Einmaleins

Gestern stand der 8. Bikemaxx-Mountainbike-Marathon in Neckarsulm an. Die Vorbelastung war nicht besonders angenehm ausgefallen, ich hatte noch immer Schwierigkeiten mit dem Atmen unter höherer Belastung und war buchstäblich etwas schwach auf der Brust. Obwohl ich für die Kurzstrecke gemeldet hatte (und gemeinsam mit Jakub für die Mixed-Wertung), war ich unruhig. Das Warmfahren fühlte sich nicht gut an, aber ich war vorbereitet und wusste, was mich erwarten würde:

Gleich am Start ging es dann auch wie erwartet (trotz veränderter Streckenführung) eine ganze Weile bergauf und das würde weh tun, das war mir klar, erst recht in meiner Verfassung. Ich versuchte, immer bei mir zu bleiben, mein Tempo zu fahren, so hart wie möglich, aber nicht zu überziehen. Leider wurde ich bei den ersten Abfahrten jeweils von anderen Fahreren behindert, die mit dem Schlamm nicht zurecht kamen, bergauf aber stärker fuhren. Ich selbst bin zurzeit nicht schnell bergab, aber habe eben doch schon ein wenig Erfahrung auf nassem Untergrund gesammelt. Es war nicht kalt, nur sehr rutschig und regnete teilweise; das war aber, sobald man unterwegs war, Nebensache.

An irgendeiner Stelle rief mir eine der Streckenposten zu: “Sehr gut, die erste Frau!”, und ich dachte, “Das kann ja gar nicht sein, aber weiter geht’s!”, fuhr weiter und kam mit der Zeit immer besser zurecht. Allerdings hatte ich schon rasch zunehmend Schaltprobleme, eine Sache, die ich bisher bei noch keinem Wettkampf derart erlebt hatte: Erstens waren die Griffe und Handschuhe immer mehr verschlammt, so sehr, dass ich die Drehgriffschaltung nur  mit Mühe und irgendwann dann fast gar nicht mehr bedienen konnte. Zweitens hatte ich immer wieder Kettenklemmer, was bedeutet, dass mitten im Tritt die Kette blockiert und man rasch vom Rad muss. Auf’s kleine Blatt kam ich irgendwann auch nicht mehr. Ich musste immer wieder anhalten, herumschalten, Wasser aus der Trinkflasche über den Umwerfer und auch die Handgriffe schütten, was jedoch immer nur kurz half, dafür in der Summe sehr viel Zeit kostete. Oft musste ich durch die Kettenklemmer absteigen und verlor auch dadurch weiter Zeit, die Beine wurden mir schwer und ich sauer. Irgendwann hielt ich an einem Streckenposten und bat um Wasser, um meine Schaltung wieder halbwegs in Gang zu bringen. Mit etwas Mineralwasser (mehr als ich noch in der Trinkflasche hatte) und raschem Hin- und Herschalten lief die Schaltung von da ab auch wieder etwas besser, obwohl ich immer noch kaum schalten konnte, aufgrund der schlammigen Griffe und Handschuhe. Aber zumindest konnte ich so für den steilen letzten Berg wieder das kleine Blatt nutzen und später mit minimalem Schaltaufwand zwar weiter Zeit verlieren (ich konnte oft minutenlang nicht das Blatt wechseln und kurbelte mich gefühlt zu Tode), einen winzigen Vorsprung aber ins Ziel retten. Gott sei Dank wusste ich nicht, dass die zweite Frau, Christin Becker, mittlerweile schon bis auf wenige Sekunden an mich heran gefahren war! Sie kam nur 15 Sekunden nach mir ins Ziel!

So gewann ich, übrigens zum ersten Mal, sowohl in der Altersklasse der Seniorinnen I als auch in der Gesamtwertung der Damen (, die jedoch nicht getrennt geehrt wurde). Jakub und ich konnten außerdem die Mixed-Wertung für uns entscheiden. Leider hat er selbst als Gesamtzehnter und Vierter seiner Altersklasse das Treppchen dieses Mal knapp verpasst.

Berlinde wurde, ebenfalls auf der Kurzstrecke, Gesamtsechste und Vierte bei den Seniorinnen I. Auch sie hatte gemeinsam mit Patrick Reichert die Mixed-Wertung bestritten, wo die beiden den 3. Platz erreichten. Somit waren wir zwei Schwestern vom Team Le Rêve erstmals gemeinsam auf dem Treppchen!

Wie immer war Neckarsulm – trotz wiederholt widriger Witterung – ein tolles Rennen: Sehr engagiert und mit großer Begeisterung organisiert und durchgeführt, da kann man nichts sagen! Es gab auch in diesem Jahr tolle Startpakete und super Preise; auch die Pokale sind optisch ansprechend. -  In der Mixedwertung der Langstrecke wurde zudem eine wirklich tolle Reise verlost. Schade, dass ich nicht fitter war! Alles in allem ist der Marathon in Neckarsulm ein Termin, der fest im Kalender vermerkt werden sollte: Nicht jede Veranstaltung kann das von sich behaupten.

 

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