Voll & ganz verzogen.

Noch ein bisschen verschlafen starre ich an die hässliche Wand, verunstaltet von Dübeln und einem schmutzigen Abdruck da, wo einst die Einbauküche stand. Mir fällt auf, dass Tisch und Stühle in dieser Ecke viel besser ausgesehen hätten.  Derweil trinke ich den Kaffee, den ich auf der geliehenen Herdplatte für die Steckdose gekocht habe: Meine improvisierte Küche. Geschirr gespült wird in einer Schüssel in der Badewanne.

Ich habe mich ja einiger Sachen entledigt, und wenn gerade jemand etwas dringend gebraucht hat, so musste ich eben ein paar Tage ohne auskommen. Wie schon erwähnt, habe ich einiges aussortiert von meinen gesammelten Gütern, aber doch auch einiges behalten, genug, um das ganze Vorhaben zu einem ausreichend stressigen zu machen: Ich ziehe ja um!

Jetzt wird es konkret: Die letzten Kisten (oh, so viele!) müssen gepackt, die letzten Schritte organisiert werden. Klar Schiff machen, Ordnung schaffen.

Kommen & Gehen

Eben wurde mein Bett abgeholt. Gestern die Küche. Letzte Woche schon der alte schwere Fernseher, ein Kühlschrank, die Waschmaschine.

Ich miste gewissermaßen aus, nutze den bevorstehenden Umzug. Manches ist, so stelle ich fest, tatsächlich unsinnig: Weshalb eine gewichtige altersschwache Waschmaschine hunderte Kilometer zu transportieren, wenn Du Dir vor Ort gebraucht und günstig eine neuere kaufen kannst, die Du dann vielleicht im Nachbarort abholen kannst? Gleiches gilt für den Kühlschrank. Das Bett musste gehen, weil es dort nicht passt bzw. ich in Zukunft eines mit Stauraum haben möchte.

Somit lebe ich  momentan zwischen Kisten und Kartons, bin stolz auf das, was ich in den letzten Wochen schon aussortiert und geordnet, organisiert und geschafft habe, versuche gelassen zu bleiben angesichts der Herausforderungen, die allesamt noch anstehen.

Da, wo ich hinziehe, ist alles anders: Die Infrastruktur, das Wetter, das Trainingsterrain. Meine Arbeit, meine Wohnung, mein Leben. Ich bereite mich vor, sofern das möglich ist und freue mich auf das, was kommt.

Renntechnisch bin ich den Sommer über ein paar Straßenrennen gefahren, das hat mir Spaß gemacht. Leider habe ich Bellheim verpasst, weil ich kurzfristig krank war. Ansonsten wird weiter trainiert – und geplant.

 

Mühlviertel 8000

Schwimmeinsatz Numero Due diese Saison!! Ich durfte dieses Jahr wieder im Top Team HOMETEC & GOOIX als Schwimmerin mit Spitze Teamkollegen und Organisatoren beim Mühlviertel 8000 dabei sein.  Vergangenes Jahr wurden wir ja gesamt 1. in der MIXED und hatten daher die Vorjahreszeit dieses Jahr zu verbessern und den Titel zu verteidigen. Ersteres ist uns gelungen! Zweiteres quasi

8 Helden waren hier unterwegs … und zwar richtige Helden: Der Wettkampf startet in Horni Plana am Moldau Stausee, der um 07:30 am Morgen durchquert wird (das war ich! ^^ 770m in 12:47). Anschließend übergab ich an den 1. Läufer (Valentin Pfeil) , der den Plöckenstein grandios bezwungen hat (knapp 16 km und 700 hm in 59:28) . Die nächste Etappe wurde von Lukas Kaufmann auf dem MTB bestritten: 70 km und 1200 hm in 2:24:59. Als vierter war Demeter Dick auf der Nordic Walking Strecke in 27:24 pfeilschnell auf dem Sternstein mit knapp 9 km und 360hm. Er übergab an unseren voll motivierten und richtig starken Rennradfahrer Karl Tutschek, der eine Wahnsinnszeit von 2:06:27 auf knapp 73 km und 1.500 hinlegte. In Sandl war dann Walter Kreisel höchstpersönlich auf dem MTB auf einer Strecke von 7km und 200 hm unterwegs. Trotz Platten 21:06!!! (Alle Achtung Walter, ich wär soooo nervös geworden!!) Top Läufer Martin Karl lief dann einfach mal so 32:43 auf den 10 km Straße mit 145 hm. Yougstar Reisinger Dominik hatte letztes Jahr schon bewiesen, dass er ein richtiger dirty runner ist und kämpfte sich mit 20:58 auf der 4,8 km langen Schlammstrecke ins Ziel!! Wahnsinn einfach! Ich bin stolz darauf, dass ich mitmachen durfte, auch wenn ich keineswegs zufrieden bin mit meiner Zeit.

Am Ende stand da eine Wahnsinnszeit von 7:42:24, was uns gesamt den 3. Platz und in der MIXED den 2. Platz gesamt verschaffte.

Danke an Andi Madlmair, unseren Team Coach, danke den Sponsoren unseres Teams und DANKE  insbesondere euch Jungs, die so top Leistungen hingebrettert haben!

Später Saisonbeginn

Dieses Jahr will es einfach nicht so ganz werden. Mir fehlten Zeit und Motivation – wiederum bedingt durch wenig Zeit – für ein anständiges Trainingsprogramm und damit fühlte ich mich dieses Jahr lange Zeit auch so ganz und gar nicht bereit einen Wettkampf zu bestreiten. Mein Einstieg ins Berufsleben war nun mal wichtiger.
Langsam kommt zumindest 1/10tel Routine im Beruf rein und gemeinsam mit dem Sommer lässt das wieder Kapazitäten für mehr und vor allem regelmäßigeren Sport frei werden.

Am Freitag habe ich meinen Einstand in zweierlei Hinsicht gefeiert: Das erste Radrennen dieses Jahr und das erste mal mit meinem heiß geliebten neuen Specialized Tarmac (alias “Lupo”). Ich fuhr ein Bergrennen in Nussdorf am Attersee – ein wunderbarer Wettkampf, nicht zuletzt aufgrund der tollen Kulisse an meinem absoluten Lieblingssee. Es war familiär und dennoch top organisiert mit nettem Ausklang hoch oben über dem See. Dort fanden die Siegerehrung und eine Tombola statt, die nach bundesheerler Art rasch und mit nüchternem Humor durchgezogen wurde.

Das Rennen (eigentlich Einzelzeitfahren) war natürlich megaanstrengend für mich. Wie soll es anders sein, wenn man vorher kaum (Intervalle) trainiert. So habe ich mich hochgequält und etwas gelitten und die Oberschenkel brannten so richtig. Damit ich auch was davon hab!

Aber ich hatte tatsächlich was davon, denn ich wurde zweite Dame in meiner AK und gesamt 5. Also bitte – geht auch mit weniger Training…