Castelli 24 hore die Feltre

Das Wochenende war angefüllt mit vielfältigsten Erlebnissen, aber doch auch geprägt von Anstrengung und Schlafmangel: Freitag bis Sonntag hatte ich das Privileg, mit einem Team von Engelhorn Sports an den Castelli 24 hore die Feltre, einem Straßenrennen in der Provinz Bellino in Italien, teilnehmen zu dürfen. Wir waren zu 12. im Team und über 24 Stunden hinweg hatte stets jeweils einer auf der Strecke zu sein und sein Bestes zu geben. Das war hart, hat aber richtig Spaß gemacht! Zu jeder Tages- und Nachtzeit fleißig angefeuert vom Streckenrand aus habe ich wirklich alles gegeben und auch wenn ich vielleicht längst nicht so stark war wie ich es gern gewesen wäre, kann ich sagen, dass ich alles nur Erdenkliche an Kraft und Konzentration in jede Kurbelumdrehung gelegt habe Und dass das auch jeder der anderen im Team genau so gehalten hat. Das wiederum hat wohl auch das Teamgefühl ausgemacht, uns stolz gemacht auf uns und einander. Ein paar von uns waren richtig gut dabei und haben den professionellen Teams im Feld das Leben durchaus etwas erschwert, da hat es noch mehr Freude gemacht, zuzusehen. Und ich habe Italien gesehen: Aus dem Autofenster, aber auch die  geschichtsträchtige und traumhaft hübsche Stadt Feltre, überbordend von italienischer Unbeschwertheit und Lebensfreude, habe ich sehr genossen.

Doch bin ich nach meinem letzten Einsatz im Renngeschehen, dem Ausfahren, weiter Anfeuern, Duschen, Essen und etwas Ausspannen mit doch ganz schön fertigen Beinen doch noch die engen Gassen, steilen Treppen und holprigen Straßen der Alststadt empor und wieder hinab gegangen und habe die Ruhe in mich aufgesogen. Der ständige Lärm des Rennens, der feiernden Massen, die Musik, Zurufe, Pfeiffen und Johlen, all das war oben im Stadtinneren nicht mehr zu hören und es war fast schon verschlafen still. Ich bin gleichfalls ruhig geworden, langsam, zeitlos, habe Häuser und Häuschen, teils Zeugen längst vergangnen beträchtlichen Wohlstandes, Hinterhöfe, Gärtchen, Fenster mit Blumenkübeln und fröhlich wuchernde Rosen, Geranien, Feigen, etc. besehen, konnte es nicht lassen und habe trotz der schlechten Auflösung mit dem Handy fotografiert, als könnte ich es so besser erinnern, festhalten, einpacken, mitnehmen.

Ein sicherlich unglaublich alter Marktplatz mit altrömischem Flair, verlassen wirkend und überdimensioniert ein Prunkbau daneben, ich klein und ganz für mich mitten in dieser unwirklichen Kulisse. Wieder weißsteinerne Häuser, umeben von Mauern, eine neugierige Hundeschnauze hinter dem altem Holztor, ein alter Mann sitzt im Schatten und döst. Ganz oben dann eine Art Festung: Grob behauene Steine, klare Linien, behäbig romanische Erhabenheit. Darum herum kühle Baumwipfel, ein Luftzug, Parkgefühl. und zwischen dem Blattwerk lockt die Aussicht in eine Bilderbuchlandschaft: Ortschaften, Straßenbänder, grüne und gelbfarbene Flecken, mächtiges Gebirge, klarblauer Himmel.

Als ich wieder nach unten gehe, nehme ich einen anderen Weg: Eine Katze liegt faul auf einem Mäuerchen, ein paar Kinder spielen auf der Straße, Spitzenvorhang weht aus dem offenen Fenster, ein Paar begegnet mir: Mehr Leben. Dann Säulengänge, Geschäfte, kleine Bars und Cafés.

Kurz darauf bin ich zurück im Geschehen: Ein Brückengerüst über die abgesperrte Rennstrecke, elegant gekleidete Damen, ein Mann wedelt mit einem Holzschild, auf dem “Pronto” geschrieben steht. In Großbuchstaben. Viele Zuschauer: Junge, Alte, Kinder.

Am Castelli-Zelt stehen unsere Leute an der Strecke und jubeln unserem Fahrer zu. Ich geselle mich zu ihnen. Wir sind gut im Rennen.

 

PS: Bilder gibt’s in der Galerie.

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