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Zuhause & Ankommen

Immer wieder schweifen meine Gedanken zurück zum einen oder anderen Moment während der Pfingsttour: Anstiege, Abfahrten, lange Ebenen, Abplatzen, Ranfahren, Lockermachen, Ruhigangehen, Gasgeben, Gegenwind, Rücken- und selbstverständlich auch Seitenwind, Sichquälen, Nochkrafthaben, Müdesein, Ankommen.
Die Schotterpassage irgendwo im Wald in Belgien. Die fehlende Brücke in Luxemburg. Das Unwetter vor Köln.

Gerade soll ich weiter schreiben, habe eine Abgabefrist zu erfüllen, doch fällt es mir schwer, weil ich eigentlich noch in der Sammelphase bin: Lesen, notieren, zusammenstückeln. Wie Frederick und seine Farben. Wieder Frederick. Es fügt sich gerade sehr viel, und das will ich  nicht missen. Der ewige Widerstreit zwischen Ruhigangehen und Gasgeben. Alles hat seine Zeit. Ich aber habe gerade dummerweise mal wieder keine. Muss mein Netzwerk schneller weben.

Draußen scheint die Sonne, der Himmel hinterm Nachbarhaus ist regenblau. Ich muss noch gießen (unterm Dach wird’s nicht regnen).

Die Stille Stunde ist gleich vorbei.

Unterwegs & Daheim

Innerhalb weniger Tage nur habe ich soviel erlebt, unzählige wertvolle Erinnerungen gesammelt wie Frederick seine Farben.

Während der Prolog am Freitag abend noch auf vertrautem Terrain rund um Heidelberg ausgetragen wurde, war ich dennoch bereits überflutet von Eindrücken: Neue Menschen, viele Informationen, neue Namen. Leiden auf den weißen Stein; das Gefühl, nicht schnell genug zu sein. Bergab sausen durch Peterstal und Ziegelhausen: Das ging schon besser. Durch’s Neckartal geknallt zurück nach Heidelberg: So soll’s sein! Der Einstand in die Pfingsttour 2015 war geglückt.

Nach dem sehr frühen Aufbruch am Samstag früh führte uns die Strecke in zwei großen Pelotons langsam aus meinem gewohnten Umfeld heraus: Heidelberg, Eppelheim, immer weiter in Richtung Speyer, dann den Pfälzerwald. Bis zur ersten Pause unterhalb der Kalmit hatte ich den alten Boden verlassen, war ich auf meinem Rad immer weiter auf Neuland unterwegs: Gesicht um Gesicht, Geschichten, Erfahrungen, Witze. Die vorbeiziehende Landschaft. Anfangs sehr langsam, später flotter unterwegs, kurz vor Maikammer dann das erste Mal ein bisschen Schmerz in den Beinen. Der Gedanke: Hab’ ich gestern überzogen? Werd’ ich das schaffen? Wie geht’s den anderen? Verpflegung, weitere Gespräche, immer wieder Staunen, Neues.

Dann die Rennetappe: Jeder für sich. Jeder wie er möchte. Ich gab Gas, soweit es ging und konzentrierte mich auf mich und meine Beine. Unterwegs bin ich dann Rombo begegnet, es ist einfach so passiert, dass wir einander abwechselten in der Führung, bergauf, bergab, immer wieder anderen auffuhren, die wiederum teils mitgingen, so dass wir später eine ziemlich große Gruppe gebildet hatten. Ich leistete einiges an Führungsarbeit, denke ich, und hatte großen Spaß dabei. Die Strecke und Landschaft war wunderschön: Immer wieder einen Blick darauf zu werfen, tat unheimlich gut. Auch Joe war mit von der Partie, mein Bruder selbstverständlich ebenfalls. Bis zur Mittagspause hatten wir das Johanniskreuz passiert und konnten an einem idyllischen Fleckchen die Reserven wieder auffüllen, lagen im Gras, hatten Spaß.

UPDATE: Erste Bilder online.