Moralischer Beistand

An Tagen wie heute bin ich einmal mehr froh, einen solchen Freund zu haben: Der mich anruft am Morgen: “Bist Du schon wach?”, und mich abholt zur Trainingsrunde vor der Arbeit. Denn gestern hat mich das Training absolut fertig gemacht, die ich schon vorgestern kaputt nach Hause gekommen war:
Dienstag nämlich stand ich schon in den Startlöchern: Umgezogen, Rad gerichtet, Pumpe, Handy, Schlauch in der Tasche, Flaschenparade aufgestellt, da rumpelte es von fern, und kurz darauf kam der erste Regen, gefolgt vom Gewitter, das sich angekündigt hatte, wiederum gefolgt von weiterem Regen. Als ich endlich fahren konnte, reichte die Zeit nicht für die übliche Runde, stattdessen entschloss ich mich zum Bergtraining: Kurz und hart. So weit, so gut, ich war im Nachhinein erstaunt über das, was ich da fabriziert habe. Mit vollem Magen – irgendwann musste ich doch noch einmal etwas essen aufgrund der Verzögerung.
Gestern dann das große Leiden mit der Mountainbike-Gruppe. Sie sind wirklich gemütlich gefahren, aber mir ging’s gar nicht gut dabei, für Insider wohl daran gut zu erkennen, dass ich mich kaum zu Wort meldete.

Hätte ich Duschzeug dabei gehabt, hätte ich das unterwegs erledigen können: Auf dem Heimweg hat uns gleich 2x ein heftiger Schauer erwischt, die Tropfen so groß, das Prasseln so heftig, dass es fast schmerzhaft war. Und dann kam ich – triefend nass – im trockenen Schriesheim an, mitleidig beäugt von einem entgegenkommenden Rennradfahrer. Er schien nicht ganz zu verstehen, was mich so durchnässt hatte. Und ich hatte gleichfalls Mitleid: Was vor ihm so harmlos aussah, war die vermaledeite Wolke, die ich endlich hinter mir gelassen hatte.

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