MTB-Marathon Bullau 2014

Es war noch dunkel, als der Wecker klingelte. Ich machte mich gleich ans Frühstück, denn das dauert an Renntagen immer besonders lange, erst recht, wenn ich so früh etwas in den Magen bekommen soll. Außerdem Kaffee. Nichts geht ohne Kaffee! Und während ich aß und trank und raus schaute, überlegte ich, dass es schön wäre, einfach mal so zeitig los zu radeln, hoch in den Odenwald, und die Morgenstimmung zu genießen. Mal sehen, ob ich das nicht bald noch hinbekomme. Die Überwindung wäre es sicherlich wert.

Und ich dachte wieder daran, als ich mit Annette – sie hatte mich derweil mit Sack und Pack eingeladen – durch eben diesen Odenwald fuhr, über leere Straßen durch eine dunstige Idylle.

Wir waren früh dort, hatten Zeit, gemütlich die Räder auszuladen, die Startnummern zu holen und anzubringen, geduldig an den Toiletten anzustehen, uns umzuziehen und schließlich warm zu fahren.

Ich hatte einen schlechten Start, aber hatte mit nichts anderem gerechnet, denn so geht es mir in letzter Zeit immer: Gleich schon war Annette fort, kurz darauf fuhr Sarah-Lena an mir vorbei. Beide sah ich erst im Ziel wieder. Sicherlich eine Stunde oder länger dauerte es, bis es mir besser ging. Bis dahin hatte ich gewaltig zu leiden und kam nur schwer voran. In dieser Zeit auch verlor ich den Anschluss an mehrere Damen, die lange dicht vor mir gewesen waren. Nur eine sah ich später wieder und überholte sie sogar, allerdings einzig deshalb, weil die Unglückliche sich kurz vor dem Ziel noch einen Defekt holte.

Das Rennen war was die Strecke angeht, nicht anspruchsvoll, ich hätte für die vielen Schotter- und Waldwegpassagen also vor allem die nicht vorhandene Kraft gebraucht. Anfangs hatte ich teils wenigstens noch ein Hinterrad und somit etwas Windschatten, später aber waren alle entweder hinter oder eben auch vor mir verschwunden. Das war frustrierend und kostete auf den langen Schotterpisten Kraft. Die wenigen Trailpassagen waren nicht schwierig und mühelos zu fahren, leider auch sehr kurz. Bevor ich mich hätte richtig hineinfinden können, waren sie schon wieder vorbei.

Als ich irgendwann dann endlich zumindest ansatzweise richtig rein treten konnte, wieder Energie hatte und mich etwas stärker fühlte, war ich schon fast im Ziel. Das kam irgendwie erstaunlich früh und unerwartet: Als 4. Seniorin und ich weiß nicht wievielte Dame war fuhr ich über die Ziellinie, aber gewiss nicht besonders weit vorn.

Irgendwie nicht zufrieden, aber auch nicht extrem unzufrieden. Später, und das war das Wichtigste, hatte ich eine schöne Zeit im Bierzelt mit Annette und Sarah-Lena sowie deren Vereinskollegen Bernhard, wir aßen miteinander und unterhielten uns, ich sprach mit ein paar Bekannten. Und das tat gut.

Zuhause kam dann das Kopfweh, das mir so gern nach einem Rennen einen Besuch abstattet. Somit habe ich den Mittag über ausgeruht und jetzt geht es mir wieder ordentlich.

 

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