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Regen im Schwarzwald

Der Vorteil an so einem zeitigen Samstagmorgen ist, dass ich in Ruhe hier sitzen darf, meinen Kaffee und parallel dazu eine Tasse Tee trinken, und wach werden. Allerdings muss ich doch bald weg, habe einiges vor heute. Ich bin ja umgezogen und lebe nicht mehr ganz so neuerdings im Schwarzwald, dort, wo gerade der Wind um’s Haus pfeift und es schon seit Wochen zeitweise ziemlich kalt geworden ist.
Das Fahrrad steht buchstäblich in der Ecke, weil ich nur wenige Wochenenden überhaupt frei habe und es bisher genau da nicht geklappt hat.

Untätig bin ich aber keinesfalls: Ich habe mir ein in Deutschland sicherlich ungewöhnliches Studio gesucht, wo ich zu festen Terminen unter Aufsicht meine eigenen Übungen machen und wir dann im Anschluss noch jeweils verschiedenste Zirkeltrainings absolvieren. Gestern haben wir eine Boxjump-challenge veranstaltet, man musste also jeweils eine feste Zeit lang auf verschieden hohe Hindernisse springen, um dann wieder soundsoviel Sekunden zu pausieren (sie wurden gefühlt rasch sehr viel kürzer), dann kam das nächsthöhere Hindernis für den gleichen Zeitraum an die Reihe, bis zum höchsten, von wo aus man das niedrigste ansteuern durfte. Bei solchen Übungen wird ebenfalls unsere Technik überwacht und notfalls korrigiert.

Für mich hat das einige Vorteile: Ich kann (außer an Seminarwochenenden) 3x pro Woche sowohl Kraft (Langhantel) als auch Ausdauer trainieren, arbeite dabei hart an meiner Technik und lerne neue Übungen kennen. Weil immer erfahrener Trainer (kein üblicher Studiotyp also) dabei ist, kann ich jedes Mal an der Ausführung feilen und er sagt mir auch, wenn ich mehr Gewicht auflegen oder aber mir an diesem speziellen Tag  auch mal weniger zumuten soll. Allerdings bedeutet das auch, dass ich an jedem Trainingstag aufs Neue herausgefordert bin. Gestern beispielsweise, wo ich eigentlich stolz war, mit neuem maximalen Gewicht (knapp an meinem persönlichen Rekord vom letzten Jahr) Kreuzheben zu machen, musste direkt im Anschluss eine Technikübung für den Start der Zugphase einlegen, die mich wirklich fertig gemacht hat. Aber sie wahr wirklich lehrreich und ich werde sie in Zukunft – bei aller Qual – häufiger einfügen. Ach, und da ist da noch der Trupp an liebenswerten Chaotinnen und Chaoten, oder auch Nichtchaoten, denen ich mich damit angeschlossen habe und die zu sehen ich mich jedes Mal freuen darf.

Ich pendle weiter mit dem Rad zur Arbeit, aber nicht an einem Großteil derTrainingstage, wo ich direkt nach der Arbeit sehr rasch ein paar Ortschaften weiter sein muss.

Ja, ich vermisse das Radfahren sehr! Nach einer ersten Serie von Seminarwochenenden, Besuchswochenende (da war ich aber wandern hier oben, und das war wunderschön und ebenfalls durchaus anspruchsvoll), dazu mehreren Dauerregen- und Arbeitswochenenden weiß ich, dass ich im Winter tatsächlich nicht auf’s Radtraining bauen darf, nicht in meiner Situation.

Das Radfahren aber vermisse ich nicht nur, ich habe es auch gewiss nicht an den Nagel gehängt! Es ist eher das Gegenteil der Fall: Ich weiß inzwischen, wie gut es mir tut, freue mich auf jede Gelegenheit, endlich mehr von der Gegend zu sehen, bin auch schon am Kontakte knüpfen, um hier Anschluss zu finden.

Ich freue mich außerdem auf den ersten Schnee (angeblich könnte es dieses Wochenende schon soweit sein), denn dann kann ich das Skilanglaufen wieder anfangen! Und: Es gibt in der Region so genannte Nachtloipen, wo man theoretisch auch unter der Woche am Abend noch ein paar Runden absolvieren kann.

Und wenn die Tage länger werden, bin ich die erste, die wieder mehr auf dem Rad sitzt. Ich werde fit sein, fitter denn je, auch deshalb, weil ich meine Arbeit zwar sehr gerne mache (der lange harte Weg ist offenbar durchaus der richtige für mich), aber sie nicht selten keine einfache ist, und der Ausgleich, das Draußensein in der Natur, das bewusste Aktiv-und-bei-sich-sein von unschätzbarem Wert, um nicht selbst krank zu werden.

Ihr werdet nicht glauben, wieviel Leid hinter allzuvielen ganz normalen Gesichtern versteckt ist. Doch ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Potential, wieviel Kraft und Ressourcen auch die vermeintlich Kränksten immer wieder mitbringen.

Euch einen wunderschönen Tag! Ganz gleich, wie das Wetter wird, genießt ihn!

Voll & ganz verzogen.

Noch ein bisschen verschlafen starre ich an die hässliche Wand, verunstaltet von Dübeln und einem schmutzigen Abdruck da, wo einst die Einbauküche stand. Mir fällt auf, dass Tisch und Stühle in dieser Ecke viel besser ausgesehen hätten.  Derweil trinke ich den Kaffee, den ich auf der geliehenen Herdplatte für die Steckdose gekocht habe: Meine improvisierte Küche. Geschirr gespült wird in einer Schüssel in der Badewanne.

Ich habe mich ja einiger Sachen entledigt, und wenn gerade jemand etwas dringend gebraucht hat, so musste ich eben ein paar Tage ohne auskommen. Wie schon erwähnt, habe ich einiges aussortiert von meinen gesammelten Gütern, aber doch auch einiges behalten, genug, um das ganze Vorhaben zu einem ausreichend stressigen zu machen: Ich ziehe ja um!

Jetzt wird es konkret: Die letzten Kisten (oh, so viele!) müssen gepackt, die letzten Schritte organisiert werden. Klar Schiff machen, Ordnung schaffen.

Kommen & Gehen

Eben wurde mein Bett abgeholt. Gestern die Küche. Letzte Woche schon der alte schwere Fernseher, ein Kühlschrank, die Waschmaschine.

Ich miste gewissermaßen aus, nutze den bevorstehenden Umzug. Manches ist, so stelle ich fest, tatsächlich unsinnig: Weshalb eine gewichtige altersschwache Waschmaschine hunderte Kilometer zu transportieren, wenn Du Dir vor Ort gebraucht und günstig eine neuere kaufen kannst, die Du dann vielleicht im Nachbarort abholen kannst? Gleiches gilt für den Kühlschrank. Das Bett musste gehen, weil es dort nicht passt bzw. ich in Zukunft eines mit Stauraum haben möchte.

Somit lebe ich  momentan zwischen Kisten und Kartons, bin stolz auf das, was ich in den letzten Wochen schon aussortiert und geordnet, organisiert und geschafft habe, versuche gelassen zu bleiben angesichts der Herausforderungen, die allesamt noch anstehen.

Da, wo ich hinziehe, ist alles anders: Die Infrastruktur, das Wetter, das Trainingsterrain. Meine Arbeit, meine Wohnung, mein Leben. Ich bereite mich vor, sofern das möglich ist und freue mich auf das, was kommt.

Renntechnisch bin ich den Sommer über ein paar Straßenrennen gefahren, das hat mir Spaß gemacht. Leider habe ich Bellheim verpasst, weil ich kurzfristig krank war. Ansonsten wird weiter trainiert – und geplant.

 

Später Saisonbeginn

Dieses Jahr will es einfach nicht so ganz werden. Mir fehlten Zeit und Motivation – wiederum bedingt durch wenig Zeit – für ein anständiges Trainingsprogramm und damit fühlte ich mich dieses Jahr lange Zeit auch so ganz und gar nicht bereit einen Wettkampf zu bestreiten. Mein Einstieg ins Berufsleben war nun mal wichtiger.
Langsam kommt zumindest 1/10tel Routine im Beruf rein und gemeinsam mit dem Sommer lässt das wieder Kapazitäten für mehr und vor allem regelmäßigeren Sport frei werden.

Am Freitag habe ich meinen Einstand in zweierlei Hinsicht gefeiert: Das erste Radrennen dieses Jahr und das erste mal mit meinem heiß geliebten neuen Specialized Tarmac (alias “Lupo”). Ich fuhr ein Bergrennen in Nussdorf am Attersee – ein wunderbarer Wettkampf, nicht zuletzt aufgrund der tollen Kulisse an meinem absoluten Lieblingssee. Es war familiär und dennoch top organisiert mit nettem Ausklang hoch oben über dem See. Dort fanden die Siegerehrung und eine Tombola statt, die nach bundesheerler Art rasch und mit nüchternem Humor durchgezogen wurde.

Das Rennen (eigentlich Einzelzeitfahren) war natürlich megaanstrengend für mich. Wie soll es anders sein, wenn man vorher kaum (Intervalle) trainiert. So habe ich mich hochgequält und etwas gelitten und die Oberschenkel brannten so richtig. Damit ich auch was davon hab!

Aber ich hatte tatsächlich was davon, denn ich wurde zweite Dame in meiner AK und gesamt 5. Also bitte – geht auch mit weniger Training…

Ernsthafte Vorbereitungen & Zweifel

Gestern hatte ich einen schlechten Tag, einen richtig schlechten Tag. Wir hatten Intervalle im Gelände auf dem Plan, kurz und hart, aber es fing schon damit an, dass ich mich auf dem Rad nicht wohlfühlen wollte: Alles fühlte sich falsch an. Wir fuhren uns ein, und ich hatte Zweifel, ob ich auch nur eine einzige Vollgassequenz würde fahren können. Am Traileinstieg war ein Auto geparkt, und ich hatte Zweifel, ob ich da vorbei kommen würde.

Ich kam vorbei, ich fuhr das erste Intervall, das zweite ging auch noch. Beim dritten habe ich wohl überzogen, denn es ging recht technisch zu, ich war am Kotzen und bekam Panik, als ich an einer Stelle durchrutschte, alles Vertrauen auf der Stelle verlor und in der Folge vom Rad musste: Verzweiflung!

Mir ist klar, dass das ziemlich überspitzt klingt und unangemessen, doch ich war tatsächlich voll und ganz verzweifelt, außer mir, dachte an das bevorstehende Rennen, dass ich “nicht mal richtig auf dem Rad sitzen kann”, “nicht mal solch ein kurzes Intervall ordentlich fahren”, “hier rumstehe und rumheule wie ein Anfänger”.

Gott sei Dank war ich nicht alleine und habe in meinem geliebten Freund auch einen duldsamen und verständnisvollen Trainingspartner. Er sagt nicht viel, beruhigt mich mit wenigen Worten, steigt dann auf und fährt langsam weiter, hat mich im Blick, aber lässt sich nicht beirren.

Ich fuhr weiter, weitere Intervalle folgten, nicht besonders gut, aber ich tat, was ich konnte. Ich baute ein paar Mal  Mist, war nicht ideal konzentriert, fluchte und schimpfte und schrie. Er hielt mich aus und war da. Ich holperte wenig elegant die letzte Abfahrt hinunter. Mir tat alles weh: Die Beine, die Hände, die Füße. Ich hatte Zweifel, große Zweifel an allem: Der Einstellung meines Rades, der Schaltung, den Bremsen, meinen Schuhen. Oh, und meiner Fitness, erst recht meiner Fitness. Vorbereitung?

MTB-Trilogy steht an, und wieder einmal konnte ich, weil die äußeren Umstände so waren und nicht anders, die zur Vorbelastung notwendigen Wettkämpfe im Vorfeld größtenteils nicht bestreiten, war müde, hatte zu wenig Ruhe. Ich will es mir nicht verderben lassen, auch wenn ich weiß, dass ich wieder werde leiden müssen, viele Stunden lang, an mehreren Tagen. Und dennoch langsam sein. Ich hoffe sehr, dass es nicht regnet, denn andernfalls weiß ich nicht, ob es – für mich – zu schaffen ist.

Ein spezielles Phänomen dieses Rennens besteht darin, dass ich ungewohnt rasch allein unterwegs bin. Weil nur die starken Männer dort überhaupt am Start stehen, und sehr wenige sehr starke Frauen. Bis auf mich, die ich wohl verrückt sein muss. Bald nach der Startphase bin ich, wenn ich nicht überziehen möchte, also meist schon abgehängt, hinter mir nur die Fahrer der Endurowertung, die es locker angehen lassen.

Wenn die Landschaft, die Strecke, die Leute nicht so unsagbar wunderbar und speziell wären, all die Angst, den Schmerz, den Schweiß, das Blut, die Tränen bei weitem aufwögen, ich wäre nicht wieder dabei. Ich wünschte nur, ich könnte eines Tages mit einer richtig großen Gruppe anderer Frauen am Start stehen und jeden einzelnen Tag gemeinsam durchleiden und genießen. Bis dahin werde ich wohl Jahr um Jahr die einsame Verrückte sein, die im Schneckentempo für sich unterwegs ist und manchmal vor Erschöpfung und dennoch mit Bedauern das eine oder andere technische Highlight zu fuß überwindet.

15. Überwald-Bike-Marathon Siedelsbrunn

Gestern stand mein erst zweiter MTB-Marathon der Saison an. Ich meldete für die Langdistanz, während aufgrund der Wettervorhersage viele Fahrer auf die Mittel- oder Kurzstrecke ummeldeten bzw. gar nicht erschienen und/oder meldeten. So war es ein für Siedelsbrunn sehr kleines Startfeld. Ich wusste, dass ich nicht würde konkurrieren können. Mir fehlen die MTB-Kilometer, erst recht, was Rennen angeht.  6 starke Damen waren zudem schon im Vorfeld gemeldet, und üblicherweise bleibt es nicht dabei.

Am Start ließ ich es locker angehen, holperte anfangs auch über die Trails, bis ich mich einfand, und fuhr dann mit der späteren 5. Seniorin bzw. dann der 2. Dame der Mittelstrecke, die ein entspanntes Tempo anschlugen. Als es in der 2. Runde aber heftig zu regnen begann, ich nichts mehr sah und erste Schaltprobleme auftraten, ließ ich die beiden zu ihrem “Finale” ziehen und begann zu kämfen: Immer wieder die Brille säubern, die Kontaktlinsen schlammfrei halten, verlorene Flaschen anderer Fahrer nutzen, um den Antrieb zu reinigen. Kettenklemmer um Kettenklemmer ließen mir die Beine zugehen, später versagten die Bremsen und ich hatte einen etwas unangenehmen Sturz deswegen. Mir war extrem kalt, ich hatte Durst und auch Hunger, wollte mein letztes Gel aber aufsparen.

Ohnehin nicht besonders schnell unterwegs, war ich nun wirklich langsam. Es war Überwindung, unter diesen Bedingungen in die 3. Runde zu gehen, insbesondere als man mich fragte: “Aufgeben oder weiterfahren? Es sind schon einige ausgestiegen.” Auf der 3. Runde war ich dann so ziemlich alleine, wurde dann noch von einer Frau aufgeholt, mit ihr und einem Mann war ich von da ab quasi allein unterwegs, und dem Schlussfahrzeug, das von da ab treu hinter uns fuhr… Die Frau war immer schön vor mir, ein guter Fixpunkt, während wir durch Schlammtiefen und neue Bachläufe kämpften; dann nach einem Abzweig im ersten Drittel der Runde aber war sie plötzlich verschwunden. Ich hatte nicht  lange Zeit, mich zu fragen, wo sie abgeblieben war, musste ich mich doch auf’s “Überleben” konzentrieren. Später erfuhr ich, dass sie in der Folge falsch gefahren war und unfreiwillig massiv “abgekürzt” hatte. Gott sei Dank hatte sie überhaupt zurück zum Start-Ziel-Bereich gefunden. Allerdings waren uns in der 3. Runde auch Hindernisse in den Weg gelegt und Markierungen verdreht worden, und das Schlussfahrzeug war es, dass mich selbst gegen Ende des Rennens kurz vom falschen Weg abbrachte und an anderer Stelle den Mann einholte, der ebenfalls falsch gefahren war.

Ich habe über eine Stunde länger gebraucht als die Siegerin Danièle Troesch aus dem Elsass. Sie ist sehr gut gefahren und ich enorm schlecht. Somit war ich überrascht, als man uns aus den Duschen zur Siegerehrung rief: Wegen ihres Falschfahrens wurde ich gemeinsam mit der 3.-Platzierten auf den 3. Platz gestellt.  Ich bin die letzte Fahrerin, die ins Ziel kam, auch eine neue Erfahrung. Trotzdem bin ich stolz, mich durch alle Widrigkeiten gekämpft zu haben:

Wenn man nichts mehr sieht, keine Kraft mehr hat, die Schaltung nicht mehr will, und dann auch die Bremsen nicht, Essen fehlt (ich hatte mich in der Kalkulation der Gels vertan) und Trinken (Brille und Antrieb reinigen hatten Vorrang), es extrem kalt ist und mehr als nass, ist weiterfahren nicht unbedingt die erste Option. Ich bin dankbar, dass ich mich dafür entschieden habe.

LBS-Cup MTB 1. Lauf Untermünkheim (03.04.2016)

Gestern also stand das erste MTB-Rennen der Saison an, zugleich das allererste Mal, dass im Zuge des LBS-Cup Mountainbike auch ein Damenrennen der Lizenzklasse veranstaltet wurde!

Da ich buchstäblich das zweite Mal diese Saison überhaupt auf dem Mountainbike sitzen würde, die Strecke zudem nicht technisch, aber konditionell anspruchsvoll ist, hatte ich keine großen Erwartungen, war aber entschlossen, mein Bestes zu geben.

Vor dem Start war ich erst einmal etwas warmrollen mit einer netten Radbekanntschaft; wir hatten sogar Gelegenheit, zwischen zwei Wettkämpfen kurz die Strecke einmal abzufahren. Das war ein Glück, denn die Untermünkheimer sind sehr engagiert, und es war dementsprechend einiges los auf der Strecke und drum herum.

Das eigentliche gezielt harte Warmfahren habe ich dann auf der Rolle absolviert, was für mich gut funktioniert.

Die ersten beiden Runden liefen erstaunlich gut, wenn auch ich natürlich sofort leiden musste, das ist nunmal Crosscountry: Anschlag vom Start bis ins Ziel. Allerdings verlor ich mit zwei weiteren Verfolgerinnen ziemlich sofort den Anschluss an die ersten beiden, sehr starken Fahrerinnen, die bald darauf schon nicht mehr zu sehen waren.

In der dritten Runde  hatte ich zu kämpfen und auch die Konzentration litt enorm. Dabei verlor ich immer wieder kurz den Anschluss an Pepe vor mir und Anette, die schließlich eine größere Lücke reißen konnte und von da ab ein Stück weiter vorn für sich blieb. Pepe holte ich mehrfach wieder ein, konnte aber auch ihr bald schon nicht mehr folgen, wenn auch ich sie immer vor mir sah.

In der letzten Runde konnte ich ihr nochmal näher kommen, schaffte es aber nicht einmal mehr auf Schlagdistanz, obwohl ich alle verbleibende Kraft investierte.

Wohl nicht nur ich war aber im Rennverlauf zunehmend häufig behindert von sehr starken Fahrern anderer Klassen, die gemeinsam mit uns unterwegs waren und harte Positionskämpfe “um uns herum” auszufechten hatten und die wir eigentlich selbst wiederum nicht einschränken wollten, sowie – die schwierigere Variante – abgehängten und überrundeten Fahrern eben dieser Klassen, die häufig eher am Pöbeln waren und selbst an breiten Stellen Probleme hatten, zu passieren.

Somit fuhr ich selbst an fünfter Stelle ins Ziel, nach Pepe, die wiederum hinter Anette das Ziel erreichte. Glückwunsch auch auf diesem Wege an Anette Rathmann (3.) von Radsport-Rhein-Neckar zum Treppchenplatz! Sie lag damit hinter Jessica Benz (1.) vom SC Hausach, die für Neumeyer Tekfor fährt, und Nina Kraus (2.) vom TSV Schmiden, die für das Multivan Merida Team Deutschland unterwegs ist. Hinter mir kam nur noch eine weitere Fahrerin ins Ziel, während die beiden übrigen das Rennen nicht beendeten.

Selbstverständlich drehten meine Beine an den steilen Anstiegen nur sehr zäh, technisch habe ich ebenfalls wenig zustande gebracht. Aber angesichts der fehlenden Übung und Rennhärte sowie der dennoch anständig gefahrenen ersten beiden Runden bin ich soweit doch zufrieden und freue mich auf die nächsten Rennen.

Besonders gefreut habe ich mich über das tolle Wetter im frühlinghaft erblühten Kochertal (mir tat’s allerdings leid um die überfahrenen Schlüsselblumen auf der Strecke), die netten Begegnungen und meinen duldhaften und treuen Betreuer und Flaschenservice Jakub!

Vermisst habe ich allerdings die berühmten “Open-air-Duschen”, die es früher dort gegeben hatte.

Einen schönen Abschluss fand der Nachmittag mit einem kurzen Abstecher zuhause auf der Rückfahrt, die Jakub währenddessen auf dem Rad vornahm: Eine Tasse Kaffee mit meiner Mama, Spaziergang mit dem Papa; zuhause gerade das Auto aus- und das größte Chaos aufgeräumt, als durchs geöffnete Fenster das Surren des Freilauf von Jakub’s Rennrad zu hören war, und somit auch er sein Tagwerk hinter sich hatte.

LBS-Cup, diesmal anders.

Nachdem ich die ersten beiden LBS-Cup-Rennen auf der Straße in Singen und Schönaich mit den lieben Mädels unserer temporären Equipe “Team Baden-Forchheim” halbwegs gut, aber erwartungsgemäß schwer überstanden habe, geht es nun endlich in die Mountainbikesaison, und zwar ebenfalls mit einem Wettkampf der LBS-Cup-Serie, eben der für’s Mountainbike.

Ganz neu diese Saison ist dort die Einführung der Damen-Lizenzklasse, weshalb ich nach meinen Anfangsjahren auf dem Rad erstmals wieder teilnehmen darf. Auch hier gehe ich recht unbedarft bzw. vor allem unvorbereitet rein: Es war in diesem Winter nicht möglich, mich auf den Rennbetrieb angemessen vorzubereiten, erst recht nicht auf dem Mountainbike, denn buchstäblich mehrgleisig zu fahren hätte ja noch mehr Zeit und Kraft gekostet, die nicht vorhanden waren.

Also werde ich beim morgigen Rennen in Untermünkheim mit nichts rechnen, alles geben, hinnehmen, dass ich wohl hinterher pedalieren werde, und mich trotzdem freuen, dabei zu sein. Außerdem werde ich – hoffentlich -  nach langer Zeit ein paar vertraute Gesichter wieder sehen.

Nasse Wochen

Mein zweiwöchiges Trainingslager zuhause ist zuende. Obwohl es fast jeden Tag heftig geregnet hat und ausnehmend windig war, ich zudem die meisten Tage alleine (und oft sehr langsam) unterwegs war, konnte ich aus meiner Sicht das meiste heraus holen und bin absolut zufrieden. Wenn man sich darauf einstellt, kann man auch bei zwei Grad und Regen sechs Stunden im strömenden Regen fahren, ohne dass es einem dabei schlecht gehen muss. Das habe ich erstaunt festgestellt.

Ich habe unter anderem einige Orte des #wintermemory angefahren und hatte so jeweils ein oder gleich mehrere Ziele. Das Wintermemory ist eine Facebook-Gruppe, deren Mitglieder Selfies von Orten in der jeweiligen Region einstellen, die wiederum andere Mitglieder in der Fole anfahren können und dies in Form eines eigenen Selfies vom entsprechenden Ort jeweils dokumentieren. (einfach mitmachen, wenn ihr Lust habt)

Jetzt wird ein paar Tage ausgeruht, dann geht es weiter.

Vier Fünftel

Ein weiterer “Tag davor”. Ich stecke noch immer also in meiner Prüfungsphase, nicht enden wollend, scheint mir manchmal. Dabei ist nächste Woche dann schon alles vorbei. Und das ist Teil des Problems: Die krankheitsbedingt verschobene Prüfung liegt inzwischen zwar hinter mir, aber dadurch – kombiniert mit der Tatsache, dass ich mich in einem anderen Fall lange vergeblich um einen Termin bemüht hatte – liegt nun der Abschluss viel zu dicht aufeinander: Morgen Teil 1, nächste Woche gleich Teil 2, für den ich im Vorfeld noch nichts tun konnte. Um nicht beides zu gefährden, habe ich das auch konsequent durchgehalten. Strategische Überlegungen hin oder her: Ich bin sehr froh, wenn diese ganze Chose hinter mir liegt, das könnt ihr mir glauben!

Mein Training besteht derzeit aus Kompromissen über Kompromissen: Wenn der Kopf voll ist, schaue ich aus dem Fenster und entscheide, ob ich auf’s Rad steigen soll oder zum Krafttraining gehe. Immer häufiger verzichte ich auf beides, weil die Zeit doch zu knapp ist. Bewegung nur soviel wie  nötig. Das geht nur eine Weile gut, aber eine Weile lang reicht momentan ja.

Und nächste Woche dann, da werde ich mich den weniger dringlichen, aber doch auch sehr wichtigen Dingen widmen: Meinen lieben Eltern, meiner Familie, Freunden, dem Training, tausend Erledigungen und zu verwirklichenden Ideen, der Winterverlosung, die wir weiter spinnen möchten (wie versprochen!), unseren zwei super lieben neuen Fahrerinnen, der weiteren Saisonplanung. Wie auch immer die kommenden paar Tage verlaufen werden; auf diese Dinge freue ich mich sehr!