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Und wieder zuhause

Die Balkontüre steht offen, ein Spatz sitzt auf einer der Bambusstangen in einem Blumenkübel und flattert dann rasch davon; die Wunderblumen blühen. Sie zeigen ihre Blüte nur vormittags und abends.  Die Vögel gewöhnen sich langsam an die improvisierte Vogeltränke, die ich am Eck des Handlaufs angebracht habe. Abgesehen davon, dass ich in diesem Jahr mehr Platz habe, bspw. um Wäsche aufzuhängen, ist das eine meiner Lieblingsneuerungen, auch wenn es hier keine Goldammern zu sehen gibt. Eine weitere ist der “Bienenschmaus”, eine Tüte mit Saatgut, die ich in einen Topf ausgebracht habe, und die wirklich verspricht, was sie hält, nein, umgekehrt natürlich! Es ist schön, dass mir plötzlich sowohl hübsche Falter als auch Bienen, Schwebfliegen und sogar Hummeln gelegentlich einen Besuch abstatten, und das nur wegen einem einzigen Wildblumen-bepflanzten Topf!

Mein Bein heilt nun richtig gut. Vorgestern war ich absolut mutlos, weil ich – erschöpft und müde – den ganzen Tag tröge auf der Couch zubringen musste, nur unterbrochen von mühevollen Gängen zum Gefrierfach, umh mich mit neuen Kühlakkus zu versorgen. Ich schlief viel. Gestern dann bin ich morgens ins Studio gegangen. Es war erstaunlich, dass mich auf dem Hinweg keine Schmerzen begleiteten: Ich hatte das Rad gewählt. Ich beschloss, mich auf dem Laufband aufzuwärmen, allerdings deutlich langsamer und sanfter als sonst. Das ging ebenfalls gut: Keine Schmerzen, das Bein war außerdem gut kontrollierbar. Die inzwischen fest integrierten Übungen zur Beinachsenstabilität klappten ebenfalls gut, wobei das Dehnen und Rollen dringend nötig war nach der Zeit in Tschechien. Dann habe ich vor allem den Oberkörper trainiert, endlich wieder ein paar Klimmzüge (allerdings mit stärkerem Widerstandsband als sonst zur Unterstützung), ein bisschen Kraftdrücken, Bauchübungen. Dann ausgiebig gerollt; das tat sehr gut. Auch auf der Heimfahrt lieb das Bein ruhig und kooperierte brav.

Am Mittag fuhren wir zu meinen Eltern, denn es gab etwas zu feiern. Für mich, auch wenn Familienfeiern nun wirklich nicht so mein Ding sind, war es ein sehr besonderer und erfreulicher Tag: Es ging um meinen Vater, und dem geht es gut. Es gab den üblichen lauten Trubel, den meine Familie immer fabriziert, wenn mehr oder weniger alle beisammen sind. Weil wir zu früh da waren, wurde mein Bein einem weiteren Spaziergangstest unterzogen, und das erfolgreich: Als ich am Abend heim kam, musste ich zwar überraschend früh die Segel streichen, hatte aber weiterhin keine Schmerzen und das Bein war auch nicht mehr dick geworden.

Gerade lege ich es wieder ein bisschen hoch, sicherheitshalber, und behandle es noch einmal mit Comfrei, einem alkoholischen Auszug aus Beinwellwurzeln, mit dem meine Mutter uns zeitlebens erfolgreich behandelt hat. Das Zeug wirkt wahre Wunder an offenen wie stumpfen Verletzungen!

Diese Woche steht einmal neu im Zeichen der Schreibtischarbeit, unterbrochen hoffentlich von erholsamen Radeinheiten. Es gibt viel zu tun und ich bin etwas unruhig und besorgt, ob und wie ich den nächsten Schritten gewachsen sein werde.