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Voll & ganz verzogen.

Noch ein bisschen verschlafen starre ich an die hässliche Wand, verunstaltet von Dübeln und einem schmutzigen Abdruck da, wo einst die Einbauküche stand. Mir fällt auf, dass Tisch und Stühle in dieser Ecke viel besser ausgesehen hätten.  Derweil trinke ich den Kaffee, den ich auf der geliehenen Herdplatte für die Steckdose gekocht habe: Meine improvisierte Küche. Geschirr gespült wird in einer Schüssel in der Badewanne.

Ich habe mich ja einiger Sachen entledigt, und wenn gerade jemand etwas dringend gebraucht hat, so musste ich eben ein paar Tage ohne auskommen. Wie schon erwähnt, habe ich einiges aussortiert von meinen gesammelten Gütern, aber doch auch einiges behalten, genug, um das ganze Vorhaben zu einem ausreichend stressigen zu machen: Ich ziehe ja um!

Jetzt wird es konkret: Die letzten Kisten (oh, so viele!) müssen gepackt, die letzten Schritte organisiert werden. Klar Schiff machen, Ordnung schaffen.

Ernsthafte Vorbereitungen & Zweifel

Gestern hatte ich einen schlechten Tag, einen richtig schlechten Tag. Wir hatten Intervalle im Gelände auf dem Plan, kurz und hart, aber es fing schon damit an, dass ich mich auf dem Rad nicht wohlfühlen wollte: Alles fühlte sich falsch an. Wir fuhren uns ein, und ich hatte Zweifel, ob ich auch nur eine einzige Vollgassequenz würde fahren können. Am Traileinstieg war ein Auto geparkt, und ich hatte Zweifel, ob ich da vorbei kommen würde.

Ich kam vorbei, ich fuhr das erste Intervall, das zweite ging auch noch. Beim dritten habe ich wohl überzogen, denn es ging recht technisch zu, ich war am Kotzen und bekam Panik, als ich an einer Stelle durchrutschte, alles Vertrauen auf der Stelle verlor und in der Folge vom Rad musste: Verzweiflung!

Mir ist klar, dass das ziemlich überspitzt klingt und unangemessen, doch ich war tatsächlich voll und ganz verzweifelt, außer mir, dachte an das bevorstehende Rennen, dass ich “nicht mal richtig auf dem Rad sitzen kann”, “nicht mal solch ein kurzes Intervall ordentlich fahren”, “hier rumstehe und rumheule wie ein Anfänger”.

Gott sei Dank war ich nicht alleine und habe in meinem geliebten Freund auch einen duldsamen und verständnisvollen Trainingspartner. Er sagt nicht viel, beruhigt mich mit wenigen Worten, steigt dann auf und fährt langsam weiter, hat mich im Blick, aber lässt sich nicht beirren.

Ich fuhr weiter, weitere Intervalle folgten, nicht besonders gut, aber ich tat, was ich konnte. Ich baute ein paar Mal  Mist, war nicht ideal konzentriert, fluchte und schimpfte und schrie. Er hielt mich aus und war da. Ich holperte wenig elegant die letzte Abfahrt hinunter. Mir tat alles weh: Die Beine, die Hände, die Füße. Ich hatte Zweifel, große Zweifel an allem: Der Einstellung meines Rades, der Schaltung, den Bremsen, meinen Schuhen. Oh, und meiner Fitness, erst recht meiner Fitness. Vorbereitung?

MTB-Trilogy steht an, und wieder einmal konnte ich, weil die äußeren Umstände so waren und nicht anders, die zur Vorbelastung notwendigen Wettkämpfe im Vorfeld größtenteils nicht bestreiten, war müde, hatte zu wenig Ruhe. Ich will es mir nicht verderben lassen, auch wenn ich weiß, dass ich wieder werde leiden müssen, viele Stunden lang, an mehreren Tagen. Und dennoch langsam sein. Ich hoffe sehr, dass es nicht regnet, denn andernfalls weiß ich nicht, ob es – für mich – zu schaffen ist.

Ein spezielles Phänomen dieses Rennens besteht darin, dass ich ungewohnt rasch allein unterwegs bin. Weil nur die starken Männer dort überhaupt am Start stehen, und sehr wenige sehr starke Frauen. Bis auf mich, die ich wohl verrückt sein muss. Bald nach der Startphase bin ich, wenn ich nicht überziehen möchte, also meist schon abgehängt, hinter mir nur die Fahrer der Endurowertung, die es locker angehen lassen.

Wenn die Landschaft, die Strecke, die Leute nicht so unsagbar wunderbar und speziell wären, all die Angst, den Schmerz, den Schweiß, das Blut, die Tränen bei weitem aufwögen, ich wäre nicht wieder dabei. Ich wünschte nur, ich könnte eines Tages mit einer richtig großen Gruppe anderer Frauen am Start stehen und jeden einzelnen Tag gemeinsam durchleiden und genießen. Bis dahin werde ich wohl Jahr um Jahr die einsame Verrückte sein, die im Schneckentempo für sich unterwegs ist und manchmal vor Erschöpfung und dennoch mit Bedauern das eine oder andere technische Highlight zu fuß überwindet.

Endlich Frühling, eine Menge Veränderungen, Muskelkater.

Als ich heute früh aufgestanden bin, habe ich mich sehr gefreut: Vogelkonzert und strahlender Sonnenschein, milde Luft schon so zeitig am Morgen, zudem hatte ich endlich einmal wieder bestens geschlafen. Ein solcher Umstand hatte in letzter Zeit eher Seltenheitscharakter, sowohl, was das Wetter als auch den Schlaf betrifft.

Der gestrige Ruhetag sah nur ein bisschen Krafttraining für die Körpermitte vor; allerdings habe ich nach einem nur 20-minütigen neudeutsch “core” gennannten Programm im Fitnessstudio, gefolgt von Faszienrollen, ausgiebigem Gespräch mit verschiedensten Bekannten und abschließendem Saunabesuch doch – jetzt schon – etwas Muskelkater, dummerweise u. a. in den Oberschenkeln (von den planks?). Naja, aber ansonsten hat es sowohl Spaß gemacht als auch gut getan.

Seit ein paar Monaten bin ich nun schon fertig mit der Uni, und habe auch schon den nächsten Weg eingeschlagen. In manchem muss ich mich ein wenig gedulden, das fällt mir doch schwer: Mir wär’s am liebsten, ich könnte alles sofort abhaken und regeln.

 

Die Kuh Elsa

Es regnet. Wie ein zarter Schleier überzieht der Regen das Land, und ich schätze, die Natur sehnt sich danach etwas mehr als ich das tue. Die letzten Wochen habe ich endlich mehr Zeit gehabt, viel mehr Zeit, und versucht, gut zu trainieren. Anfangs hatte ich keine Pausen, denn ich habe den Spagat zwischen Training, Alltag und Krankenhaus nur gerade so hin bekommen und hatte oft nach dem Duschen nicht einmal zum Essen Zeit, um die Bahn zu erwischen.

Das Krankenhaus ist nun aber – und hoffentlich dauerhaft! – Geschichte, so dass ich nach vorn blicken und mich etwas mehr meinem eigenen Leben widmen kann. Dennoch spüre ich deutlich, dass ich längst nicht so erholt bin wie ich es sein sollte, und zudem nicht wettkampfbereit. Aber das lässt sich zumindest kurzfristig nicht ändern, ich tue, was ich kann und schaue, was möglich ist.

Am heutigen Ruhetag habe ich ein paar Termine und Pläne, ansonsten steht mir ein erfreulich geruhsamer Tag bevor. Und der Regen passt mir ebenfalls gut in den Kram.

PS: Die Kuh Elsa, das ist eigentlich eine ganz andere Geschichte.

Nasse Wochen

Mein zweiwöchiges Trainingslager zuhause ist zuende. Obwohl es fast jeden Tag heftig geregnet hat und ausnehmend windig war, ich zudem die meisten Tage alleine (und oft sehr langsam) unterwegs war, konnte ich aus meiner Sicht das meiste heraus holen und bin absolut zufrieden. Wenn man sich darauf einstellt, kann man auch bei zwei Grad und Regen sechs Stunden im strömenden Regen fahren, ohne dass es einem dabei schlecht gehen muss. Das habe ich erstaunt festgestellt.

Ich habe unter anderem einige Orte des #wintermemory angefahren und hatte so jeweils ein oder gleich mehrere Ziele. Das Wintermemory ist eine Facebook-Gruppe, deren Mitglieder Selfies von Orten in der jeweiligen Region einstellen, die wiederum andere Mitglieder in der Fole anfahren können und dies in Form eines eigenen Selfies vom entsprechenden Ort jeweils dokumentieren. (einfach mitmachen, wenn ihr Lust habt)

Jetzt wird ein paar Tage ausgeruht, dann geht es weiter.

Sturm, Regen & Sturkopf

Ich habe eine Art “Zuhause-Trainingslager”  eingeläutet, weil ich gerade endlich wieder Zeit habe, weil ich außerdem nicht mit verreisen konnte, während andere – u. a. mein Liebster – im Warmen pedalieren dürfen.

Während manches von alleine richtig wird, bspw. mein Zeugnis doch noch ausgestellt wurde und gestern endlich im Briefkasten lag, oder auch der eine oder andere Plan richtungsweisend scheint und sich richtig tolle Möglichkeiten ergeben, ich liebe Freunde wieder sehe und schöne Erfahrungen mache, sind andere Dinge immer und immer wieder eine Herausforderung:

Wie manche bereits wissen, ist mein Vater wieder in der Klinik und es geht ihm mal besser, mal schlechter. Manchmal ist mir das einfach zuviel. Trotzdem und erst recht habe ich mein “Trainingslager” im Alleingang gestartet, aber es ist hart, wenn ich nach mehreren Stunden auf dem Rad schnell dusche und in die Klinik fahre, oder dort eine Verzögerung eintritt, so dass ich wiederum spät am Nachmittag erst in die Pedale treten kann. Zudem habe ich für diese Woche eine weitere Verpflichtung, so dass ich mehrfach am Tag zwischen drei Orten hin und her fahren muss.

Oh, und dann der Regen und der starke, oft böige Wind. Seit Tagen. Hoho, aber ich rede mir ein, dass so jeder Kilometer einmal mehr zählt, dass auf Malle jeder radfahren kann. Und beschließe zudem, nächstes Mal die Lämpchen nicht zu vergessen, wenn ich einmal wieder recht spät los komme. Es könnte sonst etwas abenteuerlich werden. Wie zum Beispiel gestern abend.

Immer wenn es regnet,…

Seit ich wieder Zeit habe zu trainieren, folgt ein Regentag auf den nächsten. Ist es einmal trocken, habe ich einen Termin. Das aber ist kein furchtbares Schicksal, sondern schlichtweg das Leben. Und so wollte ich eigentlich trotzdem fahren heute, wie gestern auch schon, trotz des gemeldeten leichten Regens. Gestern hat es gegen Ende nicht einmal mehr geregnet, kam in den letzten Minuten sogar unglaublich strahlend die Sonne zum Vorschein.

Allerdings regnet es heute überhaupt nicht leicht, und im Dauerregen zu fahren halte ich nicht für sinnvoll. Krafttraining ist morgen dran, also habe ich mich tatsächlich und wahrhaftig zum Spinningkurs angemeldet, denn ich wollte auf jeden Fall etwas tun heute. Es muss mindestens ein paar Jahre her sein, seit ich zum letzten Mal einen solchen Kurs besucht habe, aber was soll’s: Bewegung. Den Rest werde ich auch überleben.

Sonne & Nivea

Im Trubel aus Nachprüfungslistenabarbeiterei (mehr oder weniger zumindest), Krankengeschichten (betrifft nicht mich) und vielen anderen Dingen will ich endlich wieder Rad fahren! Die Sonne scheint, ich habe ein paar Stunden Zeit, und nichts spricht mehr dagegen. Also futtere ich das letzte Stück meines Nutella-Hüttenkäse-Brotes (eine traumhafte Kombination für Ichwillsüß-Tage), bedaure kurz, dass die Kaffeetasse schon wieder ausgetrunken ist und mache noch einen kleinen Abstecher hierher, um Euch das Neueste zu erzählen, bevor ich mich aufmache:

Um mich herum riecht es nämlich enorm nach Kindheitserinnerung: Niveageruch. Ich habe nämlich vorhin schon ein Päckchen von Nivea bekommen! Einfach so. Kürzlich hatte ich mich als Testerin beworben und wurde tatsächlich ausgewählt, so dass ich unter der offiziellen Bezeichnung “Nivea Botschafterin” laufe und die Nassrasur-Serie testen und bewerten darf. Und da ich als Radfahrerin und Studiogängerin ohnehin regelmäßig einen Rasierer in Verwenduung habe, habe ich auch genug Gelegenheit dazu. Ich soll und darf ehrlich sein, ebenso wie alle, deren Meinung ich dazu erfragen möchte.

Deshalb auch habe ich mich dafür entschieden: Der Deal ist, dass ich davon erzähle (was ich ohnehin täte), aber ich muss keine Unwahrheiten verbreiten. Außerdem hole ich andere Meinungen ein. Auch das ist nur fair, wie ich finde.

Wenn also unter Euch Frauen sind, die wiederum den “Protect & Shave” schon zuhause haben, also den Nivea-Nassrasierer mit Wechselklingen, meldet Euch bitte. So kann ich der Firma für die Teilnahme danken und ihr wiederum Euer Produktfeedback loswerden.

So, und jetzt mach’ ich mich bereit!

Anschluss zu suchen

Ich bin fertig. Und versuche nun schon seit einer Woche, runter zu fahren. Über Monate hinweg bin ich auf Hochtouren gelaufen, habe von früh bis spät geschrieben, gelesen, überarbeitet, irgendetwas war immer zu tun, hatte ich gerade eben gerade noch so geschafft: Frist um Frist um Frist einzuhalten. Dann gelernt. Gelesen, zusammen gefasst, formuliert. Abgehakt. Neues Thema, nächster Termin. Nun ist alles vorbei und ich starte von vorn.

Es war eine Mischung aus strömendem Regen und Erschöpfung, die dafür sorgte, dass ich nur selten auf dem Rad saß vergangene Woche. Und ein paar Zwischenfälle ebenfalls. Was wäre das Leben ohne Zwischenfälle?! Aber ich bin inzwischen wieder voll im Studiorhythmus, immerhin, und habe eine Lösung gefunden, um meinen Laptop zumindest nutzen zu können (Kabelbruch am Bildschirm): Ein externer Bildschirm!

Und heute früh war ich einfach nur müde und habe mir zugestanden, mal bis kurz nach acht liegen zu bleiben. Und war noch nicht auf dem Rad heute. Und werde dies und das machen und nichts tun und ein paar Kleinigkeiten erledigen: Es gibt diese lange “Danach”-Liste, die ich in den letzten Monaten erstellt habe. Viele Optionen, Ideen und Dinge, die abzuhaken sind. Noch ist einiges übrig.

Vier Fünftel

Ein weiterer “Tag davor”. Ich stecke noch immer also in meiner Prüfungsphase, nicht enden wollend, scheint mir manchmal. Dabei ist nächste Woche dann schon alles vorbei. Und das ist Teil des Problems: Die krankheitsbedingt verschobene Prüfung liegt inzwischen zwar hinter mir, aber dadurch – kombiniert mit der Tatsache, dass ich mich in einem anderen Fall lange vergeblich um einen Termin bemüht hatte – liegt nun der Abschluss viel zu dicht aufeinander: Morgen Teil 1, nächste Woche gleich Teil 2, für den ich im Vorfeld noch nichts tun konnte. Um nicht beides zu gefährden, habe ich das auch konsequent durchgehalten. Strategische Überlegungen hin oder her: Ich bin sehr froh, wenn diese ganze Chose hinter mir liegt, das könnt ihr mir glauben!

Mein Training besteht derzeit aus Kompromissen über Kompromissen: Wenn der Kopf voll ist, schaue ich aus dem Fenster und entscheide, ob ich auf’s Rad steigen soll oder zum Krafttraining gehe. Immer häufiger verzichte ich auf beides, weil die Zeit doch zu knapp ist. Bewegung nur soviel wie  nötig. Das geht nur eine Weile gut, aber eine Weile lang reicht momentan ja.

Und nächste Woche dann, da werde ich mich den weniger dringlichen, aber doch auch sehr wichtigen Dingen widmen: Meinen lieben Eltern, meiner Familie, Freunden, dem Training, tausend Erledigungen und zu verwirklichenden Ideen, der Winterverlosung, die wir weiter spinnen möchten (wie versprochen!), unseren zwei super lieben neuen Fahrerinnen, der weiteren Saisonplanung. Wie auch immer die kommenden paar Tage verlaufen werden; auf diese Dinge freue ich mich sehr!