Gleich, gleicher, gleichen, vergleichen

Derzeit findet ein Etappenrennen in Frankreich statt. Ein bestens besetztes, vielfach genutzt als Vorbereitung für die Straßen-WM. Marianne Vos nimmt teil, unter anderem. Wenn überhaupt, dann kennt man zumindest ihren Namen, sollte man meinen. Die meisten anderen, Teams wie Fahrerinnen, kennt man nicht. Wie denn auch?

Der Frauenradsport ist tatsächlich kaum präsent: Eurosport überträgt als einziger deutscher Sender den Radsport im Allgemeinen, die Vuelta natürlich, die Vattenfall Cyclassics, die Pro Cycling Challenge in den USA. Von den Damen ist hier nicht die Rede. Meistens gibt es ja nicht einmal ein Damenrennen.

Die UCI schreibt über das “spotlight on women”, ein magerer Artikel, offensichtlicher Versuch, die derzeit erhitzten Gemüter zu beschwichtigen. Die Frauen nämlich protestieren in letzter Zeit gegen die bestehende Lage. “Gleichberechtigung”, die Forderung danach scheint eine alte Leier, wird zu gern als Feministinnengeschwätz, als überholt abgetan. Wenn vielleicht nicht immer, so ist diese Forderung doch in diesem Fall keinesfalls von gestern, sondern vielmehr längst überfällig. Weil die weltbesten Radsportlerinnen kaum leben können von ihren Gehältern, weil es kaum Teams, kaum Stellen, kaum Lebensraum für sie gibt. Weil selbst die UCI öffentlich das Niveau der Damen anzweifelt. Weil sie bei den wenigen großen Rennen, bei denen sie überhaupt starten dürfen, von der Öffentlichkeit doch meist nicht wahrgenommen werden. (guter Artikel hierzu übrigens aktuell in der Tour)

Ich bin interessiert an der “Trophée d’Or“. Ich suche nach Informationen, unbeeindruckt davon, dass die Medien  nicht berichten (BDR und UCI ebenso wenig, wer hätte das gedacht?). – Nichtsdestotrotz finden sich keine bzw. nur unvollständige Ergebnisse, erst recht kein einziges Wort, kein Bericht über die bereits gelaufenen Etappen: Bereits am Samstag ging es los, am Sonntag dann das Zeitfahren am Morgen, eine weitere Etappe am Nachmittag, heute dann die offiziell 4. Eine große Auswahl an Top-Fahrerinnen ist und war am Start, einmal wieder, und keinen interessiert es.

“Das also ist die Wahrheit über den Frauenradsport.”, denke ich. Genau das. Schade!

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