Regenerative Knödel

Ich muss euch unbedingt noch vom letzten Abend in Österreich erzählen. Wir hatten – auf eine entsprechende Empfehlung hin – auf der Knödelalm einen Tisch reserviert. Am Donnerstag, so erfuhren wir, spielten die “Ziamwiam” dort auf. Zugegebenermaßen war ich anfangs etwas kritisch. Aber von der Knödelalm hatten wir nur bestes gehört, da wollten wir unbedingt hin, uns am letzten Abend etwas Leckeres gönnen.

Man fuhr eine Weile steil den Berg hinauf, einem gewundenen Asphaltband folgend, das mit dem Rennrad im Sommer sicher Freude bereitet. In diesem Fall und angesichts der fehlenden Leitplanken zum Abgrund hin waren wir froh, dass die Straße komplett schnee- und eisfrei war. Nach dem Aussteigen blieben wir beide unisono unwillkürlich stehen und starrten mit offenen Mündern in den unglaublichen Sternenhimmel, mussten dann über unsere jeweiligen lautstarken Begeisterungsbekundungen lachen. Kurz darauf lachten wir nochmals, als ein weiteres Auto kam und die Insassen die exakt gleiche Reaktion zeigten.

Der spärlich beleuchtete Hof wirkte heimelig und irgendwie war das Ganze in dem Moment bereits zu einem besonderen Erlebnis geworden, noch ehe der Abend richtig angefangen hatte.
In der Gaststube wurden wir an einen großen Tisch geführt, wo bereits andere Gäste saßen, mit denen wir – fremd hin oder her – einen wunderbaren Abend zubrachten.

Salat mit steirischem Kernöl, eine Auswahl leckerer Knödel, dazu selbstgemachte Limonaden (Zirben- bzw. Holunderblüten-), jedes für sich selbst eine Offenbarung, Neues für den Gaumen, Wohltat.

Die Ziamwiam dann waren ebenfalls genial. Ich hätte zugegebenermaßen keine Musikgruppe auf Profiniveau erwartet. Die Jungs waren nicht nur locker, lustig, unterhaltsam, sondern auch wirklich richtig gut!

Ein paar Bilder gibt’s übrigens hier.

Zwischendurch tappste der kleine Hosenmatz der Wirtsleute durch die Gaststube, wurde von den Gästen mit Begeisterung willkommen geheißen, hing eine Weile lang buchstäblich am Rockzipfel der Mama, die es schaffte, nichtsdestotrotz weiter Bestellungen aufzunehmen, zu bedienen und ihn nicht zu vernachlässigen. Dann verabschiedete er sich beim Papa, einem der Musiker, der die Gitarre zu diesem Zweck kurz zur Seite legte. Dann erst war der goldige Knopf bereit, zu Bett gebracht zu werden.

Fazit: Sollte ich noch einmal ins steirische Salzkammergut kommen, was ich sehr hoffe, wird die Knödelalm zum Pflichtprogramm gehören.

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