Fehler und Verbesserungen

Meine Hämatome sehen zunehmend unschön aus, will sagen: Es geht mir besser! Auf dem Rad fühle ich mich allerdings immer noch wohler als zu fuß. Das war eine Qual gestern: Ich musste zu Veranstaltungen in die Heidelberger Altstadt (= Kopfsteinpflaster und zu vernachlässigender Öffentlicher Nahverkehr, Altbauten ohne Aufzug,…) und war danach komplett fertig. “Doch nicht so unversehrt wie ich dachte.”, war mein persönliches Fazit.

Später hielt ich mich für schlauer und schwang mich aufs Stadtrad, um Apotheke, Bank, Bäcker (1), Supermarkt (2), Hofladen (3) jeweils einen Besuch abzustatten. Aber auch das stellte eine größere Belastung dar als erwartet. Danach also war ich platt und nicht einmal mehr an “lockeres Rollen am Abend” zu denken.

Der größte Fehler dieser Woche jedoch war wohl das “normale” Training am Dienstag: Nach 1 1/2 – 2  entspannten Stunden auf dem Rennrad ging dann relativ plötzlich gar nichts mehr: Keine Luft. Gestern habe ich dann folglich einen Ruhetag eingelegt, was das Training anging.

Hinzu kommt, dass ich schlecht schlafe (wird allerdings besser, jetzt wo ich das Bein zumindest wieder frei bewegen und auch darauf liegen kann) und am Morgen immer müde und wie erschlagen aufwache.

Und schließlich ist da der Kopf, der mir das Leben schwer macht: “Hättest Du doch…!?”, “Längst hättest Du sollen?!”, “Wie kannst Du nur!”, “Was soll das nun wieder?!”, “So wird das eh nichts!”… Mein härtester Gegner bin ich nun mal selbst.

All dem zum Trotz habe ich diese Woche fleißig gelernt und bin auch gut voran gekommen. Trotz Schmerzen. Habe gut gegessen (gestern gab’s Pizza Provencale, selbst gemacht, klar, und frischen Eichblatt, rot und grün, mit eigenen Kräutern).

Nächste Woche, das ist das Schwierigste im Augenblick für mich, geht es schon wieder nach Tschechien zur Specialized Trilogy, einem mehrtägigen (meinem ersten mehrtägigen) Rennen im Tschechisch-Polnischen Grenzgebiet. Da war ich  noch nie. Die Landschaft soll toll sein. Die Strecke hart: Sehr, sehr hoher Trailanteil mit heftig technischem Anspruch. Und ich, die ich so lange schon nicht fit werden konnte. Mit verletztem Bein. Unausgeruht, müde, an mir zweifelnd. Nicht nur auf dem Rad (das wäre nicht das Problem). Mit Sorgen in vielen Bereichen. Der Kopf schwerer als die Beine. Das ist das Problem.

Vielleicht auch nicht, denn ich bin fest entschlossen, freudig zu fahren: Die Landschaft, die Strecke, die Herausforderung zu genießen. Egal was kommt.

Den Malevilcup bin ich verletzt dennoch gut zu ende gefahren, bin spätere Trails hinunter gerauscht und habe wild überholt trotz kaputten Lenkers und nicht belastbaren Beines. Hatte tatsächlich Spaß. Das will ich nicht vergessen. Das will ich mir sagen. Was die anderen machen, ist nebensächlich. Kämpfen lernt man, wenn es hart wird.

Oder um es Theorie-lastig zu formulieren: Handlungs- statt Lageorientierung!

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