Ein ganz gewöhnlicher Morgen

Heute früh ist etwas passiert. Was, kann ich gar nicht genau sagen: Ich war auf dem Mountainbike unterwegs, mehr aus praktischen Gründen. Denn so konnte ich kurz noch bei meinem Händler vorbei und ihn etwas fragen. Eigentlich hatte ich von dort aus vorgehabt, zurück zu fahren, das Rad zu wechseln. Dann aber entschloss ich mich spontan, weiter zu fahren: Locker, flach, nicht zu lange, stand auf dem Programm. Von Ladenburg also gings den Neckarpfad entlang nach Heidelberg, von da aus – immer längs des Flusses – weiter. Erstmals entdeckte ich, dass recht bald nach seiner Mündung in den Radweg neben der Straße der Treidelpfad unten am Fluss doch wieder fortgesetzt wird. Man darf nur die schmale Treppe hinab nicht verpassen. Kaum einer ist mir begegnet, die ich dort gemütlich vor mich hin pedalierte, den Fluss im Blick, gegenüber die Stadt, das Schloss, die Straße…. Es war ein bisschen wie ein versteckter Ausguck.

Am Ende dieses Pfades angelangt, fand ich mich an der Schleuse in Ziegelhausen wieder und konnte fast unmittelbar dort einen unscheinbaren weiteren Pfad jenseits der Straße ausmachen, der in sanfter Steigung seinen Weg durch den Wald nahm. Das war schön: Es ging gemütlich vor- und aufwärts, Taubnesseln blühten (hab’ eben nachgeschaut, es müssen Goldnesseln gewesen sein), wenn ich mich nicht irre, auch Ginster, und es war auch sonst sehr schön. Im Wald dann herrschte behagliche Ruhe, ich trat vor mich hin und schaute und genoss den Moment. Und irgendwas verschob sich da ganz heimlich, es ist nicht zu beschreiben. Aber ich werd’ es nicht vergessen.

Später hatte ich eine nette Begegnung: Es klang auf Französisch durch den Wald, eine Frau rief offenbar nach jemandem. Ein helles Stimmchen antwortete. Kurz darauf begegnete sie mir, die Frau, umgeben von 3 Collies, darunter ein ganz junges, aufgewecktes Bürschchen, das sich als Erstes zu mir hin wagte und gestreichelt werden wollte. Dann kam auch sein schüchterner erwachsener Begleiter. Das Frauchen begrüßte mich mit nettem Akzent und verabschiedete mich ebenso. Das Stimmchen wiederum blieb weiterhin im Unterholz verborgen und noch nachdem ich mich verabschiedet hatte, konnte ich ein paar französischsprachige Wortwechsel mit der Dame hören, die geduldig auf das im Wald spielende Kind wartete und derweil die Hunde in Schach hielt.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>