Späte Einsicht

Jeder, der einen solchen Abgabetermin schon hinter sich hat, wird mir sagen, dass das alles ganz normal ist: Dass die Daten nie so sind, wie sie sein sollten. Dass Programme spinnen und nicht laufen, Computer zwischenzeitlich zumindest teilweise den Geist aufgeben, die Formatierung des Dokumentes nicht klappen will (trotz langwieriger Vorbereitung, um exakt das zu vermeiden), bei der Berechnung der Daten ebenso wenig alles glatt läuft wie bei der Auswertung, oder aber da noch viel weniger, und selbstverständlich – wie hast Du das nicht wissen können, Arnhild?! – dauert alles länger als gedacht.

Ich aber bleibe Monate, Tage und Wochen – eine Panne nach der anderen, und ich habe erstaunlich wenige davon selbst verursacht – überraschend entspannt, arbeite weiter, komme nichtsdestotrotz gut voran, und die Ergebnisse, ja die Ergebnisse, die sind gar nicht mal so schlecht. Damit lässt sich doch ‘was anfangen!

Ich beschneide die Zeit, die ich mit anderen Dingen zubringe, immer mehr: Weniger Rad, noch weniger Rad, gar kein Rad. Nicht lesen. Nicht telefonieren. Erst recht niemanden treffen. Kaum noch das Haus verlassen. Nur Studio, damit ich wenigstens ein klein wenig schlafe nachts. Möglichst nicht einkaufen, nicht kochen, Essen richten als Pause, kurz durchsaugen als Pause. Wäsche waschen als Pause.

Morgens früh am PC. Abends spät ebenfalls.

Heute aber muss ich erkennen, dass alles doch zu knapp ist. Muss einen Termin verschieben. Und während ich das endlich erkenne, mir eingestehe und mich schäme, denn ich muss das ja auch mitteilen und organisiert bekommen, atme ich durch, bin ich erleichtert. Freue mich sogar: So ist es machbar. – Und jetzt ab an die Arbeit. Ich bin spät dran heute.

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