Carpe diem.

Pflücken will ich gar nichts, aber nutzen! “Auskaufen” finde ich eigentlich den passendsten deutschen Begriff, “den Tag auskaufen”. Denn wer den Tag sinnvoll nutzen will, den kostet das auch einiges, ist also durchaus mit “kaufen” vergleichbar, finde ich.

Nun zu dem, was ich eigentlich sagen will (, bevor’s womöglich noch pseudophilosophisch wird, und von der Philosophie verstehe ich nun wirklich nichts):

Ich leide im Augenblick schon. Da hilft alles “ist doch nicht so schlimm” und sonstiges Schöngerede nichts: Die ersten Rennen laufen, das Wetter ist teilweise tendenziell annehmbar, und da darf ich einfach so nicht mehr fahren, sollen alle Bedachtheit und Disziplin, aller Aufwand umsonst gewesen sein?! – Das ist ärgerlich, es frustriert ungemein und zieht mich ganz schön runter.

Aber nichtsdestotrotz – und hier schließt sich der Kreis zum “Carpe Diem!”-Gedöns – möchte ich den Tag auskaufen. Das ist gar nicht leicht, denn ich bin es einerseits gewohnt, dass mein Tag durch das Training untergliedert und strukturiert wird, anderseits daran, dass mein Körper Tag für Tag ausgelastet ist und ich zudem – auf dem Rad – Zeit habe, meine Gedanken zu sortieren und für mich zu sein. All das fehlt mir derzeit enorm.

Nun wird es also Zeit, meine Ideale auszuleben, zu beweisen, dass sie lebbar sind: Beziehung leben, gute Bücher lesen, den Geist ebenso pflegen und versorgen wie den Körper. Nicht aufgeben aufgrund einer – globaler betrachtet – Lapalie.

Ich will heute noch länger schreiben und hoffe, ihr verzeiht mir das (und habt Interesse, meinen Gedanken zu folgen und vielleicht auch eure Meinung dazu rückzumelden. Letzteres fände ich übrigens grundsätzlich super.):

Mich interessiert neben der persönlichen Erfahrung seit längerem auch zunehmend die Rennszene, insbesondere die der Frauen, denn die sind rar gesät, es sind meist markante Gesichter und Lebenslinien, aussagekräftig in ihrer Einzigartigkeit.

Beispielsweise habe ich das diesjährige Cape-Epic-Etappenrennen (Mountainbike) in Südafrika teilweise mitverfolgt. Es gab gleich zu Beginn einige dramatische Entwicklungen zu beobachten und einige der Top-Damenteams mussten aussteigen. Spannend war, wie die jeweiligen Teilnehmerinnen das über ihre Internetauftritte medial verarbeitet haben (oder eben nicht). Da habe ich festgestellt, dass  mich vor allem diejenigen interessieren, die nicht nur von Siegen und Erfolgen, sondern auch von Niederlagen und Abstrichen berichten.  Autentisch.

Und zum Abschluss ein Interview (englisch) einer Frau, das mich inspiriert hat: Collyn Ahart. (Die Seite gefällt mir übrigens allgemein sehr gut).

Das Gedicht, das sie erwähnt, ist tatsächlich super.

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