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Sturm, Regen & Sturkopf

Ich habe eine Art “Zuhause-Trainingslager”  eingeläutet, weil ich gerade endlich wieder Zeit habe, weil ich außerdem nicht mit verreisen konnte, während andere – u. a. mein Liebster – im Warmen pedalieren dürfen.

Während manches von alleine richtig wird, bspw. mein Zeugnis doch noch ausgestellt wurde und gestern endlich im Briefkasten lag, oder auch der eine oder andere Plan richtungsweisend scheint und sich richtig tolle Möglichkeiten ergeben, ich liebe Freunde wieder sehe und schöne Erfahrungen mache, sind andere Dinge immer und immer wieder eine Herausforderung:

Wie manche bereits wissen, ist mein Vater wieder in der Klinik und es geht ihm mal besser, mal schlechter. Manchmal ist mir das einfach zuviel. Trotzdem und erst recht habe ich mein “Trainingslager” im Alleingang gestartet, aber es ist hart, wenn ich nach mehreren Stunden auf dem Rad schnell dusche und in die Klinik fahre, oder dort eine Verzögerung eintritt, so dass ich wiederum spät am Nachmittag erst in die Pedale treten kann. Zudem habe ich für diese Woche eine weitere Verpflichtung, so dass ich mehrfach am Tag zwischen drei Orten hin und her fahren muss.

Oh, und dann der Regen und der starke, oft böige Wind. Seit Tagen. Hoho, aber ich rede mir ein, dass so jeder Kilometer einmal mehr zählt, dass auf Malle jeder radfahren kann. Und beschließe zudem, nächstes Mal die Lämpchen nicht zu vergessen, wenn ich einmal wieder recht spät los komme. Es könnte sonst etwas abenteuerlich werden. Wie zum Beispiel gestern abend.

Über das Glück, aufzugeben und ein Licht am Horizont

Es geht mir zum ersten Mal seit Tagen besser heute, und zwar sowohl körperlich (fieberfrei letzte Nacht) als auch vom Kopf her:

Die gesamte Woche über hatte ich den ganzen Tag über meinen Büchern bzw. am Bildschirm geklebt, obwohl es mir beschissen ging, um es deutlich zu sagen, habe literweise Tee getrunken und Kaffee, mich zum Essen gezwungen (in allen Fällen war eigentlich gleich, was ich zu mir nahm, weil ich einzig Temperatur- und Konsistenzunterschiede wahrnehmen konnte) und gelernt, gelernt, gelernt. Voran kam ich nicht, weil ich immer kaputter war. Ich saß frierend oder schwitzend da, wechselweise in Decken gehüllt oder bei abgestellter Heizung, und mühte mich ab, hatte teils am Ende des Tages kaum etwas behalten, und wurde immer verzweifelter, erst recht, als mir auch noch die Stimme abhanden kam.

In weiser Voraussicht schrieb ich dem Professor vor dem Wochenende noch eine Mail. Aber erst gestern, als gar nichts mehr ging, sah ich – sehr zögerlich – ein, dass ich so keine Prüfung bestreiten kann. Selbst wenn die Stimme komplett wieder kommt bis nächste Woche. Ich bin krank. Und brauche Ruhe. Ich kann nicht ausreichend lernen vorher, wie auch immer ich mich anstrenge.

Also war ich nicht ganz so spät schlafen wie die letzten Tage, habe für meine Verhältnisse lange geschlafen, in Ruhe gefrühstückt (ich schmecke immer noch fast nichts), entspanne. Langsam akzeptiere ich, dass ich die Prüfung zu einem anderen Termin erst hinter mich  bringen kann.

Es ist nicht von ungefähr, dass ich krank geworden bin. Es gab auf gleich mehreren Ebenen heftige Dinge, die ich zu verarbeiten hatte: eigene Sorgen, Sorge um andere, mehrere Todesfälle, eine Geburt unter besonderen Umständen, Leute in meinem unmittelbaren Umfeld, denen es nicht gut geht, gesundheitlich, psychisch, alles auf einmal selbstverständlich. Dazu der Stress der Vorbereitung. Training.

Der 3. Advent ist heute, und laut Internet steht die 3. Kerze für die Freude, das berühmte: “Freuet Euch im Herrn allezeit.” Ich blicke ehrlich gesagt, das Kirchenjahr so was von überhaupt kein bisschen, aber ich mag den Gedanken, dass jeder Adventssonntag ein weiterer Schritt der Vorbereitung ist auf das, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Und so freue ich mich heute einfach.

Ein Licht am Horizont in sportlicher Hinsicht ist nicht nur meine etwas bessere Befindlichkeit, sondern vor allem auch die Nachricht, dass der LBS-Cup Mountainbike im kommenden Jahr endlich, endlich auch Lizenzrennen für Damen beinhalten wird! Es gibt in unserer Region, also dem Norden Baden-Württembergs, ohnehin sehr wenige Rennen, erst recht keine der Crosscountry-Disziplin. So war es ärgerlich und traurig, dass die einzige Rennserie hier anfangs überhaupt keine Lizenzwertungen anbot und dann nur für Herren. Allerdings war die Begründung nachvollziehbar: Schon in der Hobbyklasse waren kaum Damen am Start (ich aber bspw. konnte, seit ich eine Lizenz habe, gar nicht mehr starten).

Darum bitte: Werbung machen, anderen erzählen, als Besucher kommen oder selbst am Start stehen! Wir wollen die Veranstalter unterstützen, die diesen Schritt mühevoll selbst durchkämpfen mussten und schließlich ermöglicht haben!

 

Zweiter Tag letzter Schritt

Natürlich sind seit dem Ersten meiner momentanen Zeitrechnung einige Tage vergangen. Ich habe wiederum Tag um Tag dagesessen, gelernt, gelesen, sortiert, mitgeschrieben. Bin ins Studio gegangen und habe mich gewundert, wie müde doch meine Hände vom vielen Schreiben waren.

Trotzdem waren die Krafteinheiten weiterhin große Lichtblicke: Ich werde noch immer stärker, kann bei aller Anstrengung entspannen und den Kopf frei bekommen. Während ich mit rasch lieb gewonnenen Begleitern an meinen Übungen feile, kann ich ganz gelegentlich auch ein bisschen zurück geben an (ja wirklich) Beistand und Ermutigung, die ich so großzügig bekomme.

Auch kam ich wie geplant das eine oder andere Mal auf’s Rad, und die letzten Male waren deutlich angenehmer als der Wiedereinstieg. Das Wochenende über habe ich zwangsläufig wiederum Rad-gefastet, denn die letzten Anstrengungen für die zweite Prüfung laufen auf Hochtouren. Heute Nachmittag ist es soweit.

Während es das letzte Mal bestens lief, hoffe ich heute mehr als ich daran glauben kann, weil mir die Zeit nicht reichen wollte. Irgendwie finde ich das sehr schade angesichts eines absolut spannenden Themenfeldes. Ich habe jedoch das Gefühl, dass ich mich in Zukunft etwas mehr damit werde auseinander setzen können.

Um dem Ganzen etwas Perspektive zu geben: Die dritte Phase soll zunehmend wieder die reguläre Zahl an Radeinheiten ermöglichen, parallel weiter Kraft, klar, und Lernen selbstverständlich ebenfalls. Dieses Mal habe ich aber noch einmal mehr Zeit (für allerdings uuuh, soviel Lernstoff!). Ich freue mich darauf: Auf’s Lernen (weil die Inhalte interessant sind), auf’s weiter Kraft aufbauen, auf’s endlich wieder länger auf dem Rad sitzen und mehr von der Welt sehen.

Last, but not least, will ich endlich den (noch ganz “frischen”) Nachwuchs meiner besten Freundin aus Kindheitstagen sehen, die über die Jahre immer treu zu mir gehalten hat, will meinen Papa sehen, der sowieso der Allerbeste ist, ein paar Menschen treffen und sprechen, die ich vernachlässigt habe. Weil Radfahren nicht alles ist.

Erster Tag letzter Schritt

Ist es der erste Tag des letzten Schrittes? Der erste Schritt der letzten Schritte? Der letzte Schritt.  Wie dem auch sei, so denkwürdig erscheint mir das Ganze ohnehin nicht, eher beträchtlich unangenehm. Im Nachhinein vielleicht. Ich hoffe es.

Im ganzen Trubel ist für mich völlig unter gegangen, dass ich die Arbeit abgegeben habe, also abgeschlossen, fertig gebracht. Wie auch immer das Ergebnis aussehen wird. Doch das ist fast schon Nebensache: Abgehakt, das ist es, was zählt!

Heute die erste Prüfung des allerletzten Prüfungsblocks; und ja, ich bin selbstverständlich etwas nervös, hatte in den letzten Tagen bereits ein paar dieser furchtbaren Momente, wo Du denkst, Du schaffst es ganz bestimmt niemals.

Die Kerze, die mich in den letzten Tagen treu begleitet hat, ist heute früh ausgebrannt gewesen. Ein fast schon plattes Symbol für all die stillen Stunden am Schreibtisch. Die nächste Kerze liegt schon bereit: Prüfung Nr. 2 wartet. Viel zu früh, doch ein anderer Termin war nicht verfügbar. Aber darum kümmern wir uns heute gewiss nicht!

Ein paar Stunden hatte ich den Morgen für mich. Das ist die schönste Zeit des Tages.

Späte Einsicht

Jeder, der einen solchen Abgabetermin schon hinter sich hat, wird mir sagen, dass das alles ganz normal ist: Dass die Daten nie so sind, wie sie sein sollten. Dass Programme spinnen und nicht laufen, Computer zwischenzeitlich zumindest teilweise den Geist aufgeben, die Formatierung des Dokumentes nicht klappen will (trotz langwieriger Vorbereitung, um exakt das zu vermeiden), bei der Berechnung der Daten ebenso wenig alles glatt läuft wie bei der Auswertung, oder aber da noch viel weniger, und selbstverständlich – wie hast Du das nicht wissen können, Arnhild?! – dauert alles länger als gedacht.

Ich aber bleibe Monate, Tage und Wochen – eine Panne nach der anderen, und ich habe erstaunlich wenige davon selbst verursacht – überraschend entspannt, arbeite weiter, komme nichtsdestotrotz gut voran, und die Ergebnisse, ja die Ergebnisse, die sind gar nicht mal so schlecht. Damit lässt sich doch ‘was anfangen!

Ich beschneide die Zeit, die ich mit anderen Dingen zubringe, immer mehr: Weniger Rad, noch weniger Rad, gar kein Rad. Nicht lesen. Nicht telefonieren. Erst recht niemanden treffen. Kaum noch das Haus verlassen. Nur Studio, damit ich wenigstens ein klein wenig schlafe nachts. Möglichst nicht einkaufen, nicht kochen, Essen richten als Pause, kurz durchsaugen als Pause. Wäsche waschen als Pause.

Morgens früh am PC. Abends spät ebenfalls.

Heute aber muss ich erkennen, dass alles doch zu knapp ist. Muss einen Termin verschieben. Und während ich das endlich erkenne, mir eingestehe und mich schäme, denn ich muss das ja auch mitteilen und organisiert bekommen, atme ich durch, bin ich erleichtert. Freue mich sogar: So ist es machbar. – Und jetzt ab an die Arbeit. Ich bin spät dran heute.

Dann folgte der Regen.

Ein weiterer Tag wie viele: Aufstehen, erste Runde arbeiten, Frühstück, Umziehen, hopp, auf’s Rad, heim Duschen, Essen, weiter lernen.

Heute mal gemütlich gekurbelt, über nasse Straßen, aber regenfrei, und warm war’s ebenfalls. Entspannt, das Ganze. Es hat durchaus Vorteile, wenn man, was die Tageszeit angeht, flexibel ist: Gerade hat der vorher gesagte Regen eingesetzt, der vorerst nicht wieder aufhören wird, wenn ich so auf den Regenradar schaue (da kommt noch so einiges aus Frankreich herüber). Ich suche derweil meine sieben Sachen zusammen, um im Café die nächste Einheit anzuhängen: Wo hab’ ich bloß den Regenmantel?

Die Effizienz zählt.

Effektivität = Nutzen im Allgemeinen
Effizienz = Nutzen im Verhältnis  zum Aufwand, “Kosten-Nutzen-Faktor”

Effizienz; darum geht es ja fast immer: Minimale Kosten, maximaler Aufwand. Derzeit muss ich bspw. effizient daran arbeiten, gleich mehrere Fristen einzuhalten.
Okay, und gestern war ein ganz ordentlicher Tag: Ich kam ziemlich gut voran, zumindest in einem Bereich; konnte abends im Studio ein paar Gewichte erhöhen und kam mit ein paar neuen Technikfragen im Kopf nach Hause: Dies oder jenes will ich nachschauen und noch einmal verbessern.

Noch ist es trocken, vielleicht fahre ich heute nicht als Pause ein bisschen Rad (wie sollte ich, später wird es schütten, so die Ankündigung), sondern heute früh gleich noch.

Und jetzt kann ich nur hoffen und beten, dass der Laptop nicht schlapp macht. Ich weiß gar nicht, wie lange ich ihn nun schon habe, aber allzulange dürfte es nicht sein. Auch wurde er nur wenig herum geschleppt und immer sorgsam behandelt. Dennoch habe ich wohl einen Kabelbruch am Monitor, wenn ich die Sypmtomatik recht deute. Es wäre eine Katastrophe, wenn er ausgerechnet jetzt schlapp machen würde!

 

Im Dunkel

Ganz so habe ich mir den Sommer dann doch nicht vorgestellt: Ich sitze hauptsächlich im Dunkeln, was für die Stimmung nicht unbedingt optimal ist. Doch ich muss am Schreibtisch arbeiten, bei den Temperaturen natürlich bei herunter gelassenen Rolläden: Nachts Durchzug, tagsüber gestrichelte Lichtpunkte in der Wohnung.

Die letzten Wochen waren radfahrtechnisch nicht ganz optimal; ich war häufig müde und nicht so recht mit dem Herzen bei der Sache. Heute abend jedoch soll ich theoretisch fit sein: “Unser” Kriterium steht an, und in diesem Jahr muss ich da wohl wirklich mitfahren und habe bei den Senioren gemeldet (so macht frau das, wenn’s kein eigenes Damenrennen gibt). Mein erst drittes Straßenrennen dieses Jahr, veranstaltet von meinem Verein, dem RSC Ladenburg. Es gibt ein Jedermannrennen (für Fahrer, die keine Lizenz gelöst haben), sowie ein “Fette-Reifen-Rennen” für Kinder und Jugendliche, ein C-Klasse-Rennen (das ist die Herren-Lizenzklasse) und ein gemeinsames für Senioren 2 und 3, wo auch wir Frauen mitfahren werden. Erstmals fahre ich, während außenherum sicher ein paar Leute stehen werden, die mich kennen. Also hoffen wir mal, dass ich nicht abgehängt werde.  – Wir sehen uns um sieben in Ladenburg.

eBay, dicke Beine und Marmelade

Ich hatte mich hinlegen wollen. Weil ich seit Tagen müde bin. Und seit Tagen – erfolglos – mehr hatte schlafen wollen. Oder einen Mittagsschlaf halten, was ebenfalls nicht geklappt hat. Und auch heute wieder nicht. Aus Gründen.

Endlich habe ich es geschafft, die vor Monaten schon massenweise aussortierten nicht mehr benötigten (vor allem Rad-)Sachen zu ver-eBayen. Und nun gehe ich Tag für Tag auf die Post und gebe Päckchen auf. Man gewöhnt sich dran, und es ist ein gutes Gefühl, eins ums  andere los zu werden.

Gestern gab’s dann günstig Erdbeeren, und Pfirsiche. Ich habe zugeschlagen und koche den ganzen Mittag schon Marmelade: Pfirsich-Banane-Erdbeer, Erdbeer-Kiwi, Johannisbeer-Himbeer, …. wilde Mischungen aus alledem. Ich habe ein Faible für Experimente, was Marmelade angeht. Eine Reihe nach der anderen stehen sie auf der Arbeitsplatte, wohl sortiert, damit ich den Überblick bewahre, was worin ist. Und wenn sie abgekühlt sind, werde ich seelig und zufrieden Etiketten kleben.

Gleich noch möchte ich die Beine locker fahren gehen, bzw. ich hoffe, dass sie das werden. Gestern bin ich die Strecke abgefahren für das Rennen am kommenden Sonntag. “Es ist eine schöne Strecke,” habe ich danach zu meinem Freund gesagt, “aber nicht zum Rennen fahren.” Zumindest nicht mit meinen Beinen. Er sieht das nicht so, und ich werde das Beste draus machen. Wie schon gesagt, es ist eine schöne Strecke. Ansonsten ein Experiment oder vielmehr eine Gelegenheit, die ich nutze, wo das besagte (Straßen-)Rennen in der Nähe ausgetragen wird. Also fahre ich mit.

Und nächste Woche, ja, nächste Woche geht es nach Tschechien! Ins idyllische Adrspach, wo wir auch in diesem Jahr am MTB-Trilogy-Rennen teilnehmen werden, Jakub und ich: Ein Prolog, der es in sich hat, gefolgt von drei Etappen, eine härter als die andere. Wer die erste der drei geschafft hat, hat schon sehr viel geschafft. Ich will in diesem Jahr aber zudem auch Spaß haben. Auch wenn es sehr hart werden wird für mich; ich wohl vom ersten Moment an fahrtechnisch und von der Ausdauer und Kraft her an meine äußersten Grenzen stoßen werde. Das schreibe ich, weil ich mich daruaf einstellen möchte. Zudem aber will ich dieses Jahr Spaß haben, trotz der Grenzen, trotz des Langsamseins, meiner Unzulänglichkeiten. Hinnehmen und weiter.

Nach Tschechien wiederum folgt der Hardcoreteil meiner Abschlussarbeit. Der nicht unerhebliche Rest. So war das geplant und so wird es laufen.

Meilenstein um Meilenstein.

Kaffeeklatsch am Morgen: Was war los; was steht an?

Nach der Saison ist vor der Saison. Ich mag solche Sprüche nicht, weil man den eigentlichen Sinngehalt oft gar nicht mehr erfasst: Sie gehen zu flüssig von der Zunge und verkommen schnell zu blassen Phrasen. Wie praktisch, dass ich gerade Satz um Satz damit zubringe, darüber zu lamentieren. Das macht es doch schon viel besser….

Zur Zeit läuft richtig viel bei mir, verschiedenster Kram: Mir fällt es schwer, die Besuche im Krankenhaus einzubauen (, die zudem je nach Situation immer auch spontan modifiziert und angepasst oder kurzfristig verschoben werden müssen), zu lernen, den Haushalt zu schmeißen (eher Nebensache), ins Studio zu gehen (idealerweise nicht am Abend, wo mir bezeichnenderweise andauernd irgendwer die Arbeitsgeräte streitig machen möchte) und bei Tageslicht und idealermaßen Sonnenschein aufs Rad zu steigen.

Gestern beispielsweise habe ich die Uhrumstellung optimal genutzt und war um halb 6 neuer Zeit längst auf den Beinen, habe früh zu lernen begonnen und doch erst kurz vor 13 Uhr auf dem Rad. Das Studio am Abend (Pilates) musste ich ebenso canceln wie den Besuch im Krankenhaus, letzteren aber nach einer telefonischen Rücksprache und nicht aus Zeitgründen. Dafür konnte ich eine echte Bolognesesauce fabrizieren, die ja ihre Zeit braucht, und sonst ein paar Dinge erledigen, die sonst liegen geblieben wären.

Heute aber steht die gleiche Frage im Raum: Was schaffe ich, was lass ich lieber sein? Ich schreibe mir gern Listen und derzeit schau’ ich einfach, was davon sich im Lauf des Tages abhaken lässt. Die Kernpunkte (Lernen) müssen sein, der Rest nach Belieben und Möglichkeiten.

Ich darf nicht jammern, schließlich habe ich keinen engmaschig strukturierten Arbeitstag, konnte gestern somit in feinster Mittagssonne trainieren und stattdessen die dunklen Stunden am Schreibtisch zubringen. Wer genießt schon solchen Luxus?

Die Herausforderung, was das Training betrifft, ist für mich derzeit, es richtig zu dosieren: Mein Körper muss sich an die kurzen, aber durchaus harten Langhanteleinheiten erst gewöhnen, erst recht, dass er außerdem noch auf dem Rad ordentlich funktionieren soll. Ich will oft und regelmäßig fahren, aber nicht zu hart. Auch will ich in diesem Winter gezielt auch immer wieder lange Einheiten einbauen, was vor dem Hintergrund meiner Sporthistorie sinnvoll ist (und zwar entgegen dem aktuellen Trend).

Schnell jedoch akkumuliert sich die Belastung zu sehr. Während Hände und Handgelenke erstaunlich gut den Übergang zu massiv mehr Haltearbeit meistern, brauchen die Ellbogen wohl etwas mehr Zeit und einen gemächlicheren Einstieg. Ich werde also die entsprechenden Übungen ein wenig zurückfahren. Was für Sehnen, Muskeln und Gelenke gilt, gilt auch für den gesamten Körper, der ausreichend Ruhe und Erholung braucht und nicht nur einen Reiz nach dem anderen. Ich kann nicht “ungestraft” immer nur hart trainieren.

Zuerst aber die Prüfung. Vielleicht habe ich danach sogar wieder mehr Zeit…