Mountainbike-Marathon Neckarsulm 2013

Die Wettervorhersage war vielversprechend: Regen. Zudem hatte es die Tage zuvor absolut hinreichend runter gelassen. „Nass“ würde es also ohnehin sein, eventuell noch nässer werden. Gut.

In Neckarsulm (Ortsteil Dahenfeld) angekommen, parkten wir nahe einer Scheune und bauten die Rolle unter deren Vordach auf. Somit konnten wir uns gemütlich im Trockenen warm fahren.

Später kamen meine neuen Sealskinz-Übersocken zur Anwendung: Ich wollte testen, was sie können.

Ich nahm für’s Erste die Kurzstrecke in Angriff. Am Start ganz gut weggekommen,  hatte ich in den Trails gewaltig Schwierigkeiten: Lange nicht mehr auf dem Mountainbike gesessen, dauerte es eine Weile, bis ich “wieder rein kam”. Aber daran lag es nicht allein,  irgendwie – ich wusste anfangs nicht recht zu sagen, was los war – hatte ich keine Bodenhaftung. Das war sehr unangenehm. Somit wurde ich relativ bald von einer Dame überholt, später dann von einer zweiten. Das ärgerte mich sehr, ich ließ etwas Luft ab, aber das brachte kaum Besserung: Bergab musste ich „rutschen“, bergauf hatte ich nur wenig Traktion und musste zumindest gelegentlich schieben.

Ich kam bergauf und in der Ebene gut vorwärts, obwohl ich keine guten Beine hatte, mich seit Wochen nicht 100 % fit fühle, und mir gänzlich die Rennhärte fehlt. Somit musste ich schon ganz schön leiden, aber es lief. Immer wieder sah ich die Damen vor mir, verlor aber jeweils in den Trailstücken den Anschluss.

Später tauchte dann nur noch eine an den Anstiegen und langen Geraden unmittelbar vor mir auf, erst ganz am Schluss verlor ich auch sie aus den Augen. Ein sehr langer, schöner Singletrail, der fast topfeben war, ließ sich dann gar nicht mehr fahren. Ich musste in der Ebene laufen! Das hat es noch nie gegeben! Ich war sehr, sehr unleidig, kann ich euch sagen, und stieg, sobald es etwas bergab ging, wieder aufs Rad.

Irgendein Streckenposten rief mir zu, ich sei die 8. Dame. „Das auch noch!“, dachte ich, und war ziemlich mutlos, was mich aber nicht davon abhielt, weiter zu kämpfen. Aufgeben liegt mir einfach nicht. Im Ziel dann fuhr ich mich erst mal ein wenig aus, stellte mich an die endlose Warteschlange zum Räder reinigen (die waren schiere Schlammpakete, und wir Fahrer ebenfalls) und lernte dort ein paar sehr nette Leute kennen, so dass das Warten uns nicht lang und das Frieren weniger schlimm wurden.

Außerdem stellte ich da erst fest, dass ich die Einzige weit und breit war, deren Füße komplett trocken geblieben waren. Die SealSkinz-Übersocken hatten komplett dicht gehalten, geschwitzt habe ich auch nicht darin, obwohl es (Gott sei Dank!) mild war.

Ich ging duschen und dann in die große Halle, um etwas zu essen. Dort wurde ich gefragt, wie es denn gelaufen sei, ließ eine gewiss recht ausführliche Schimpftirade auf meine Reifen ab, und erfuhr dann erst, dass ich 3. sei; 3. in meiner Altersklasse, 5. gesamt, und auch nur wenig Zeit auf die Spitze verloren. Das hat mich umgehauen. Ich war irgendwie einfach davon ausgegangen, dass ich weit hinten sein müsste, bei den ganzen Laufeinlagen, meinen langsamen Abfahrten. – Dafür, wie es gelaufen ist, war ich dann sehr zufrieden. Absolut zufrieden.

Eine gute Bilanz:

Schlechte Beine, nicht 100 % auf der Höhe, schwierige Verhältnisse, völlig ungeeignete Reifen (zu meiner Verteidigung diesbezüglich muss ich sagen, dass ich sie bei diesen Verhältnissen noch nicht gefahren hatte und meine alten Reifen „Universaltalente“ gewesen waren), keine Rennhärte. 3. Platz. – Was will man mehr?

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