Ein(en) Hals

Die letzte Zeit war nicht immer einfach – das ist das Leben doch nie, wenn es spannend wird! -, doch ich habe eine positive Bilanz gezogen: Vieles gelernt, Gespräche geführt, Dinge hinterfragt, Entschlüsse gefasst.

Seit kurzem fahre ich außerdem mit ein paar sehr unkomplizierten, Trail- und Technikfreudigen Männern Mountainbike, und die Touren machen richtig Spaß! Jedes Mal bisher habe ich neue Strecken kennen gelernt, jedes Mal gab es ausreichend fahrtechnische Herausforderungen: Abschnitte, die ich nur schlecht fahren konnte oder abgestiegen bin bzw. die “Chickenline” genommen habe. Und doch herrscht kein unangenehmer Druck, so dass ich motiviert und gelegentlich auch couragiert zu Werk gehen kann und freudig fahren. Das ist sehr schön, kann ich euch sagen. Viele Kilometer sind es meist nicht, die auf dem Tacho stehen, wenn ich nach Hause komme; dafür aber nicht wenige Höhenmeter, ein hoher Trailanteil und jede Menge Zufriedenheit.

Lange schon habe ich mich darauf gefreut, endlich einen tollen Gutschein einzulösen und mit meinem geliebten Schatz ein verlängertes Wochenende mit allem Drum und Dran in der Eifel zu verbringen. Wir haben es eigens auf den Termin gelegt, zu dem faktisch um die Ecke der Vulkan-Bike Eifel-Marathon ausgetragen wird und auch gleich dafür gemeldet.

Problem: Das Hotel mussten wir buchen, bevor mein Freund die Zusage für die freien Tage bekommen konnte (wir hatten nämlich nun schon 2 Jahre in Folge eine Absage erhalten, weil auch Monate im Voraus schon alles ausgebucht gewesen war). Und so nahm die Sache ihren Lauf: Anfangs gab’s keine klare Ansage seitens der Arbeit, dann haben wir gehofft und gewartet und sehr kurzfristig, vor 2 Wochen, wurde ersichtlich, dass man es wohl kaum ermöglichen wird, dass er frei bekommen kann. Letzte Woche dann war endgültig klar: Es ist unmöglich. Man wird ihm keinen Urlaub geben! Ich war (und bin es noch immer ein wenig) sehr, sehr traurig und enttäuscht, er ebenfalls. Wir beide hatten uns schon so sehr darauf gefreut und nun dieser Mist!

Alternativ nehme ich jetzt meine liebe Mama mit, sie ist nicht der erstbeste, sondern der allerbeste Ersatz, wenn ihr versteht, was ich meine: Erholung kann sie auch brauchen, wir verbringen gern Zeit miteinander, sie ist unkompliziert und sonst passt ohnehin alles. Nach ein paar organisatorischen Hürden steht derweil der Plan und obwohl es zugegebenermaßen etwas gebraucht hat, freue ich mich nun wieder darauf.

Etwas besorgt war ich wiederum, weil ich die letzten Tage über so furchtbar müde war. Einmal musste ich mich sogar mittags hinlegen, weil ich einfach eingeschlafen bin. Ich habe viel geschlafen, wenig gemacht, versucht, mich zu schonen. Sonst ging es mir ja gut. Gestern Mittag dann kamen die Schluckbeschwerden. Ihr ahnt den Rest: Am Abend hatte ich Halsweh. Erst recht in der Nacht. Es war so furchtbar, dass auch noch so etwas passieren musste, wo ich mich gerade wieder von meiner Enttäuschung etwas erholt hatte; mein Freund hat mich lieb getröstet gestern abend: Also erst mal darüber schlafen. Das hat sich bei viel Schlimmerem schon bewährt im Leben.

Ich habe also gegurgelt und desinfiziert und geschlafen; heute früh geht es mir schon deutlich besser. Nur ein Hauch von Druck auf dem Hals, weil die Lymphknoten noch etwas dick sind. Aber ob ich morgen 85 km Marathon fahren kann, steht in den Sternen bzw. ich fürchte fast, es ist absolut unsinnig: Habe ich umsonst die ganzen blöden Radsachen gepackt? Ich weiß es nicht. Ich kann einfach nicht sagen, ob es überhaupt sinnhaft wäre, die Ausrüstung ins Auto zu packen.

Jetzt aber werde ich den Rest packen, meine “normalen” Klamotten nämlich, und was sonst noch so fehlt, werde gerüstet sein für alles und hinnehmen, was kommt. Das Beste daraus machen. Ich werde heute nachmittag entscheiden, ob ich um- oder mich ganz abmelde. Vielleicht kann ich doch ganz normal fahren. Ausschließen möchte ich das jetzt im Moment noch nicht. Im schlimmsten Fall hat nicht nur mein Freund, sondern habe ich ebenfalls das Startgeld aus dem Fenster geworfen. Dann aber geh’ ich halt spazieren in der Vulkaneifel und schaue mir die Maare an. – So ist das!

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