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Zuhause & Unterwegs

Ich wollte Euch doch noch erzählen, was ich am kommenden verlängerten Wochenende vorhabe:

Dabei bin ich in der Sache relativ kurzfristig für meinen Freund eingesprungen, der stattdessen aus Jux und Tollerei mit Bekannten ein 12-Stunden-Rennen in der Staffel bestreiten wird. Und das wiederum ist es, was mir ein spannendes Wochenende auf dem Rennrad beschert, gemeinsam mit erstens meinem Bruder, der auch mit von der Partie sein wird, und um die 60 Mitstreitern, denen ich morgen Abend allesamt zum ersten Mal begegnen werde.

Freitag
Am morgigen Freitag nämlich geht es abends los, unser Abenteuer, mit einem kleinen Prolog: Wir treffen uns in Heidelberg, und wie ich bisher mitbekommen habe, reisen die Teilnehmer aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz an. Während dem ersten Einrollen werden einige sicherlich noch im Auto oder (dank offiziellem Ende des GDL-Streiks hoffentlich auch unbehindert) im Zug sitzen; ein paar mehr dann sicherlich schon beim anschließenden gemeinsamen Abendessen anwesend sein.

Ob das Einrollen am Vorabend so sehr entspannt sein wird wie ich es mir insgeheim vielleicht erhoffe, ist übrigens fraglich, denn bereits hier sind sowohl der Modus  “gemeinsam” als auch “Rennen” zur Orientierung angegeben.

Das Gesamtprogramm
Richtig zur Sache gehen wird es aber in jedem Fall dann ab Samstag früh (sehr früh, genauer gesagt!), wo wir die erste von insgesamt 3 Etappen angehen werden. Wie oben schon erwähnt, variiert der Fahrtmodus unterwegs: Teils wird in Kleingruppen (wir wurden hierzu in “Teams” aufgeteilt), teils eigenverantwortlich im Rennmodus und streckenweise wiederum mit allen gemeinsam im geschlossenen Verband gefahren. Jede Tagesetappe ist zudem nochmals unterteilt in 2 – 3 Teilabschnitte; dazwischen sind Pausen angesetzt, wo wir mit Essen und Getränken, mittags sogar ganzen Mahlzeiten, versorgt werden bzw. uns  in den Begleitfahrzeugen um- und aufrüsten können.

Wir starten am Samstag  in Heidelberg und beenden unsere Reise am Montag im Laufe des Tages in Köln. Die Streckendaten kann man hier einsehen und dabei rasch feststellen: Der direkte Weg  ist mit Sicherheit ein anderer.

Samstag
Am Samstag rollen wir noch größtenteils eben von Heidelberg über Schwetzingen und Speyer nach Maikammer. Die zweite Teilstrecke des Vormittags führt uns von Maikammer aus in die Tiefen (bzw. Höhen) des Pfälzerwaldes: Erstmals werde ich die Kalmit live erleben (ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher nicht einmal mit dem MTB dort unterwegs war!), wir halten uns südlich von Lambrecht (da immerhin war ich schon) und fahren über das Johanniskreuz (wo ich, wenn wir schon dabei sind, sowohl mit dem Geländerad als auch dem Straßen-Motorrad bereits war) bis zu einem kleinen Örtchen nahe Schopp, Queidersbach und Bann und somit 3 Pfälzer Käffern, die sich mit ihren Radsportveranstaltungen nichtsdestotrotz und teils über Jahrzehnte hinweg einen Namen gemacht haben. Diesen Teil beschreibe ich nicht nur langwieriger, der wird sich auch dementsprechend gestalten, könnte ich mir vorstellen; denn hier sammeln wir die ersten handfesten Höhenmeter.

Auf dem dritten Abschnitt, am Samstag Nachmittag also, befahren wir dann auch den schönen Anstieg aus Queidersbach hoch auf die berüchtigte windige Ebene und dann immer weiter, hoffentlich fleißig, bergauf und bergab zwischen Landstuhl und Zweibrücken durch den Pfälzerwald nach Nordwesten – und mit St. Wendel über einen weiteren Kultort des deutschen Radsports (und da hinten war ich wirklich noch nie!) – hin zu einem kleinen Fleckchen am Rande des Saarlandes.

Sonntag
Der Sonntagmorgen bringt neue Herausforderungen (abgesehen vom frühen Start in den Tag natürlich): Über Wadern kehren wir in die Pfalz zurück und kommen durch Saarburg, bevor wir kurz vor Grevenmacher doch tatsächlich mit der Mosel auch noch die Grenze von Deutschland nach Luxemburg überqueren und am südlichen Rand von Echernach an einem See (dem Lac d’Echternach, wer hätte das gedacht?) Zwischenhalt machen.

Am Nachmittag überqueren wir die Sauer und folgen auf deutscher Seite eine Weile lang ihrem Verlauf, halten uns dann aber gen Norden und kommen schon bald in eine Region, die allein auf der Landkarte bereits vielversprechend wirkt: Kaum Siedlungen, viele Kilometer schmaler und gewundener Sträßchen, viel Grün und Blau. Höhenmeter sowieso. – Oh, die Höhenmeter! Sie werden mich umbringen. Ich werde es lieben. (Und hoffentlich scheint die Sonne!) – Irgendwo auf diesem Teilstück übrigens befindet sich sicherlich zu Recht auch die sonntägliche “Rennetappe”. Nach einem weiteren Abstecher auf luxemburgische Seite überqueren wir dann noch die Grenze von Luxemburg nach Belgien und  pedalieren dort bis kurz vor dem Tagesziel entlang der Our. In Belgien wird somit ein langer und ereignisreicher Tag zu Ende gehen.

Montag
Der Montag ist der letzte Tag unserer Reise, aber nein, es wird mitnichten ein langweiliges Ausrollen sein! Wir starten ein letztes Mal zeitig am Morgen bei Burg-Reuland in Belgien und bekommen auf dem Weg in Richtung Norden sicherlich einiges vom Land zu sehen. Auf der Landkarte präsentiert sich die Region wiederum ganz anders und ich bin gespannt, die seltsam klingenden Ortsnamen real am jeweiligen Straßenrand lesen zu dürfen: Das wird gut!

Irgendwann kommen wir am Bütgenbacher See vorbei, sind trotz der deutschsprachig angehauchten Bezeichnungn jedoch immer noch auf belgischem Terrain. Die Grenze zurück in die Bundesrepublik nehmen wir ein wenig weiter nördlich und kommen so tatsächlich nahe an Monschau vorbei: Mein Vater hatte die Region mehrfach erwähnt, seit er weiß, dass wir “da oben” mit dem Rad unterwegs sind, weil er nämlich ein sehr idyllisches Tal dort mit dem Motorrad befahren und in bester Erinnerung hat.  – Wir sind also wieder in Deutschland und stoßen irgendwann dann auch auf die Rur und einen beeindruckenden Stausee, der aus Rur und Urft gespeist wird. Eigentlich sind es, wenn ich es recht sehe, zwei Seen, in die die beiden Flüsse münden und die wiederum sich zu einem langen Stausee vereinen. Mal sehen, ob das in real auch so toll aussieht! In Einrur pausieren wir.

Der Nachmittag dann , immerhin noch 90 km misst dieses allerletzte und tendenziell wieder flachere Teilstück unserer Reise, führt uns in einer weiten Schleife südlich des Seengebildes und dann wieder unmittelbar am östlichen Ufer vorbei; anschließend geht es von Südwesten her weiter nach Köln.

Fazit
So, nachdem ich jetzt schon vor der großen Fahrt einen ausführlichen Reisebericht geliefert habe, kann ich mich hinterher kurz fassen, zumindest was die Routenbeschreibung angeht. Wer weiß, vielleicht tu’ ich das sogar? – Ich fürchte jedoch, dass nicht: Ich werde viele neue Leute kennen lernen, wir werden gewaltig ‘was erleben; ich werde hart kämpfen müssen; Verrücktes zu berichten haben; die Navigationsfunktion meines Sigma Rox gründlich austesten. Last, but not (at all) least habe ich ein nagelneues Paar Schuhe edelster Schweitzer Bauart an den Füßen.

Gerade sitze ich in einem meiner Lieblingsräume im Haus meiner Eltern, das von einem tollen Garten umgeben ist. Ich arbeite, nippe gelegentlich an Kaffee oder Tee, genieße die Sonne und das Vogelgezwitschere draußen. – Und morgen geht es los!