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Wasserschaden

Ich gebe zu, das wechselhafte Wetter der letzten Wochen passt mir nicht. Heute ist es wenigstens richtig mild, doch es schüttet schon seit den frühen Morgenstunden Bindfäden; immer wieder lässt sich in der Ferne ein Donnergrollen hören, und ich bereue, dass ich die Vorbelastung nicht vorgezogen habe und gestern doch gefahren bin.

Andererseits war ich lange nicht mehr so müde gewesen wie in den letzten Tagen, habe gestern – endlich und erstmals – brav eine Ruhephase eingebaut, war trotzdem zeitig schlafen und habe den Eindruck, dass das notwendig war.

Laut Regenradar wird es noch eine Weile dauern, bis diese Regenfront durchgezogen ist. Derweil habe ich die Ergebnisse der Zeitfahrwettbewerbe im Jägersburgerwald gelesen, die gestern abend ja schon stattgefunden haben: Mieke Kröger vor Lisa Brennauer und Trixi Worrack! Im Video (die Info habe ich von hier) spricht Mieke Kröger über alles Mögliche, u. a. darüber, wie schwer die Strecke des morgigen Straßenrennens sein wird. Dann hab’ ich ja eine Gruppe… :D

Auf meiner Lieblings-Radsportseite werden nun schon seit Tagen immer wieder neue Ergebnisse der “nationals in the Northern Hemisphere countries”, also der jeweiligen Staats-Meisterschaften in den Ländern auf der Nordhalbkugel, eingepflegt und kommentiert, denn “The national championships are in full swing in Europe”. Das stimmt: Die meisten Wettbewerbe finden mehr oder weniger parallel statt. Warum aber Japan zu “Europe” zählen soll, ist mir nicht ganz verständlich…. Uuh, und Belarus ebenfalls!

Gleich, gleicher, gleichen, vergleichen

Derzeit findet ein Etappenrennen in Frankreich statt. Ein bestens besetztes, vielfach genutzt als Vorbereitung für die Straßen-WM. Marianne Vos nimmt teil, unter anderem. Wenn überhaupt, dann kennt man zumindest ihren Namen, sollte man meinen. Die meisten anderen, Teams wie Fahrerinnen, kennt man nicht. Wie denn auch?

Der Frauenradsport ist tatsächlich kaum präsent: Eurosport überträgt als einziger deutscher Sender den Radsport im Allgemeinen, die Vuelta natürlich, die Vattenfall Cyclassics, die Pro Cycling Challenge in den USA. Von den Damen ist hier nicht die Rede. Meistens gibt es ja nicht einmal ein Damenrennen.

Die UCI schreibt über das “spotlight on women”, ein magerer Artikel, offensichtlicher Versuch, die derzeit erhitzten Gemüter zu beschwichtigen. Die Frauen nämlich protestieren in letzter Zeit gegen die bestehende Lage. “Gleichberechtigung”, die Forderung danach scheint eine alte Leier, wird zu gern als Feministinnengeschwätz, als überholt abgetan. Wenn vielleicht nicht immer, so ist diese Forderung doch in diesem Fall keinesfalls von gestern, sondern vielmehr längst überfällig. Weil die weltbesten Radsportlerinnen kaum leben können von ihren Gehältern, weil es kaum Teams, kaum Stellen, kaum Lebensraum für sie gibt. Weil selbst die UCI öffentlich das Niveau der Damen anzweifelt. Weil sie bei den wenigen großen Rennen, bei denen sie überhaupt starten dürfen, von der Öffentlichkeit doch meist nicht wahrgenommen werden. (guter Artikel hierzu übrigens aktuell in der Tour)

Ich bin interessiert an der “Trophée d’Or“. Ich suche nach Informationen, unbeeindruckt davon, dass die Medien  nicht berichten (BDR und UCI ebenso wenig, wer hätte das gedacht?). – Nichtsdestotrotz finden sich keine bzw. nur unvollständige Ergebnisse, erst recht kein einziges Wort, kein Bericht über die bereits gelaufenen Etappen: Bereits am Samstag ging es los, am Sonntag dann das Zeitfahren am Morgen, eine weitere Etappe am Nachmittag, heute dann die offiziell 4. Eine große Auswahl an Top-Fahrerinnen ist und war am Start, einmal wieder, und keinen interessiert es.

“Das also ist die Wahrheit über den Frauenradsport.”, denke ich. Genau das. Schade!