MTB Trilogy 2015

Die Specialized-MTB-Trilogy 2015 ist Geschichte. Wieder einmal dachte ich zwischendurch, “Ich will nicht mehr!”, das gehört wohl dazu. Ebenso, dass ich zwar schon befürchtet hatte, dass es nicht gut laufen würde, dennoch aber gehofft, dem sei so. War’s aber nicht…

Somit habe ich schon beim Prolog – wiewohl ich auf den 10,7 km und 427 hm immerhin 6 Minuten schneller war als im letzten Jahr, naja – auch dieses Jahr wieder gleich gemerkt, dass ich keine Kraft habe. Ansonsten war es aber cool, weil ich fast alles fahren konnte, auch die krassen Geschichten, die mir letztes Jahr noch eine Heidenangst eingejagt hatten. Kleiner Dämpfer war ein Sturz in der ersten Abfahrt, weil völlig unerwartet die Bremse versagte: Im Vorfeld hatte noch alles funktioniert. So musste ich die kommenden Abfahrten etwas zögerlicher nehmen, außerdem dauerte es ein bisschen, bis ich dem Material wieder Vertrauen schenken konnte: Die Bremsleistung war zwar teilweise da, reichte aber bei hohem Tempo nicht aus (dann ging einfach nichts mehr).

Die erste Etappe war dann zwar weniger schlimm als gedacht: Ich konnte mehr fahren, musste weniger zu fuß hoch oder runter steigen, aber ich war extrem langsam unterwegs.

Der zweite Tag war dann der Tiefpunkt: Die Etappe ist flowig, man kann alles fahren, bergauf wie bergab mühelos. Aber ich habe mich von Beginn an furchtbar gefühlt, mir ging es richtig dreckig, und das war frustrierend. Auch die Abfahrten musste ich manchmal langsam machen, einfach weil die Beine das ruppige Terrain nicht mitgemacht haben. Und da ist dann noch das mit dem Bremsen: Meine Hände sind sehr klein, weshalb man die Bremse – bei optimaler Bremskraft – nicht ideal auf mich einstellen kann. Irgendwann habe ich dann keine Kraft im Bremsfinger mehr, und das kann u. U. tatsächlich gefährlich werden. Frustriert und wütend kam ich ins Ziel.

Gestern dann stand mit dem letzten Tag die längste Etappe an, mit schweren Abschnitten und heftigen Anstiegen. Ich beschloss, auch im Hinblick auf die große Hitze, die gestern noch einmal zugenommen hatte, von Beginn an noch einmal langsamer zu fahren: Die Wertung war in meinem Fall ohnehin egal, mir ging es nicht gut, also wollte ich zumindest Strecke, Wetter und das Fahren genießen, soweit es möglich war. Die Sache ging gut auf: Zwar war ich wirklich im Schneckentempo unterwegs, doch kam ich gut durch und musste erst gegen Schluss ein wenig leiden.

Insgesamt gab es in diesem Jahr recht viele Aussteiger. Ich bin 4. von 4 Frauen, das ist nicht toll. Ich bin aber auch 95. von 190 Teilnehmern, von denen wiederum 37 ausgestiegen sind. Somit bin ich sozusagen “so halb zufrieden”.

Fazit der MTB Trilogy ist trotz aller heftigen Belastungen dennoch wieder massiv positiv: Weil  die Organisation toll ist, die Stimmung sehr speziell, familiäre Atmosphäre, engagierte Mitarbeiter, spannende und nette Teilnehmer. Weil die Strecken nirgends, wo ich bisher war, vergleichbar wären. Weil  ich noch nie auf derartigem Gelände unterwegs war, unendlich viel gelernt habe während der bisher ja nur 2 Teilnahmen. Weil  ich zwar jedes Mal an meine Grenzen komme, aber jedes Mal auch ein wenig darüber hinaus gelange. Weil die Region hier wunderschön ist: Abwechslungsreich, idyllisch, landschaftlich reizvoll, aber auch von den Menschen her und dadurch, dass es sich um eine Grenzregion handelt, und man zugleich von Polen als auch von Tschechien einiges zu sehen bekommt. Weil unsere Unterkunft super ist, und die Gastgeberfamilie. Ha, und weil es dort seit diesem Jahr sogar einen eigenen Pool im Garten gibt (zugegebenermaßen ein weniger ausschlaggebender, doch durchaus relevanter Pluspunkt).

Wer Enduro oder MTB Marathon fährt, anspruchsvolles Gelände und tolleTrails erleben möchte, der ist bei MTB Trilogy auf jeden Fall an der richtigen Adresse! So etwas gibt es, zumindest in Deutschland, nicht!

PS: Der Nachteil ist, dass einem die Marathons bei uns danach immer noch langweiliger vorkommen als ohnehin gelegentlich schon.

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