meine Hände sind sehr klein, weshalb man die Bremse – bei optimaler Bremskraft – nicht ideal auf mich einstellen kann. Irgendwann habe ich dann keine Kraft im Bremsfinger mehr, und das kann u. U. tatsächlich gefährlich werden. Frustriert und wütend kam ich ins Ziel.

Gestern dann stand mit dem letzten Tag die längste Etappe an, mit schweren Abschnitten und heftigen Anstiegen. Ich beschloss, auch im Hinblick auf die große Hitze, die gestern noch einmal zugenommen hatte, von Beginn an noch einmal langsamer zu fahren: Die Wertung war in meinem Fall ohnehin egal, mir ging es nicht gut, also wollte ich zumindest Strecke, Wetter und das Fahren genießen, soweit es möglich war. Die Sache ging gut auf: Zwar war ich wirklich im Schneckentempo unterwegs, doch kam ich gut durch und musste erst gegen Schluss ein wenig leiden.

Insgesamt gab es in diesem Jahr recht viele Aussteiger. Ich bin 4. von 4 Frauen, das ist nicht toll. Ich bin aber auch 95. von 190 Teilnehmern, von denen wiederum 37 ausgestiegen sind. Somit bin ich sozusagen “so halb zufrieden”.

Fazit der MTB Trilogy ist trotz aller heftigen Belastungen dennoch wieder massiv positiv: Weil  die Organisation toll ist, die Stimmung sehr speziell, familiäre Atmosphäre, engagierte Mitarbeiter, spannende und nette Teilnehmer. Weil die Strecken nirgends, wo ich bisher war, vergleichbar wären. Weil  ich noch nie auf derartigem Gelände unterwegs war, unendlich viel gelernt habe während der bisher ja nur 2 Teilnahmen. Weil  ich zwar jedes Mal an meine Grenzen komme, aber jedes Mal auch ein wenig darüber hinaus gelange. Weil die Region hier wunderschön ist: Abwechslungsreich, idyllisch, landschaftlich reizvoll, aber auch von den Menschen her und dadurch, dass es sich um eine Grenzregion handelt, und man zugleich von Polen als auch von Tschechien einiges zu sehen bekommt. Weil unsere Unterkunft super ist, und die Gastgeberfamilie. Ha, und weil es dort seit diesem Jahr sogar einen eigenen Pool im Garten gibt (zugegebenermaßen ein weniger ausschlaggebender, doch durchaus relevanter Pluspunkt).

Wer Enduro oder MTB Marathon fährt, anspruchsvolles Gelände und tolleTrails erleben möchte, der ist bei MTB Trilogy auf jeden Fall an der richtigen Adresse! So etwas gibt es, zumindest in Deutschland, nicht!

PS: Der Nachteil ist, dass einem die Marathons bei uns danach immer noch langweiliger vorkommen als ohnehin gelegentlich schon.

Teplice nad Metují – MTB Trilogy 2015

Gestern sind wir gemütlich angereist, haben auf dem Hinweg in Prag einen kurzen Stop eingelegt, etwas gegessen und J.s Tante einen Besuch abgestattet. Dann ging’s weiter nach Ostböhmen, also fast bis zum nord-östlichsten Zipfel von Tschechien, direkt an der polnischen Grenze.

Die werden wir im Laufe der nächsten Tage zumindest auf einer Etappe näher kennen lernen, als uns eventuell lieb sein dürfte: Ein Streckenabschnitt, der mir im letzten Jahr unendlich lang erschien, zirkelt auf teils recht anspruchsvollen Pfaden immer wieder zwischen alten weiß-roten Grenzsteinen hindurch.

Das Dorf, in dem wir wohnen, heißt Adršpach und ist unter anderem berühmt für seine Felsenstadt. Viele Leute kommen hierher zum Klettern, man sieht aber auch andauernd Familien, die in dieser wunderschönen Region campen, radfahren, baden oder wandern.

Wir haben uns gefreut, Petr und Lenka mit ihrem (gar nicht mehr so) kleinen Adamek wieder zu sehen, bei denen wir schon im letzten Jahr unter gekommen waren: Es ist seltsam, aber fühlt sich ein bisschen an wie ein Nachhausekommen.

Wir haben außerdem Glück: Die Sonne lacht, es ist warm, tagsüber richtig heiß, und soll vorerst auch so bleiben.

Gestern haben wir noch eingekauft und waren dann froh, als ein langer Anreisetag zuende ging und wir uns endlich ausruhen durften. Heute früh dann haben wir uns ein bisschen weiter eingerichtet, die Räder fertig gemacht, gefrühstückt, und sind dann – aufgrund meiner Wenigkeit hat es mal wieder etwas länger gedauert, bis wir tatsächlich unterwegs waren – sind wir an den Start des Prologs gefahren, um die Strecke anschauen zu gehen. Wir gingen einfach mal davon aus, dass es dieselbe sein wird wie im letzten Jahr, und da wir später auch anderen Fahrern begegneten, stehen wir damit nicht alleine da.

Das Rennen besteht aus einem kurzen Prolog (morgen) und 3 langen Etappen an den darauffolgenden Tagen.

Der Prolog hatte mir im letzten Jahr bereits den Zahn gezogen, bzw. der Vortag: Wir waren, allerdings bei Regen, ebenfalls die damals bereits markierte Strecke abgefahren, und ich von Beginn an komplett überfordert gewesen. In diesem Jahr war die Strecke erstens trocken, zweitens war ich schon in den Wochen zuvor nicht fit gewesen, drittens außerdem wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde. All das war dieses Mal anders, und somit hatten wir einen guten Tag:

Wir radelten also gemütlich die Strecke ab, das sind nur relativ wenige Kilometer, aber fast 600 hm, außerdem mehr und deutlich heftigere technische Stellen als sonst mehrere MTB-Marathons zusammen haben, und zwar solche von der anspruchsvolleren Sorte. Und nein, ich übertreibe nicht.

Da wir heute Zeit hatten, konnten wir einiges mehrfach fahren bzw. ich mehrfach versuchen, bis ich mich endlich getraut habe. An ein paar Stellen ging es mir so, dass ich anfangs einfach nicht hineinfahren konnte. Anderes lief nicht richtig bzw. oft ist es so, dass man, wenn man ein klein wenig falsch fährt – die falsche Linie wählt, zu schnell ist oder auch zu langsam -, dass es dann nicht klappt. Viele Schlüsselstellen habe ich irgendwie geschafft, wenn auch nicht schön: Spitzkehren, Absätze, kurze steile Rampen. An manchen Stellen wiederum weiß ich nicht sicher, ob ich es morgen fahren werde, oder richtig fahren werde. Vielleicht muss ich den Fuß ein paar Mal kurz absetzen. Aber das macht nichts. Der  Prolog nämlich ist die erste Feuerprobe, schwierig, technisch und physisch anspruchsvoll von Anfang bis Ende. Und auch wenn es anderen leicht fällt, wenn manch einer nach dem morgigen Rennen nicht so kaputt sein wird wie ich heute nach dem “Einrollen”, wird jedes Stückchen, dass ich gefahren bin oder auch nur versucht habe, ein kleiner Sieg sein. Für mich ganz persönlich.

Und wenn ich morgen noch am Ende des Prologs nicht kaputt bin und für die folgenden 3 Etappen auf gleichem Niveau, aber mit einem Vielfachen an Kilo- und Höhenmetern noch etwas Kraft bleibt, bin ich schon besser dran als im letzten Jahr. Der heutige Tag zumindest war schon viel schöner und erfreulicher…

Eben noch war ich im Pool, um meinen Beinen ein kleines Eisbad zu gönnen. Das tat echt gut. Jakub schraubt derweil mit Petr an seinem Rad: Er hat Probleme mit der Kurbel, um die ich ihn nicht beneide.