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Mein 2. Geburtstag

Heute möchte ich auch mal wieder von mir berichten :) Es sind inzwischen fast 8Wochen seit meinem Unfall vergangen. Seit letzem Mittwoch habe ich das offizelle “Ok” vom Arzt dass alles verheilt ist. Das hießt natürlich noch lange nicht dass ich einfach wieder loslegen kann. Vorsicht ist immernoch geboten und da meine Milz größer ist als andere, besteht ein erhöhtes Risiko. Dennoch geht es mir großartig und das erste Training war total erfolgreich und hat meeeega Spaß gemacht. Meine Versicherung (Danke nochmal!) finanziert mir außerdem ein Jahresabo in meinem damaligen Lieblingsstudio “Fitness First” wo ich nun vorhabe, 2x die Woche abends ins TRX und Bauch Spezial zu gehen :-) Denn mein altes Studio bietet nicht das was von der Versicherung erwartet wird und daher hab ich nun einfach 2 STudios….das “tolle” und das nicht so tolle *lach* Ich bin sehr happy darüber und freue mich auf das freie Training dort. Heute heißt es erstmal wieder ins STudio gehen um langsam fit zu werden (ich hab ganz schön abgebaut..puuh)…..Das Wetter ist leider nicht so schön sodass das Radfahren ein wenig zu kurz kommt. Aber ich genieße jede Minute auf dem Rad. Es geht voran und ich darf ehrlich sagen dass der 16.7.2015 mein 2. Geburtstag sein wird <3

Wunden müssen heilen

Auch ich melde mich mal wieder zu Wort. Wie meine Schwester bereits rührend beschrieben hat wisst ihr ja auch schon alle von meiner aktuellen Situation. Heute wurde ich nach 10Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Für viele klingt das toll, befreiend und erfreulich, aber für mich ist es eher ein Schritt weiter in das “Gefangensein” des “schonens” (ich kann das Wort nicht mehr hören/lesen)…immer wieder höre ich: “du musst dich schonen” oder: “pass auf dich auf!”. Ich weiß dass sich viele Sorgen machen aber ich glaube viele können sich das nicht vorstellen wie man sich in so einer Situation fühlt. Wenn man einen Knochenbruch hat dann verheilt er langsam aber stetig und man kann langsam wieder damit beginnen, die Belastung zu erhöhen. Man kann in dem Sinn nicht viel falsch machen….klar, überlasten is nie gut und kann auch langfristig dazu führen, dass man evtl seinem Körper Schaden zufügt aber bei meinem Fall ist das noch ein wenig anders….ich habe Angst! Richtige Angst! Denn wenn ICH Bockmist baue, wenn ICH meinem KÖrper nicht die Ruhe gebe die er benötigt dann kann es passieren dass ich doch noch meine Milz und somit meine vollständige GEsundheit verliere….oder es trifft der schlimmere Fall ein über den ich garnicht erst nachdenken möchte. Ich möchte hier jetzt kein Mitleid. Ich möchte nur zu verstehen geben wie ich mich im MOment fühle. Und nun heißt es, das beste draus zu machen. Neue “Hobbies” suchen um die Zeit daheim sinnvoll zu nutzen.

“Du solltest Häkeln lernen, Schwesterlein”

Meine Schwester ist oft in diesen Situationen meine treibende Kraft. Bestimmt und eindeutig sagt sie was ich nicht tun darf (schonen schonen schonen…) aber sie hilft mir auch mich auf Ideen zu bringen. Jaa das häkeln…das ist schon eine feine Sache – wenn mans kann. Drum nutze ich die Chance und versuche mich darin; wer weiß? Vielleicht bekommt ihr ja bald alle Topflappen geschenkt *lach*.

Den Sport muss ich leider in den Hintergrund schieben und zähle schon die Tage (zuviele wenn ihr mich fragt) bis ich wieder LANGSAM damit anfangen darf. Meine Saison ist also hiermit offiziell erstmal beendet :( *seufz*

Zwischen Kraichgau und Krankenhaus

Krankenhaus. Meine Schwester liegt in der Klinik. Milzruptur. Das ist kein Spaß. Ein eigentlich harmloser Sturz mit dem Mountainbike wurde dadurch zu einem folgenschweren, dass das Rad auf ihr gelandet ist. Das war irgendwann letzte Woche. Ich erfuhr erst am kommenden Morgen, dass sie in der Klinik gelandet war.

Doch etwas überrascht nahm ich meine eigene Reaktion darauf wahr: Es gibt einen neuen Modus, auf den ich zurück greifen kann, wenn eine derartige Situation eintrifft. Das ist gut, es ist aber auch erschreckend: Zuviele Monate der Angst haben diesen Modus geschaffen. Ich kann aber immerhin rasch und zweckmäßig agieren. Also alle informiert, Sturm gebetet, mich im Netz informiert; Instruktionen ins Krankenhaus geschickt (meine arme Schwester musste halb zugedröhnt mit Betäubungsmitteln brav tun, wozu ich sie anwies), mit der Krankenkasse gesprochen (der Zweitmeinungs-Service ist eine wertvolle Hilfe!), über meinen Freund einen Bekannten kontaktiert, der selbst Chirurg ist. Neue Informationen in die Klinik geschickt. Ich war erst beruhigt, als klar war, dass sie vorherst nicht operiert wird. Noch einmal lasse ich nicht zu, dass die Kombination aus Hilflosigkeit beim Patienten, Unwissenheit und zu großem Vertrauen bei den Angehörigen und wie auch immer zu begründenden Fehlentscheidungen bei den Ärzten zu einer langwierigen Katastrophe führen. Ich habe gelernt, dass man eigenverantwortlich ist, und schlicht und ergreifend schnell handeln und reagieren muss, auch im Notfall. Es gibt keine Entschuldigung.

Wie man diesem Text entnehmen kann, bin ich durchaus stolz darauf, dass das so gelaufen ist. Auch wenn ich letztlich nichts ändern konnte. Auch wenn dieser neue Modus, wie ich ihn beschrieben hat, auch seine negative Seite hat. – Wir hatten bisher Glück, der Verlauf ist ein positiver, zumindest vorläufig: Erst einmal keine Operation, wie sie anfangs sofort erfolgen sollte. Abwarten. So macht man das heute nämlich. Früher hätte man die Milz einfach kurzerhand entfernt. Aus heutiger Sicht wäre das unklug.

Sie leidet: Fieber, vor allem nachts, die Laken müssen gewechselt werden, so heftig der Schüttelfrost. Sie kann nicht essen; die Schmerzen! Meine tapfere Schwester liegt intensiv, muss das Gepiepse ertragen (in diesem Fall wohl dem, der nicht bei Bewusstsein ist), die Hektik, den spannenden Ausblick auf einen weißen Vorhang rund um ihr Bett. Die Hitze der letzten Tage.

Seit neuestem weiß ich die Vorzüge von WhatsApp enorm zu schätzen, kann morgens um 5 schon Nachrichten schicken und abends noch einmal. Kann immer wenn wir beide verfügbar sind, nachfragen, was gerade los ist.

Kraichgau. Gestern hatte ich aber auch einen sehr schönen Tag: Die RTF in Sulzfeld; ich wollte endlich den Kraichgau, und zwar das wirkliche Hinterland, per Rad erkunden! Eine bisher Unbekannte und ihr Begleiter nahmen mich mit, wir fuhren mit dem Auto. Geplant waren die 113 km.

Der Gedanke, mit dem Rad hin und zurück zu fahren, dann die Langstrecke in Angriff zu nehmen, war verlockend, aber 250 km sollte ich doch nicht fahren momentan, das war mir schon klar… Also verabschiedete ich mich von dem Gedanken und radelte stattdessen frühmorgens zum Treffpunkt in Handschuhsheim, wo mein Rad verladen wurde.

Es sah von Beginn an nach Regen aus, der kam jedoch dann ziemlich unerwartet als es eigentlich gerade wieder aufgeklart hatte, in ungeahnter Heftigkeit. Wir Glücklichen aber hatten gerade die Verpflegung erreicht und konnten sicher und trocken unterstehen, bis der Himmel seine Schleusen wieder geschlossen hatte. Eine Weile auf nassen Straßen unterwegs, war die Angelegenheit bald vergessen. Der Kraichgau war immer auf’s Neue herrlich anzusehen:

Sanfte (später dann weniger sanfte, als die Landschaft etwas ruppiger wurde) Hügel, vielfältiger Feldblumenwuchs entlang der Straßen; kaum Verkehr, reifes Korn auf den Feldern, Erntemaschinen in Aktion, der harsche Wind, über den wir später noch schimpfen sollten, letztlich ein Segen: Keine brütende Hitze über dem Land, vielmehr immer wieder Wolken, dann wieder etwas Sonne, kühle Luft. Angenehm.

Meine Begleitung war gemütlich unterwegs, wir hatten zudem eine Einsteigerin mit dabei. Ich war beeindruckt von ihrem Durchhaltevermögen: Sie war zugegebenermaßen sehr langsam – fuhr keinen Windschatten, bremste bergab, und es ärgert mich etwas, dass man ihr all die Grundlagen nicht beigebracht hat -,  aber unermüdlich, und wirkte dabei immer zufrieden und zuversichtlich.

Ich bin noch immer etwas träge, von den Beinen her; die Intervalle vom Vortag habe ich ebenfalls gespürt. Deutlich mehr als sonst. Aber es tut weh, immer anhalten, warten, rausnehmen zu müssen. Windschatten spenden war wenig hilfreich. Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht; bin im Wind gefahren, habe kleine Fahrtenspiele aller Art eingebaut, dann wieder die Landschaft genossen und gegammelt. Abfahrten einfach runter gerollt oder auch mal einen Berg hoch getrödelt. Dann wieder beschleunigt; immer in Abhängigkeit vom Abstand. Mal mit hoher TF, mal “Schaltverbot”, immer wieder Neustartgefühl: Fertige Beine durch Anhalten, plötzlich rausnehmen. Der 2. Teil war geprägt von heftigem Gegenwind, starken Böen. In der Ferne ging starker Regen runter, aber wir hatten auch hier wieder Glück: Schwül, aber trocken. Obwohl die Schwalben tief flogen.

Die letzten Kilometer wartete ich nicht mehr, gab einfach Gas, was meine müden Beine hergaben. Das war nicht mehr viel, ich kam kaum vom Fleck. Wenn ich bergab nicht voll in die Pedale trat, kam ich praktisch zum Stillstand. Was für ein Wind! Aber ich hatte ihm den Kampf angesagt. “Es kommt nicht darauf an, wie schnell du sonst bist. Wie schnell die anderen sind. Wie langsam du wiederum im Vergleich zu anderen bist.”, sagte ich mir. Ich und der Wind. Mein Mini-Zeitfahren durch die letzte Ortschaft. Doch noch ein paar Anstiege. Im Ziel. Bäh, wie klebrig! Zufrieden.

Am Abend mit einer Bekannten noch Bayram gefeiert: Das Fastenbrechen. Das Zuckerfest für die Kinder. Gegrilltes Fleisch, Salate, Im-Schatten-sitzen, eine munter tobende Kinderschar, nette Bekannte, entspannte Gespräche. Der perfekte Abschluss eines langen Tages.

 

Überwald Bike Marathon 2015 – Berlinde

Heute erzähl ich euch von meinem 2. diesjährigen Rennen. Ich bin mit gemischten Gefühlen losgefahren da ich ja das letzte Mal so “schlechte” Erfahrungen gemacht hab und sehr enttäuscht und frustriert war. Andererseits dachte ich mir, dass es ja schlimmer garnicht werden könne und hatte nur ein Ziel vor Augen: durchkommen! Also meldete ich mich für die 25km-Kurzdistanz an und, da das ja 8km mehr waren als beim letzten Mal, erhoffte ich mir eine kleine Verbesserung.

Die Aufregung war präsent!

Gegen 7:30Uhr war ich bereits vor Ort, da ich gerne früher als spät ankomme….also erstmal meine Sachen gerichtet, das Rad aufgebaut und gegen 8:15Uhr meine ersten Runden gedreht – aufwärmen…..Meine Schwester und ihr Freund zogen die Rolle vor und ich versteh inzwischen warum. Es ist einfach praktischer und man kann genau so aufwärmen wie man es für richtig hält…und stört dabei niemanden. Das nächste Mal werde ich das auch mal ausprobieren :-)
Um 9Uhr war schon Startaufstellung – Massenstart, was mir nicht so gefallen hat. Wir standen leider sehr weit hinten und so kam es dass zu Beginn erstmal ein Gedrängel und Stop and Go angesagt war. Erst am ersten Berg trennten sich die Wege der verschiedenen Kraftbündel und ich begann in mein Tempo zu kommen. Die ersten Hügel waren herrlich und ich kam super voran. Auch bergab ging es toll voran, jedoch, und so geht es mir bei fast jedem Rennen, nervten mich immer diejenigen die mich hochzus einholten. Langsam, mit quietschenden Bremsen, blockierten sie nahezu die gesamten Trails bergab und hinderten mich daran, vorbeizusaußen. Ich war verärgert, wo doch das runterfahren mein kleiner Vorteil ist… dennoch verlor ich nicht den Mut und kurbelte fleißig weiter. Gegen km 20 merkte ich wie meine Beine müde wurden. Ich begann langsamer zu werden aber dann kam ein älterer Herr an mir vorbei und meinte: Komm, den holen wir ein (auf einen Fahrer vor uns blickend). Also hängte ich mich an ihn ran und wir holten ihn und noch ein zwei weitere Fahrer ein und kamen ins Ziel. Mit meinem 8. Platz bin ich sehr zufrieden denn es scheint mir als ob ich ein wenig besser geworden bin. Das tollste daran: KEINE Knieprobleme! Jetzt heißt es, zu überlegen wie es weitergeht. Kann ich denn schon mehr? oder erstmal auf diesem Level verbessern?

Der tägliche Wahnsinn

Auch ich lass mal wieder von mir hören. Ich muss gestehen nach dem missglückten “Rennen” (wo ich definitiv mit zu hohen Erwartungen meinem Körper gegenüber rangegangen bin) hab ich mich ein wenig zurückgezogen da ich enttäuscht und deprimiert war…jetzt ist das anders. Ich weiß dass es nunmal einfach auch mal Rückschläge oder schlechte Tage gibt und die guten kommen ganz bestimmt auch wieder. Also hab ich mich direkt für den nächsten Marathon angemeldet, diesmal bewusst die Kurzstrecke um auf 25km alles zu geben. ich hoffe es gelingt mir.
Sonst ist im Moment alles wie immer. Tagsüber der Bürostress, abends dann Radfahren, gemütliches beisammensein mit meinem Freund oder Freunden, oder wir gehen ins Studio um unser Krafttraining zu absolvieren. Es geht mir gut, das Knie hat seit dem Rennen auch keinen Mucks mehr gemacht und ich dehne es immer ausgiebig (was sicherlich gut tut). Heute scheint wieder die Sonne und ich freue mich auf ein schönes Techniktraining später :)

Ein tolles Wochenende

Am Freitag war ich auf dem 1-jährigen Jubiläum meiner Sponsoren und Freunde Mel und Angi eingeladen. Das Wetter war nicht schön aber die beiden hatten es so schön gestaltet dass man trotzdem trocken und warm sitzen konnte.
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Danke Mel und Angi dass ihr uns unterstützt!

Gestern war es dann ein echt schöner, erlebnisreicher Tag. Morgens schön gefrühstückt, Sachen gepackt und mit Mann und Bike zu meiner Schwester nach Schriesheim gefahren. Dort angekommen, erstmal alle begrüßt denn es waren auch mein Bruder aus Tübingen sowie mein Bruder aus Salzburg mit Anhang gekommen. ich hab mich riesig gefreut alle auf einem Haufen zu sehen! Um elf gings dann gemeinsam mit Bruder, Schwester und 2 Partnern los gen Weißer Stein. Die Tour führte uns über schöne Waldwege und tolle Trails nach oben wo wir kurz anhielten. Das Wetter war auch klasse, die SOnne lies sich blicken und wir hatten wirklich Spaß. Irgendwann ging es heim wo alle ihren Dreck abduschten um dann von einer köstlichen SUppe, die meine Schwester mit viel Liebe zubereitet hatte, überrascht zu werden. Dazu gab es einen leckeren Erdbeerquark und alle wurden satt. Nach einem gemütlichen Kaffee danach ging es dann auf in Richtung Dilsberg. Dort fand eine “Vorhochzeitsfeier” eines sehr guten Freundes der Familie statt und wir hatten sichtlich Spaß zusammen.

Einmaleins

Gestern stand der 8. Bikemaxx-Mountainbike-Marathon in Neckarsulm an. Die Vorbelastung war nicht besonders angenehm ausgefallen, ich hatte noch immer Schwierigkeiten mit dem Atmen unter höherer Belastung und war buchstäblich etwas schwach auf der Brust. Obwohl ich für die Kurzstrecke gemeldet hatte (und gemeinsam mit Jakub für die Mixed-Wertung), war ich unruhig. Das Warmfahren fühlte sich nicht gut an, aber ich war vorbereitet und wusste, was mich erwarten würde:

Gleich am Start ging es dann auch wie erwartet (trotz veränderter Streckenführung) eine ganze Weile bergauf und das würde weh tun, das war mir klar, erst recht in meiner Verfassung. Ich versuchte, immer bei mir zu bleiben, mein Tempo zu fahren, so hart wie möglich, aber nicht zu überziehen. Leider wurde ich bei den ersten Abfahrten jeweils von anderen Fahreren behindert, die mit dem Schlamm nicht zurecht kamen, bergauf aber stärker fuhren. Ich selbst bin zurzeit nicht schnell bergab, aber habe eben doch schon ein wenig Erfahrung auf nassem Untergrund gesammelt. Es war nicht kalt, nur sehr rutschig und regnete teilweise; das war aber, sobald man unterwegs war, Nebensache.

An irgendeiner Stelle rief mir eine der Streckenposten zu: “Sehr gut, die erste Frau!”, und ich dachte, “Das kann ja gar nicht sein, aber weiter geht’s!”, fuhr weiter und kam mit der Zeit immer besser zurecht. Allerdings hatte ich schon rasch zunehmend Schaltprobleme, eine Sache, die ich bisher bei noch keinem Wettkampf derart erlebt hatte: Erstens waren die Griffe und Handschuhe immer mehr verschlammt, so sehr, dass ich die Drehgriffschaltung nur  mit Mühe und irgendwann dann fast gar nicht mehr bedienen konnte. Zweitens hatte ich immer wieder Kettenklemmer, was bedeutet, dass mitten im Tritt die Kette blockiert und man rasch vom Rad muss. Auf’s kleine Blatt kam ich irgendwann auch nicht mehr. Ich musste immer wieder anhalten, herumschalten, Wasser aus der Trinkflasche über den Umwerfer und auch die Handgriffe schütten, was jedoch immer nur kurz half, dafür in der Summe sehr viel Zeit kostete. Oft musste ich durch die Kettenklemmer absteigen und verlor auch dadurch weiter Zeit, die Beine wurden mir schwer und ich sauer. Irgendwann hielt ich an einem Streckenposten und bat um Wasser, um meine Schaltung wieder halbwegs in Gang zu bringen. Mit etwas Mineralwasser (mehr als ich noch in der Trinkflasche hatte) und raschem Hin- und Herschalten lief die Schaltung von da ab auch wieder etwas besser, obwohl ich immer noch kaum schalten konnte, aufgrund der schlammigen Griffe und Handschuhe. Aber zumindest konnte ich so für den steilen letzten Berg wieder das kleine Blatt nutzen und später mit minimalem Schaltaufwand zwar weiter Zeit verlieren (ich konnte oft minutenlang nicht das Blatt wechseln und kurbelte mich gefühlt zu Tode), einen winzigen Vorsprung aber ins Ziel retten. Gott sei Dank wusste ich nicht, dass die zweite Frau, Christin Becker, mittlerweile schon bis auf wenige Sekunden an mich heran gefahren war! Sie kam nur 15 Sekunden nach mir ins Ziel!

So gewann ich, übrigens zum ersten Mal, sowohl in der Altersklasse der Seniorinnen I als auch in der Gesamtwertung der Damen (, die jedoch nicht getrennt geehrt wurde). Jakub und ich konnten außerdem die Mixed-Wertung für uns entscheiden. Leider hat er selbst als Gesamtzehnter und Vierter seiner Altersklasse das Treppchen dieses Mal knapp verpasst.

Berlinde wurde, ebenfalls auf der Kurzstrecke, Gesamtsechste und Vierte bei den Seniorinnen I. Auch sie hatte gemeinsam mit Patrick Reichert die Mixed-Wertung bestritten, wo die beiden den 3. Platz erreichten. Somit waren wir zwei Schwestern vom Team Le Rêve erstmals gemeinsam auf dem Treppchen!

Wie immer war Neckarsulm – trotz wiederholt widriger Witterung – ein tolles Rennen: Sehr engagiert und mit großer Begeisterung organisiert und durchgeführt, da kann man nichts sagen! Es gab auch in diesem Jahr tolle Startpakete und super Preise; auch die Pokale sind optisch ansprechend. -  In der Mixedwertung der Langstrecke wurde zudem eine wirklich tolle Reise verlost. Schade, dass ich nicht fitter war! Alles in allem ist der Marathon in Neckarsulm ein Termin, der fest im Kalender vermerkt werden sollte: Nicht jede Veranstaltung kann das von sich behaupten.

 

+/-

Hallöchen,

auch ich lass’ mal wieder von mir hören. Es ist wunderschön draußen und die Sonne scheint….Ich könnte eigentlich Freudensprünge machen, raus gehen, radfahren (ich bin soooo süchtig im moment und es ärgert mich daher umso mehr), mich freuen, einen Kaffee genießen, spazieren geh’n….

Aber leider hat auch mich die Erkältungswelle erwischt und ich muss erstmal pausieren (, was mir echt nicht leicht fällt, denn eigentlich fühl’ ich mich gut, nur der ätzende Husten macht mir zu schaffen). Ich zwinge mich also brav zum Ausruhen, genieße mit meinem Freund seinen Geburtstag und, als kleine “Entschädigung”, mach’ ich heute den Balkon frühlingsfrisch :-)

Der größte Nachteil aber ist der, dass ich nicht zu meinem Papa ins Krankenhaus darf, wo er doch so gute Fortschritte gemacht hat und ich sogar mit ihm telefonieren durfte (, was für mich definitiv das größte Geschenk war bisher!). Jetzt heißt es also Auskurieren, brav inhalieren und hoffen, dass ich am Montag wieder fit bin, um zu meinem Papa zu fahren.

Alles andere hat Zeit!!!!!

 

 

Auf und ab

Ich möchte auch was kleines zu der momentanen Situation sagen. Es ist nichtmal eine Woche her und der Alltag von jedem hat sich total verändert…..tagsüber geht alles seinen gewohnten “Gang” aber sobald man zuhause ist geht das vorerst “neue Leben” los….Fahrt ins (bei mir) 60km entfernte Krankenhaus, viele Tränen, Sorgen, Ängste aber auch Freuden und Erleichterung. Denn das wichtigste was man in dieser Situation lernen muss, ist die Dankbarkeit….man muss dankbar sein für das was man hat, nicht undankbar für das was man nicht hat. Und ich bin dankbar. Auch wenn es verdammt weh tut und nicht leicht ist/sein wird.

Neben des neuen Alltags geht das normale Leben natürlich weiter…Arbeit, Freunde (denen ich übrigens von ganzen Herzen danken möchte für die volle Unterstützung und Hilfe) und das Training. Letzteres gibt mir im Moment die Möglichkeit, mich auszupowern, den Gedanken freien Lauf zu lassen, auch mal ein Tränchen zu vergießen, sich zu freuen, und einfach zu wissen dass man eine Familie hat die immer zusammenhält, egal was kommt!

Alles anders

Der Ehrlichkeit halber soll auch der aktuelle Stand ein paar Worte haben: Wir sind vorzeitig aus dem Urlaub nach Hause zurück gekehrt, weil mein lieber Papa einen schweren Verkehrsunfall hatte und nicht klar ist, ob und wie er die Folgen überstehen wird. Habt von daher bitte Verständnis, wenn es an dieser Stelle vielleicht in den nächsten Tagen und Wochen etwas mager oder auch nur wirr zugehen wird. Wir wissen nicht, was wird. Falls ihr betet, dann tut das bitte. Können wir derzeit auf jeden Fall brauchen. Oder denkt einfach an uns, das kann auch nicht schaden. Aufs Rad werde ich trotzdem steigen die Tage (ich habe es zumindest vor): Erstens kann man nur jeweils 2x täglich kurz zu ihm und die restliche Zeit zieht sich wie Kaugummi. Und zweitens hilft es keinem, wenn wir uns um uns selbst nicht kümmern. Gegen übermäßigen Stress, und den haben wir, soll Sport ja zudem auch gut sein (auch wenn man keine Lust dazu hat).