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Später Saisonbeginn

Dieses Jahr will es einfach nicht so ganz werden. Mir fehlten Zeit und Motivation – wiederum bedingt durch wenig Zeit – für ein anständiges Trainingsprogramm und damit fühlte ich mich dieses Jahr lange Zeit auch so ganz und gar nicht bereit einen Wettkampf zu bestreiten. Mein Einstieg ins Berufsleben war nun mal wichtiger.
Langsam kommt zumindest 1/10tel Routine im Beruf rein und gemeinsam mit dem Sommer lässt das wieder Kapazitäten für mehr und vor allem regelmäßigeren Sport frei werden.

Am Freitag habe ich meinen Einstand in zweierlei Hinsicht gefeiert: Das erste Radrennen dieses Jahr und das erste mal mit meinem heiß geliebten neuen Specialized Tarmac (alias “Lupo”). Ich fuhr ein Bergrennen in Nussdorf am Attersee – ein wunderbarer Wettkampf, nicht zuletzt aufgrund der tollen Kulisse an meinem absoluten Lieblingssee. Es war familiär und dennoch top organisiert mit nettem Ausklang hoch oben über dem See. Dort fanden die Siegerehrung und eine Tombola statt, die nach bundesheerler Art rasch und mit nüchternem Humor durchgezogen wurde.

Das Rennen (eigentlich Einzelzeitfahren) war natürlich megaanstrengend für mich. Wie soll es anders sein, wenn man vorher kaum (Intervalle) trainiert. So habe ich mich hochgequält und etwas gelitten und die Oberschenkel brannten so richtig. Damit ich auch was davon hab!

Aber ich hatte tatsächlich was davon, denn ich wurde zweite Dame in meiner AK und gesamt 5. Also bitte – geht auch mit weniger Training…

15. Überwald-Bike-Marathon Siedelsbrunn

Gestern stand mein erst zweiter MTB-Marathon der Saison an. Ich meldete für die Langdistanz, während aufgrund der Wettervorhersage viele Fahrer auf die Mittel- oder Kurzstrecke ummeldeten bzw. gar nicht erschienen und/oder meldeten. So war es ein für Siedelsbrunn sehr kleines Startfeld. Ich wusste, dass ich nicht würde konkurrieren können. Mir fehlen die MTB-Kilometer, erst recht, was Rennen angeht.  6 starke Damen waren zudem schon im Vorfeld gemeldet, und üblicherweise bleibt es nicht dabei.

Am Start ließ ich es locker angehen, holperte anfangs auch über die Trails, bis ich mich einfand, und fuhr dann mit der späteren 5. Seniorin bzw. dann der 2. Dame der Mittelstrecke, die ein entspanntes Tempo anschlugen. Als es in der 2. Runde aber heftig zu regnen begann, ich nichts mehr sah und erste Schaltprobleme auftraten, ließ ich die beiden zu ihrem “Finale” ziehen und begann zu kämfen: Immer wieder die Brille säubern, die Kontaktlinsen schlammfrei halten, verlorene Flaschen anderer Fahrer nutzen, um den Antrieb zu reinigen. Kettenklemmer um Kettenklemmer ließen mir die Beine zugehen, später versagten die Bremsen und ich hatte einen etwas unangenehmen Sturz deswegen. Mir war extrem kalt, ich hatte Durst und auch Hunger, wollte mein letztes Gel aber aufsparen.

Ohnehin nicht besonders schnell unterwegs, war ich nun wirklich langsam. Es war Überwindung, unter diesen Bedingungen in die 3. Runde zu gehen, insbesondere als man mich fragte: “Aufgeben oder weiterfahren? Es sind schon einige ausgestiegen.” Auf der 3. Runde war ich dann so ziemlich alleine, wurde dann noch von einer Frau aufgeholt, mit ihr und einem Mann war ich von da ab quasi allein unterwegs, und dem Schlussfahrzeug, das von da ab treu hinter uns fuhr… Die Frau war immer schön vor mir, ein guter Fixpunkt, während wir durch Schlammtiefen und neue Bachläufe kämpften; dann nach einem Abzweig im ersten Drittel der Runde aber war sie plötzlich verschwunden. Ich hatte nicht  lange Zeit, mich zu fragen, wo sie abgeblieben war, musste ich mich doch auf’s “Überleben” konzentrieren. Später erfuhr ich, dass sie in der Folge falsch gefahren war und unfreiwillig massiv “abgekürzt” hatte. Gott sei Dank hatte sie überhaupt zurück zum Start-Ziel-Bereich gefunden. Allerdings waren uns in der 3. Runde auch Hindernisse in den Weg gelegt und Markierungen verdreht worden, und das Schlussfahrzeug war es, dass mich selbst gegen Ende des Rennens kurz vom falschen Weg abbrachte und an anderer Stelle den Mann einholte, der ebenfalls falsch gefahren war.

Ich habe über eine Stunde länger gebraucht als die Siegerin Danièle Troesch aus dem Elsass. Sie ist sehr gut gefahren und ich enorm schlecht. Somit war ich überrascht, als man uns aus den Duschen zur Siegerehrung rief: Wegen ihres Falschfahrens wurde ich gemeinsam mit der 3.-Platzierten auf den 3. Platz gestellt.  Ich bin die letzte Fahrerin, die ins Ziel kam, auch eine neue Erfahrung. Trotzdem bin ich stolz, mich durch alle Widrigkeiten gekämpft zu haben:

Wenn man nichts mehr sieht, keine Kraft mehr hat, die Schaltung nicht mehr will, und dann auch die Bremsen nicht, Essen fehlt (ich hatte mich in der Kalkulation der Gels vertan) und Trinken (Brille und Antrieb reinigen hatten Vorrang), es extrem kalt ist und mehr als nass, ist weiterfahren nicht unbedingt die erste Option. Ich bin dankbar, dass ich mich dafür entschieden habe.

Vom Schwarzwald, Regen, Ausmisten und Husten

Ich habe lange nicht geschrieben, dabei immer wieder überlegt, ob und was ich schreiben könnte und sollte. Nun entscheide ich, dass es Zeit ist für einen “Rundumschlag”, weil ihr sonst nicht nachvollziehen könnt, was vielleicht als Nächstes folgt.

Somit aber muss ich auch mit Privatem beginnen, nämlich der Tatsache, dass ich höchstwahrscheinlich bald werde umziehen müssen. Ich habe mich auf insbesondere eine Stelle beworben, aus berufsbezogenen Gründen, und werde parallel dazu die eine oder andere Weiterbildung in die Therapierichtung angehen. Das scheint mir der nächste Schritt in die richtige Richtung zu sein, wenn auch kein leichter.

Dementsprechend bin ich gerade viel unterwegs:

Vor Pfingsten habe ich drei Rennen bestritten, in einer Woche. Die Bedingungen waren denkbar schlecht, aus persönlicher Sicht, sowohl die Organisation als auch Anreise gestalteten sich kurzfristig sehr schwierig, ich hatte keine Vorbereitung und keine Ruhepausen, habe aber das Beste daraus gemacht, denke ich.

Mit meinem Lieben, J., war ich danach über Pfingsten erst einmal auf der Pfingsttour, die dieses Jahr von Dresden über Tschechien und Bayern, später dann den Taunus, nach Frankfurt am Main führte. Allerdings mussten wir uns beide wegen Krankheit am Montag früh verabschieden, so dass ich nur bis zum fränkischen Hammelburg geradelt bin. Die beiden Etappen von jeweils über 200 km hatten es an sich schon in sich. Die Strecken waren toll gewählt, allerdings bei permanent massivem Gegenwind, teils Sturm, Regen, Hagelschauern und im Stundentakt schwankenden Temperaturen bis um den Gefrierpunkt schon hart, mit einer rasch beginnenden Erkältung natürlich extrem kräftezehrend, so dass ich schlichtweg sehr langsam war und eine Menge Geduld für mich selbst aufbringen musste, was definitiv nicht zu meinen Stärken gehört. Das Abbrechen liegt mir sowieso überhaupt nicht, und es fiel mir enorm schwer, diese Entscheidung zu treffen, obwohl sie auf der Hand lag, und J. ohnehin nicht weiterfahren hätte können. Drum auch war ich froh, dass Rebecca (sie ist ein Schatz!) mir noch einmal Mut in diese Richtung zugesprochen hat.

Direkt im Anschluss ging es auf Fortbildung, den ersten Teil einer systemisch orientierten Basisausbildung, eine sehr intensive und zugleich schöne Woche in idyllischer Umgebung und mit tollen Menschen. Parallel versuchte ich mich zu erholen und den hartnäckigen Husten los zu werden.

Heute wiederum geht es gleich wieder weg, wenn auch nur bis morgen, zum Hospitieren, und zwar dort, wo ich eigentlich arbeiten möchte. Dass ich nach dem Bewerbungsgespräch vor 2 Wochen dazu eingeladen wurde, freut mich umso mehr als dass ich mich – wegen der besonderen Ausrichtung der Organisation – initiativ beworben hatte. Ich hoffe zudem, danach mehr zu wissen, um langfristig planen zu können.

Nächste Woche folgt dann der zweite Teil der oben stehenden Weiterbildungsreihe in der deutschen Hauptstadt: Wieder eine Menge Reise und Erfahrungen, hoffentlich überwiegend gute.

Und zwischendurch kümmere ich mich um ein paar formale “Herumrennereien”, die bis Ende der Woche erledigt sein müssen.

Ob ich am Wochenende Rennen fahre, kann ich nicht sagen. Die Erkältung ist weitestgehend abgeklungen, ich habe auch letzte Woche jeweils früh morgens und immer zwischendurch ein Sportprogramm absolviert und werde das auch in der kommenden Woche so halten, aber ganz fit bin ich noch nicht, wie ich die letzten beiden Tage beim pedalieren festgestellt habe. Und auf’s Rad werde ich vor der zweiten Wochenhälfte nur bedingt kommen.  Aber wir werden sehen: Und ich halte Euch auf dem Laufenden.

PS: Das mit dem Ausmisten aus der Überschrift, das habe ich gar nicht erwähnt in meinem oben stehenden Roman: Ich habe zwischendurch immer wieder aussortiert und Ordnung geschaffen, habe aber noch eine Menge zu tun. Denn falls ich umziehen muss in nächster Zeit, könnte es ja u. U. durchaus schnell gehen.

LBS-Cup MTB 1. Lauf Untermünkheim (03.04.2016)

Gestern also stand das erste MTB-Rennen der Saison an, zugleich das allererste Mal, dass im Zuge des LBS-Cup Mountainbike auch ein Damenrennen der Lizenzklasse veranstaltet wurde!

Da ich buchstäblich das zweite Mal diese Saison überhaupt auf dem Mountainbike sitzen würde, die Strecke zudem nicht technisch, aber konditionell anspruchsvoll ist, hatte ich keine großen Erwartungen, war aber entschlossen, mein Bestes zu geben.

Vor dem Start war ich erst einmal etwas warmrollen mit einer netten Radbekanntschaft; wir hatten sogar Gelegenheit, zwischen zwei Wettkämpfen kurz die Strecke einmal abzufahren. Das war ein Glück, denn die Untermünkheimer sind sehr engagiert, und es war dementsprechend einiges los auf der Strecke und drum herum.

Das eigentliche gezielt harte Warmfahren habe ich dann auf der Rolle absolviert, was für mich gut funktioniert.

Die ersten beiden Runden liefen erstaunlich gut, wenn auch ich natürlich sofort leiden musste, das ist nunmal Crosscountry: Anschlag vom Start bis ins Ziel. Allerdings verlor ich mit zwei weiteren Verfolgerinnen ziemlich sofort den Anschluss an die ersten beiden, sehr starken Fahrerinnen, die bald darauf schon nicht mehr zu sehen waren.

In der dritten Runde  hatte ich zu kämpfen und auch die Konzentration litt enorm. Dabei verlor ich immer wieder kurz den Anschluss an Pepe vor mir und Anette, die schließlich eine größere Lücke reißen konnte und von da ab ein Stück weiter vorn für sich blieb. Pepe holte ich mehrfach wieder ein, konnte aber auch ihr bald schon nicht mehr folgen, wenn auch ich sie immer vor mir sah.

In der letzten Runde konnte ich ihr nochmal näher kommen, schaffte es aber nicht einmal mehr auf Schlagdistanz, obwohl ich alle verbleibende Kraft investierte.

Wohl nicht nur ich war aber im Rennverlauf zunehmend häufig behindert von sehr starken Fahrern anderer Klassen, die gemeinsam mit uns unterwegs waren und harte Positionskämpfe “um uns herum” auszufechten hatten und die wir eigentlich selbst wiederum nicht einschränken wollten, sowie – die schwierigere Variante – abgehängten und überrundeten Fahrern eben dieser Klassen, die häufig eher am Pöbeln waren und selbst an breiten Stellen Probleme hatten, zu passieren.

Somit fuhr ich selbst an fünfter Stelle ins Ziel, nach Pepe, die wiederum hinter Anette das Ziel erreichte. Glückwunsch auch auf diesem Wege an Anette Rathmann (3.) von Radsport-Rhein-Neckar zum Treppchenplatz! Sie lag damit hinter Jessica Benz (1.) vom SC Hausach, die für Neumeyer Tekfor fährt, und Nina Kraus (2.) vom TSV Schmiden, die für das Multivan Merida Team Deutschland unterwegs ist. Hinter mir kam nur noch eine weitere Fahrerin ins Ziel, während die beiden übrigen das Rennen nicht beendeten.

Selbstverständlich drehten meine Beine an den steilen Anstiegen nur sehr zäh, technisch habe ich ebenfalls wenig zustande gebracht. Aber angesichts der fehlenden Übung und Rennhärte sowie der dennoch anständig gefahrenen ersten beiden Runden bin ich soweit doch zufrieden und freue mich auf die nächsten Rennen.

Besonders gefreut habe ich mich über das tolle Wetter im frühlinghaft erblühten Kochertal (mir tat’s allerdings leid um die überfahrenen Schlüsselblumen auf der Strecke), die netten Begegnungen und meinen duldhaften und treuen Betreuer und Flaschenservice Jakub!

Vermisst habe ich allerdings die berühmten “Open-air-Duschen”, die es früher dort gegeben hatte.

Einen schönen Abschluss fand der Nachmittag mit einem kurzen Abstecher zuhause auf der Rückfahrt, die Jakub währenddessen auf dem Rad vornahm: Eine Tasse Kaffee mit meiner Mama, Spaziergang mit dem Papa; zuhause gerade das Auto aus- und das größte Chaos aufgeräumt, als durchs geöffnete Fenster das Surren des Freilauf von Jakub’s Rennrad zu hören war, und somit auch er sein Tagwerk hinter sich hatte.

LBS-Cup, diesmal anders.

Nachdem ich die ersten beiden LBS-Cup-Rennen auf der Straße in Singen und Schönaich mit den lieben Mädels unserer temporären Equipe “Team Baden-Forchheim” halbwegs gut, aber erwartungsgemäß schwer überstanden habe, geht es nun endlich in die Mountainbikesaison, und zwar ebenfalls mit einem Wettkampf der LBS-Cup-Serie, eben der für’s Mountainbike.

Ganz neu diese Saison ist dort die Einführung der Damen-Lizenzklasse, weshalb ich nach meinen Anfangsjahren auf dem Rad erstmals wieder teilnehmen darf. Auch hier gehe ich recht unbedarft bzw. vor allem unvorbereitet rein: Es war in diesem Winter nicht möglich, mich auf den Rennbetrieb angemessen vorzubereiten, erst recht nicht auf dem Mountainbike, denn buchstäblich mehrgleisig zu fahren hätte ja noch mehr Zeit und Kraft gekostet, die nicht vorhanden waren.

Also werde ich beim morgigen Rennen in Untermünkheim mit nichts rechnen, alles geben, hinnehmen, dass ich wohl hinterher pedalieren werde, und mich trotzdem freuen, dabei zu sein. Außerdem werde ich – hoffentlich -  nach langer Zeit ein paar vertraute Gesichter wieder sehen.

Über das Glück, aufzugeben und ein Licht am Horizont

Es geht mir zum ersten Mal seit Tagen besser heute, und zwar sowohl körperlich (fieberfrei letzte Nacht) als auch vom Kopf her:

Die gesamte Woche über hatte ich den ganzen Tag über meinen Büchern bzw. am Bildschirm geklebt, obwohl es mir beschissen ging, um es deutlich zu sagen, habe literweise Tee getrunken und Kaffee, mich zum Essen gezwungen (in allen Fällen war eigentlich gleich, was ich zu mir nahm, weil ich einzig Temperatur- und Konsistenzunterschiede wahrnehmen konnte) und gelernt, gelernt, gelernt. Voran kam ich nicht, weil ich immer kaputter war. Ich saß frierend oder schwitzend da, wechselweise in Decken gehüllt oder bei abgestellter Heizung, und mühte mich ab, hatte teils am Ende des Tages kaum etwas behalten, und wurde immer verzweifelter, erst recht, als mir auch noch die Stimme abhanden kam.

In weiser Voraussicht schrieb ich dem Professor vor dem Wochenende noch eine Mail. Aber erst gestern, als gar nichts mehr ging, sah ich – sehr zögerlich – ein, dass ich so keine Prüfung bestreiten kann. Selbst wenn die Stimme komplett wieder kommt bis nächste Woche. Ich bin krank. Und brauche Ruhe. Ich kann nicht ausreichend lernen vorher, wie auch immer ich mich anstrenge.

Also war ich nicht ganz so spät schlafen wie die letzten Tage, habe für meine Verhältnisse lange geschlafen, in Ruhe gefrühstückt (ich schmecke immer noch fast nichts), entspanne. Langsam akzeptiere ich, dass ich die Prüfung zu einem anderen Termin erst hinter mich  bringen kann.

Es ist nicht von ungefähr, dass ich krank geworden bin. Es gab auf gleich mehreren Ebenen heftige Dinge, die ich zu verarbeiten hatte: eigene Sorgen, Sorge um andere, mehrere Todesfälle, eine Geburt unter besonderen Umständen, Leute in meinem unmittelbaren Umfeld, denen es nicht gut geht, gesundheitlich, psychisch, alles auf einmal selbstverständlich. Dazu der Stress der Vorbereitung. Training.

Der 3. Advent ist heute, und laut Internet steht die 3. Kerze für die Freude, das berühmte: “Freuet Euch im Herrn allezeit.” Ich blicke ehrlich gesagt, das Kirchenjahr so was von überhaupt kein bisschen, aber ich mag den Gedanken, dass jeder Adventssonntag ein weiterer Schritt der Vorbereitung ist auf das, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Und so freue ich mich heute einfach.

Ein Licht am Horizont in sportlicher Hinsicht ist nicht nur meine etwas bessere Befindlichkeit, sondern vor allem auch die Nachricht, dass der LBS-Cup Mountainbike im kommenden Jahr endlich, endlich auch Lizenzrennen für Damen beinhalten wird! Es gibt in unserer Region, also dem Norden Baden-Württembergs, ohnehin sehr wenige Rennen, erst recht keine der Crosscountry-Disziplin. So war es ärgerlich und traurig, dass die einzige Rennserie hier anfangs überhaupt keine Lizenzwertungen anbot und dann nur für Herren. Allerdings war die Begründung nachvollziehbar: Schon in der Hobbyklasse waren kaum Damen am Start (ich aber bspw. konnte, seit ich eine Lizenz habe, gar nicht mehr starten).

Darum bitte: Werbung machen, anderen erzählen, als Besucher kommen oder selbst am Start stehen! Wir wollen die Veranstalter unterstützen, die diesen Schritt mühevoll selbst durchkämpfen mussten und schließlich ermöglicht haben!

 

Großer Preis von Ladenburg

Das Rennen war von Beginn an furchtbar. Jetzt verstehe ich, was es heißt, wenn sie immer schreiben “Ich habe einfach nicht ins Rennen hinein gefunden.”, denn so erging es mir gestern: Beim Warmfahren ging es mir schon schlecht: Ich war schwach, fühlte mich erschöpft, kam nicht auf Touren. Am Start kam ich nicht gleich in die Pedale, hatte zudem Probleme schon vom ersten Antritt an: Keine Kraft. Keine Konzentration. Ich habe sofort gemerkt, dass ich unkoordiniert bin, bin gefahren wie ein Anfänger, der keinen Windschatten suchen kann, hatte gefühlt auch keinen Windschatten. War sofort fast ganz hinten und da blieb ich. Schon nach der 1. Runde kam der Durst, ein furchtbarer Durst: Mein Mund schien mit Kleber gefüllt zu sein. Wofür nur hatte ich soviel getrunken im Vorfeld?! Sehr schnell war mir übel und mir war klar, dass das nicht besser werden würde. Ich schwitzte übermäßig, selbst bei der Hitze. Habe es noch versucht und bin mit einem anderen weiter gefahren, dem es offenbar ähnlich ging. Aber er war so schwach, dass ich kaum Gelegenheit hatte, mich zu erholen, und selbst als das Feld von hinten kam (die Runde war ja nur 1 km lang) und uns einholte, konnte ich nicht dran bleiben. Also gab ich auf.

Danach schwitzte ich wie in der Sauna, fror dann wiederum ewig nach, so dass ich bei weit über 30 ° zitternd da saß. Heute habe ich müde Beine, fühle mich erschöpft. Und ich bin schon enttäuscht, weil ich für meinen Verein fahren wollte und das Rennen zumindest überstehen. Dass es so schlecht laufen würde, hätte ich dann offenbar doch nicht erwartet.

Eigentlich will ich morgen gar nicht fahren: Bellheim. Das Vertrauen ist irgendwie gerade nicht so ganz da, denn das Ganze fühlt sich – trotz der Temperaturen – nicht so an wie es soll. Und ich habe das Startgeld nicht rechtzeitig überwiesen und werde die üblichen horrenden Nachmeldegebühren zahlen müssen. Aber der Start wird morgen zeitig statt finden: Um 08:40 Uhr dürfte es noch relativ erträglich sein. Wir werden sehen.

Im Dunkel

Ganz so habe ich mir den Sommer dann doch nicht vorgestellt: Ich sitze hauptsächlich im Dunkeln, was für die Stimmung nicht unbedingt optimal ist. Doch ich muss am Schreibtisch arbeiten, bei den Temperaturen natürlich bei herunter gelassenen Rolläden: Nachts Durchzug, tagsüber gestrichelte Lichtpunkte in der Wohnung.

Die letzten Wochen waren radfahrtechnisch nicht ganz optimal; ich war häufig müde und nicht so recht mit dem Herzen bei der Sache. Heute abend jedoch soll ich theoretisch fit sein: “Unser” Kriterium steht an, und in diesem Jahr muss ich da wohl wirklich mitfahren und habe bei den Senioren gemeldet (so macht frau das, wenn’s kein eigenes Damenrennen gibt). Mein erst drittes Straßenrennen dieses Jahr, veranstaltet von meinem Verein, dem RSC Ladenburg. Es gibt ein Jedermannrennen (für Fahrer, die keine Lizenz gelöst haben), sowie ein “Fette-Reifen-Rennen” für Kinder und Jugendliche, ein C-Klasse-Rennen (das ist die Herren-Lizenzklasse) und ein gemeinsames für Senioren 2 und 3, wo auch wir Frauen mitfahren werden. Erstmals fahre ich, während außenherum sicher ein paar Leute stehen werden, die mich kennen. Also hoffen wir mal, dass ich nicht abgehängt werde.  – Wir sehen uns um sieben in Ladenburg.

Haibacher Radklassiker

Letzten Sonntag verschlug es mich zu einem MTB Rennen und zwar in Oberösterreich, in Haibach. Ein netter kleiner touristischer Ort und ein ebenso nettes kleines Rennen. Im Gegensatz zum Triathlon kenne ich ja noch nicht so viele in der MTB Szene, aber man fühlt sich irgendwie gleich ganz wohl.

Ich war diesmal auf eigene Faust, ohne Betreuung unterwegs, was ich eigentlich nicht so mag. Man fühlt sich etwas allein und niemand wartet im Ziel. Aber diese Gedanken waren schnell vergangen. Ich traf Bekannte, mit denen ich die erste Runde (es waren gesamt 5) abfahren wollte. Doch nix mit einfahren: Nach einer Abfahrt hatte ich plötzlich einen Platten, eine halbe Stunde vor Start und ich musste noch zurück zum Ort. Ich wurde meganervös, schaffte es aber halb laufend (was garnicht so einfach war mit den MTB Schuhen) zurück und bat um Hilfe, weil ich mich nicht im Stande sah, das so schnell in meiner Nervosität selbst zu machen. Zum Glück war ein junger Mann so nett mir zu helfen. Ich beruhigte mich wieder. 10 Minuten vor dem Start war ich also bereit und schon wieder fast bei der Sache.

Ich kam beim Start etwas mühsam weg, dadurch dass ich nicht richtig eingefahren bin wegen dem Platten. Bald aber fand ich meinen Rhythmus und konnte einige Plätze gut machen. Am besten ging es mir in der 4. Runde, da war ich richtig in Fahrt und hatte großen Spaß. Am meisten hat mich gefreut, dass so viele Leute an den verschiedenen Plätzen entlang der Strecke standen und fleißig anfeuerten.

Am Schluss kam für mich bei einem kleinen Feld von 5 Damen der 3. Platz gesamt und der 2. in meiner AK raus. Auch wenn nur so wenige Damen am Start waren, war ich damit zufrieden und konnte auch meine ersten (richtigen) Stockerlplätze im MTB verzeichnen. Und als Draufgabe gewann ich dann auch noch bei der Tombola ein Trikot!

Den Rest des Tages konnte ich relaxen und verbrachte den Nachmittag und Abend mit meinen Eltern am Wolfgangsee und in Bad Ischl.

Ich weiß zwar dass es noch fehlt, sowohl technisch als auch kraftmäßig beim Rennen, aber ich habe Spaß daran und große Motivation. So darfs weiter gehen!

Die Nachwehen – Specialized MTB Trilogy 2015

Ich liege herum und langweile mich: Meine Schürfwunde am Schienbein ist derzeit das kleinste Problem. Die tat vor allem beim Auswaschen weh. Langwieriger ist die Entzündung darunter, wohl die Knochenhaut, mit dem Ergebnis, dass ich nicht richtig auftreten kann. Ich komme also kaum ins Bad und zurück. Das nervt, denn wir sind heute noch hier im schönen Broumovsko. Nach dem unglaublich lautstarken und schweren Gewitter, das bald die halbe Nacht dauerte, ist die Luft draußen angenehm abgekühlt und ich würde so gern endlich die Gegend erkunden; aber das ist nicht drin. Stattdessen also lümmle ich auf dem Sofa, lese die neuesten Giro-Rosa-Berichte auf Ella, schaue eine Dokumentation über heimische Gift- und Speisepilze im Tschechischen Fernsehen und lese zur Abwechslung in meinem Buch.

Jakub ist gerade kurz unten bei den Vermietern; auch er hatte die Tage Schmerzen, aber gerade wird es wieder, nachdem er täglich auf der Blackroll und mit ein paar Pilates-, Dehn- und Rückenübungen herumlaboriert hat.

Es ist so friedlich hier und schön; sehr schade, dass wir morgen wieder nach Hause müssen. Ohne die Region näher unter die Lupe gennommen zu haben.

Auch der Marathon am Wochenende wird ausfallen müssen; ich schätze mal, ich darf erst nächste Woche wieder richtig auf’s Rad.

Und vor allem erwartet mich zuhause der große Endspurt. Bis zum Jahresende wird die Post abgehen.