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Test, Test, Test.

Wir sind sehr dankbar, dass wir unter anderem von Engelhorn Sports unterstützt werden. Im Zuge dessen können wir Euch beispielsweise die Gewinnspiele anbieten (bald schon ist es übrigens wieder soweit) und immer wieder auch Produkte verschiedener Hersteller auf Herz und Nieren prüfen.

Gleich zwei solcher Produkte, die ich jeweils mit Begeisterung verwendet habe, stehen nun einmal mehr auf dem Prüfstand:

1. Meine wirklich genialen Rennradschuhe des Schweitzer Herstellers Suplest möchte ich nicht mehr missen, einfach, weil sie auch nach Stunden noch super bequem sind und bis ins letzte Detail durchdacht. Ich habe mir kürzlich erst neue Einlagen dafür fertigen lassen.

Am Wochenende ist eines der Geh-Absatz-Teile abgefallen, das ich nun gerne ersetzt bekäme. Ich habe es samt Foto eingeschickt und werde sehen, was geschieht.

2. Seit längerem schon habe ich ein paar Schwierigkeiten mit dem Sigma Rox 10.0 GPS, dem Radcomputer mit einfacher Navigationsfunktion, der mir ebenfalls längst treuer Begleiter ist.

Damals hatte ich gleich mit dem Service telefoneirt und eigentlich vereinbart, ihn rasch einzuschicken. Das wiederum aber habe ich lange vermieden, weil ich ihn ja oft und gern nutze; doch es ließ sich nun wirklich nicht mehr aufschieben. Heute endlich habe ich ihn erstens bei der Post aufgegeben und zweitens per E-Mail den Service darüber informiert. Ich werde Euch gleichfalls wissen lassen, was passiert.

Rückblick: Trainingslager am Gardasee

Während draußen ein kurzer Graupelschauer niedergeht, verbringe ich den Tag mit Lesen: Recherchieren, recherchieren, recherchieren. Zwischendurch eine Tasse Kaffee, immer mal wieder ein Schluck Wasser, Mittagessen, die eine oder andere E-Mail. Der Wind heult übellaunig um die Ecken des Hauses, die Nachbarkinder tun es ihm heiter nach und freuen sich. Aber er zerzaust Bäume und Blätter, stößt um und pustet weg, so sehr er es vermag, hetzt den Regen gegen Fensterscheiben, unverdrossen den ganzen Tag. – So sitzt es sich recht bequem im warmen Zimmer am PC.

 

Letzte Woche noch war ich am Gardasee, wo es gleichfalls nicht immer heiter Sonnenschein gab, aber dennoch sehr schön war: Wir haben 14 Tage dort zugebracht, die Region mit dem Rennrad erkundet, dabei viel Strecke gemacht, doch auch nicht wenige Höhenmeter zurückgelegt.

 

Leider habe ich nur wenig Bildmaterial, dafür um so mehr schöne, ganz persönliche Eindrücke „im Vorbeifahren“ aufgeschnappt: Hellgelbe Primeln (oder eine Sorte Himmelsschlüssel?), die auch an düstren Tagen überall am Wegrand prächtige Teppiche bilden, den Waldboden bedecken, selbst die kärgsten Mauerspalten zieren; Tupfen leuchtendvioletter Veilchen, frisch gestutzte Olivenbäume, dieser eine Olivenhain mit tief zerklüftetem Wurzelwerk, wie ein Relikt aus alten Tagen; der immer wieder neue Blick auf den See. Blühende Obstbäume, riesige Zitronenfalter, Blüten- (und gelegentlich auch Regenduft; das laute Rascheln der Palmwedel im Wind; Vogelzwitschern, der Rundgang durch’s Dorf mit Nachbar’s Katze, die mich täglich treu besucht hat. Ach, und ein Lieblingshaus habe ich auch: mit in den Fels gehauenem Garten. (Ich geb’ Bescheid, wenn’s soweit ist, und ihr mich dort besuchen könnt.)

 

Bilder gibt es zwar, doch die sind wenig schmeichelhaft: Eine rotgesichtige, verschwitzte Arnhild, die selten lächelt und doch, das kann ich Euch versichern, zufrieden ist, wieder irgendwo oben angekommen zu sein. An manchen Tagen konnte ich nach 100 Kilometern noch vorne mächtig Tempo machen und fühlte mich gut; an anderen kam ich von Beginn an nur mit Mühe voran und die Beine wollten einfach nicht locker werden. Nach anfänglichem Hadern nahm ich es einfach, wie es kam und genoss die tollen Strecken, ob ich nun gerade leiden musste oder nicht, ob’s windig war, sonnig oder doch mal trüb und kühl. Und obwohl wir meist nur zu 3. oder 4. unterwegs waren, hatten wir einen absolut zuverlässigen Windschattenspender, der meistens wusste, wo es langgeht und für gute Laune sorgte (, dabei noch ganz nebenbei ohne zu murren seine Begleiterin die Berge hinaufschob).

 

Es gab jedoch längst nicht nur Positives. Eine Sache war das Wetter, das immer mal wieder umschlug. Mein Freund hatte zudem ziemlich zu Beginn unserer Reise völlig unvermittelt einen Rahmenbruch seines Cannondale Supersix Evo Hi-mod (ich glaube, so heißt das Modell, muss ihn aber nochmal fragen) zu verkraften, das war ein Tiefschlag der herbsten Sorte: So ein edles Gefährt bricht einfach unvermittelt unterwegs! Der Horror eines jeden Radfahrers! – Wir waren an dem betrefffenden Tag gerade mal 70 km gefahren, hatten in einem kleinen Örtchen kurz angehalten, um uns zu orientieren. Dann fuhr er an, trat aus dem Stand bergan in die Pedale, da gab es einen furchtbaren Krach und seine Kettenstrebe war entzwei gebrochen! Das wünscht man wirklich Niemandem.

Es gab einen Bus vom Nachbardorf nach Riva, und dort konnte ich ihn mit dem Auto abholen. Die Tage drauf musste er ein wenig erquickliches Mietrad fahren, das schlecht passte, viel wog, schlecht schaltete, dessen Reifen porös und Bremsen unsagbar schwach waren. Er durfte erst einmal alles einstellen und den gröbsten Schmutz entfernen. Einziger Vorteil: Die Übersetzung. Zumindest an steilen Anstiegen konnte er im Sitzen flüssig treten, während mir ohnehin längst die Gänge ausgegangen waren und unser Frontmann in Zeitlupe trat (, der jedoch trotzdem keine Schwäche zeigte). Dafür jedoch konnte ich die Abfahrten nicht wie gewohnt in seinem Schlepptau genießen, weil auf die Bremsen kein Verlass war.

 

An den Tagen vor Mailand – San Remo bekamen wir rund um den See Gesellschaft von ein paar Profi-Teams; und selbst an einem wetterbedingt taktischen Ruhetag begegnete uns noch eine Fahrerin beim Roller-Training während eines Intervalls: Auch radsporttechnisch ist einiges los am Gardasee.

Ein paar Fotos findet ihr in meinem “Dies & Das 2015″-Album auf unserer Facebookseite.

Hier auch ein Bericht zum Thema auf Sportupyourlife.

 

 

 

Castelli 24 hore die Feltre

Das Wochenende war angefüllt mit vielfältigsten Erlebnissen, aber doch auch geprägt von Anstrengung und Schlafmangel: Freitag bis Sonntag hatte ich das Privileg, mit einem Team von Engelhorn Sports an den Castelli 24 hore die Feltre, einem Straßenrennen in der Provinz Bellino in Italien, teilnehmen zu dürfen. Wir waren zu 12. im Team und über 24 Stunden hinweg hatte stets jeweils einer auf der Strecke zu sein und sein Bestes zu geben. Das war hart, hat aber richtig Spaß gemacht! Zu jeder Tages- und Nachtzeit fleißig angefeuert vom Streckenrand aus habe ich wirklich alles gegeben und auch wenn ich vielleicht längst nicht so stark war wie ich es gern gewesen wäre, kann ich sagen, dass ich alles nur Erdenkliche an Kraft und Konzentration in jede Kurbelumdrehung gelegt habe Und dass das auch jeder der anderen im Team genau so gehalten hat. Das wiederum hat wohl auch das Teamgefühl ausgemacht, uns stolz gemacht auf uns und einander. Ein paar von uns waren richtig gut dabei und haben den professionellen Teams im Feld das Leben durchaus etwas erschwert, da hat es noch mehr Freude gemacht, zuzusehen. Und ich habe Italien gesehen: Aus dem Autofenster, aber auch die  geschichtsträchtige und traumhaft hübsche Stadt Feltre, überbordend von italienischer Unbeschwertheit und Lebensfreude, habe ich sehr genossen.

Doch bin ich nach meinem letzten Einsatz im Renngeschehen, dem Ausfahren, weiter Anfeuern, Duschen, Essen und etwas Ausspannen mit doch ganz schön fertigen Beinen doch noch die engen Gassen, steilen Treppen und holprigen Straßen der Alststadt empor und wieder hinab gegangen und habe die Ruhe in mich aufgesogen. Der ständige Lärm des Rennens, der feiernden Massen, die Musik, Zurufe, Pfeiffen und Johlen, all das war oben im Stadtinneren nicht mehr zu hören und es war fast schon verschlafen still. Ich bin gleichfalls ruhig geworden, langsam, zeitlos, habe Häuser und Häuschen, teils Zeugen längst vergangnen beträchtlichen Wohlstandes, Hinterhöfe, Gärtchen, Fenster mit Blumenkübeln und fröhlich wuchernde Rosen, Geranien, Feigen, etc. besehen, konnte es nicht lassen und habe trotz der schlechten Auflösung mit dem Handy fotografiert, als könnte ich es so besser erinnern, festhalten, einpacken, mitnehmen.

Ein sicherlich unglaublich alter Marktplatz mit altrömischem Flair, verlassen wirkend und überdimensioniert ein Prunkbau daneben, ich klein und ganz für mich mitten in dieser unwirklichen Kulisse. Wieder weißsteinerne Häuser, umeben von Mauern, eine neugierige Hundeschnauze hinter dem altem Holztor, ein alter Mann sitzt im Schatten und döst. Ganz oben dann eine Art Festung: Grob behauene Steine, klare Linien, behäbig romanische Erhabenheit. Darum herum kühle Baumwipfel, ein Luftzug, Parkgefühl. und zwischen dem Blattwerk lockt die Aussicht in eine Bilderbuchlandschaft: Ortschaften, Straßenbänder, grüne und gelbfarbene Flecken, mächtiges Gebirge, klarblauer Himmel.

Als ich wieder nach unten gehe, nehme ich einen anderen Weg: Eine Katze liegt faul auf einem Mäuerchen, ein paar Kinder spielen auf der Straße, Spitzenvorhang weht aus dem offenen Fenster, ein Paar begegnet mir: Mehr Leben. Dann Säulengänge, Geschäfte, kleine Bars und Cafés.

Kurz darauf bin ich zurück im Geschehen: Ein Brückengerüst über die abgesperrte Rennstrecke, elegant gekleidete Damen, ein Mann wedelt mit einem Holzschild, auf dem “Pronto” geschrieben steht. In Großbuchstaben. Viele Zuschauer: Junge, Alte, Kinder.

Am Castelli-Zelt stehen unsere Leute an der Strecke und jubeln unserem Fahrer zu. Ich geselle mich zu ihnen. Wir sind gut im Rennen.

 

PS: Bilder gibt’s in der Galerie.

Bella Italia!

Die letzten Tage verliefen, was das Radfahren angeht, eher ruhig: Ausruhen, dann sanft ins Training zurück finden. Beim “Foamrolling” (“Schaumrollen” klingt wohl nicht ganz so attraktiv) die Zähne zusammenbeißen.
Viel Zeit allerdings blieb nicht, denn es galt, an verschiedenen Ecken und Enden ein paar Großeinsätze unterzubringen. Das wiederum  hat ganz gut geklappt und pünktlich zum heutigen Packtag für Italien bin ich nun doch wieder etwas positiver gestimmt.

Morgen früh geht es zeitig los, mit einem Duzend Leuten – wir stellen in diesem Jahr das Engelhorn-Sports-Team – nach Feltre in Venetien, wo ab morgen abend dann schon die Castelli 24 hore di Feltre stattfinden werden. Leistungsdefizit hin oder her, ich werde einerseits genießen, was zu genießen ist und andererseits selbstverständlich soweit wie nur eben möglich Vollgas geben.

Ich freue mich auf die Aussicht unterwegs, den Ort, die Leute, das Hotel, das Essen und natürlich die Veranstaltung, klar! Die Wetteraussichten mögen nicht die besten sein, aber kalt soll’s immerhin nicht werden.