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OutDoor in Friedrichshafen 2013 – Polartec

Mit Fachmessen habe ich sonst nichts am Hut. Der Einladung eines Sponsors bin ich darum sehr gerne gefolgt: Die OutDoor in Friedrichshafen, wo Hersteller aus der Branche Ausrüstung, Bekleidung, Schuhe, Designobjekte, (neue wie alte) Sportarten, Materialien, Innovationen, Lösungen und Ideen vorstellen.

Eine liebe Bekannte gab mir Gelegenheit zu interessanten Begegnungen. Sie nahm mich auch mit zum Stand von Polartec. Sie hielt sehr viel von dieser Firma, deren Name ich vor allem vom klassischen Fleecepullover her kenne, seit jeher mit Plastikgefühl auf der Haut, elektrisierendem Haar und irgendwie auch „unökologisch“ assoziiert habe. Das wird mir bewusst, als ich mehr über das Unternehmen und seine Philosophie erfahre:

Das Gros der Produktion läuft noch heute unweit von Boston, Massachusetts in den USA. Es ist das einzige Unternehmen einer einstigen Textilhochburg, das heute noch existiert und weltweit erfolgreich ist. Als vor einiger Zeit die Fabrik abbrannte, wurden alle Mitarbeiter – entgegen üblicher Praxis – in den Monaten des Wiederaufbaus weiterhin beschäftigt und voll bezahlt.

Das Unternehmen hat sich dem Umweltschutz verschrieben und arbeitet nachhaltig: Es werden keine Giftstoffe in den Membranen verwendet, so dass die Kleidung bedenkenlos gekauft werden kann. Das Wasser aus einem nahen Wasserlauf, das für die Produktion verwendet wird, muss zuvor gereinigt werden, da es nicht den Sauberkeitsanforderungen entspricht. Wenn es das Unternehmen verlässt, wird es wiederum geklärt und ist somit sauber. Auch hier leistet die Firma – wenn auch aus rein praktischen Gründen – einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in der Region. Materialreste, die während der Produktion anfallen, werden unmittelbar im Unternehmen gesammelt und zur Herstellung neuer Materialien verwendet. Die inzwischen hoch technischen, äußerst funktionellen und dabei sehr schönen und haut-angenehmen Materialien (wir haben einige Beispiele gesehen, angefasst, bewundert und gestaunt, wie wenig nach „Plastik“ sie heute noch aussehen) bestehen nichtsdestotrotz in weiten Teilen aus wiederverwerteten PET-Flaschen. Das ist doch unglaublich!

Polartec ist in den USA ein wichtiger Arbeitgeber und eine der wenigen erfolgreichen Entwicklungs- und Produktionsstätten vor Ort. Sie verfügen jedoch auch über eine eigene Fabrik in Asien, da viele Kunden – Bekleidungshersteller aller Art – dort produzieren und ein Transport der Materialien hin und her quer über die Ozeane teils wenig sinnvoll und wirtschaftlich wäre. Auch diese Produktionsstätte ist jedoch bluedesign-zertifiziert, ebenso wie die Konzernmutter selbst.

Als wir den Stand verließen, war ich ehrlich beeindruckt. Viele kleine und sehr persönliche Geschichten zum Unternehmen, die ich euch hier nicht erzählen kann, haben ein sehr positives Bild geformt. Bei anderen Herstellern habe ich das später ein bisschen auf die Probe gestellt, indem ich dort „auf den Zahn“ gefühlt habe. Und außer den üblichen Floskeln über Nachhaltigkeit (ohne Inhalt) und so weiter habe ich kaum je eine Antwort erhalten.

Abgesehen also davon, dass Polartec seit vielen Jahren für führende Bekleidungs-Hersteller produziert und mit Erfolg neue Materialien entwickelt, muss ich als Käufer und „Endverbraucher“ mich nicht sorgen, ihre Produkte zu kaufen. Selbst die neuen wasserfesten Membrane werden aus einfachem, teils recycelten und vollständig wieder recyclebarem Polyester hergestellt.

Merkt euch also für die Zukunft das Polartec-Markenzeichen. Es lohnt sich, keine Billig-Softshells zu kaufen. Hier geht es nicht nur um die Funktion, die bei weitem besser ist, sondern vielmehr um die Trageeigenschaften, die Haltbarkeit und nicht zuletzt den Beitrag zur Erhaltung der Umwelt.

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