Teplice nad Metují – MTB Trilogy 2015

Gestern sind wir gemütlich angereist, haben auf dem Hinweg in Prag einen kurzen Stop eingelegt, etwas gegessen und J.s Tante einen Besuch abgestattet. Dann ging’s weiter nach Ostböhmen, also fast bis zum nord-östlichsten Zipfel von Tschechien, direkt an der polnischen Grenze.

Die werden wir im Laufe der nächsten Tage zumindest auf einer Etappe näher kennen lernen, als uns eventuell lieb sein dürfte: Ein Streckenabschnitt, der mir im letzten Jahr unendlich lang erschien, zirkelt auf teils recht anspruchsvollen Pfaden immer wieder zwischen alten weiß-roten Grenzsteinen hindurch.

Das Dorf, in dem wir wohnen, heißt Adršpach und ist unter anderem berühmt für seine Felsenstadt. Viele Leute kommen hierher zum Klettern, man sieht aber auch andauernd Familien, die in dieser wunderschönen Region campen, radfahren, baden oder wandern.

Wir haben uns gefreut, Petr und Lenka mit ihrem (gar nicht mehr so) kleinen Adamek wieder zu sehen, bei denen wir schon im letzten Jahr unter gekommen waren: Es ist seltsam, aber fühlt sich ein bisschen an wie ein Nachhausekommen.

Wir haben außerdem Glück: Die Sonne lacht, es ist warm, tagsüber richtig heiß, und soll vorerst auch so bleiben.

Gestern haben wir noch eingekauft und waren dann froh, als ein langer Anreisetag zuende ging und wir uns endlich ausruhen durften. Heute früh dann haben wir uns ein bisschen weiter eingerichtet, die Räder fertig gemacht, gefrühstückt, und sind dann – aufgrund meiner Wenigkeit hat es mal wieder etwas länger gedauert, bis wir tatsächlich unterwegs waren – sind wir an den Start des Prologs gefahren, um die Strecke anschauen zu gehen. Wir gingen einfach mal davon aus, dass es dieselbe sein wird wie im letzten Jahr, und da wir später auch anderen Fahrern begegneten, stehen wir damit nicht alleine da.

Das Rennen besteht aus einem kurzen Prolog (morgen) und 3 langen Etappen an den darauffolgenden Tagen.

Der Prolog hatte mir im letzten Jahr bereits den Zahn gezogen, bzw. der Vortag: Wir waren, allerdings bei Regen, ebenfalls die damals bereits markierte Strecke abgefahren, und ich von Beginn an komplett überfordert gewesen. In diesem Jahr war die Strecke erstens trocken, zweitens war ich schon in den Wochen zuvor nicht fit gewesen, drittens außerdem wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde. All das war dieses Mal anders, und somit hatten wir einen guten Tag:

Wir radelten also gemütlich die Strecke ab, das sind nur relativ wenige Kilometer, aber fast 600 hm, außerdem mehr und deutlich heftigere technische Stellen als sonst mehrere MTB-Marathons zusammen haben, und zwar solche von der anspruchsvolleren Sorte. Und nein, ich übertreibe nicht.

Da wir heute Zeit hatten, konnten wir einiges mehrfach fahren bzw. ich mehrfach versuchen, bis ich mich endlich getraut habe. An ein paar Stellen ging es mir so, dass ich anfangs einfach nicht hineinfahren konnte. Anderes lief nicht richtig bzw. oft ist es so, dass man, wenn man ein klein wenig falsch fährt – die falsche Linie wählt, zu schnell ist oder auch zu langsam -, dass es dann nicht klappt. Viele Schlüsselstellen habe ich irgendwie geschafft, wenn auch nicht schön: Spitzkehren, Absätze, kurze steile Rampen. An manchen Stellen wiederum weiß ich nicht sicher, ob ich es morgen fahren werde, oder richtig fahren werde. Vielleicht muss ich den Fuß ein paar Mal kurz absetzen. Aber das macht nichts. Der  Prolog nämlich ist die erste Feuerprobe, schwierig, technisch und physisch anspruchsvoll von Anfang bis Ende. Und auch wenn es anderen leicht fällt, wenn manch einer nach dem morgigen Rennen nicht so kaputt sein wird wie ich heute nach dem “Einrollen”, wird jedes Stückchen, dass ich gefahren bin oder auch nur versucht habe, ein kleiner Sieg sein. Für mich ganz persönlich.

Und wenn ich morgen noch am Ende des Prologs nicht kaputt bin und für die folgenden 3 Etappen auf gleichem Niveau, aber mit einem Vielfachen an Kilo- und Höhenmetern noch etwas Kraft bleibt, bin ich schon besser dran als im letzten Jahr. Der heutige Tag zumindest war schon viel schöner und erfreulicher…

Eben noch war ich im Pool, um meinen Beinen ein kleines Eisbad zu gönnen. Das tat echt gut. Jakub schraubt derweil mit Petr an seinem Rad: Er hat Probleme mit der Kurbel, um die ich ihn nicht beneide.

 

 

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