Un(ge)fair so!

fb-Bild v.

Dieses Bild wollte ich eben auf Facebook teilen, da stürzte eine ganze Gedankenflut auf mich ein. Darum lieber hier:

Der ursprüngliche Beitrag des Magazins “Road Bike Action” war dem Damenrennsport gewidmet, der Problematik, dass Frauen Großes leisten, dafür nur geringfügig entlohnt und in den Medien meist nicht einmal erwähnt werden.

Bei uns in Deutschland jedoch ist die Lage eigentlich noch krasser: Da wird Olympia (sommers wie winters) breit getreten. Aber sobald der Vorhang fällt, gibt es nicht einmal eine TV-Übertragung der Bahn-WM, wo gerade u. a. Miriam Welte und Kristina Vogel (um bewusst einmal die Damen heraus zu greifen) aufs Spektakulärteste Medaillen geholt haben. Keine mediale Unterstützung des Sports. Keine Rennübertragung, weder der Herren-, geschweige denn der Damenrennen. Egal, ob es sich um Mountainbike- (in all seinen Facetten  und Einzeldisziplinen), Cyclocross-, Straßen- oder Bahnwettbewerbe handelt, es wird einfach nicht übertragen. Und das, obwohl bspw. die Zuschauerzahlen der Onlineübertragung von Mountainbikeworldcups explodiert sind und weiter in die Höhe schnellen, obwohl die wenigen verbleibenden Bahnveranstaltungen in Deutschland (vorausgesetzt, jemand erfährt, wo und wann sie stattfinden) bei Zuschauern sehr beliebt sind. Und, obwohl die Medien auch den Straßenradsport auch im Kleinen ohne Mühe für sich nutzen könnten.

Kindliche, nein, kindische Trotzreaktion der öffentlich-rechtlichen, die dem Radsport weiter übel nehmen, dass er der Bote war: Die die Doping-Welle als letzte hatten anrollen sehen und nicht einmal aus ihren Fehlern gelernt haben, sondern in anderen Sportarten weiterhin die “Ich-sehe-nicht-was-du-da-siehst”-Politik fahren, als sei nichts gewesen.

In Großbritannien, den USA, unter anderem, gibt es eine regelrechte Explosion des Radsports. Trotz massiver Förderung halten einige wenige Fahrerinnen und selbstverständlich auch Fahrer aus anderen Ländern bisher dagegen, gibt es sehr erfolgreiche deutsche Radsportler.

Trotz fehlender Fördergelder, fehlender Sponsoren, fehlender Medienpräsenz, mangelhafter bis hin zu kontraproduktiver Strukturen und Aktionen der Verbände.

Weil ich das einerseits beachtlich finde, andererseits aber fest davon überzeugt bin, dass das Hauptproblem in einem wahrhaften “medialen Vakuum” liegt, glaube ich folglich auch, dass es nicht schwer sein wird, dieses Vakuum zu füllen: Ein klitzekleines Loch im luftleeren Raum reicht schließlich aus, dass er sich von ganz alleine in Bruchteilen von Sekunden füllen wird, wieder atmen kann, sich ausdehnt hin zu seiner natürlichen Größe.

Ein Vakuum entsteht durch viel Druck von allen Seiten. Und dann ist alles weg: Kein Platz, kein Raum, kein Sauerstoff. Keine Luft zum Atmen. Keine Perspektive. Leidensdruck ist da. Nichts als Enge, Schwere, Druck.

Wir müssen also keine spektakuläre Show bieten, keine Großaktionen, keine Millionenveranstaltungen. Wir müssen einfach nur – jeder für sich an seiner Position und dort, wo es ihn berührt – Löcher bohren. Kleine Löchlein reichen. Unsichtbar vielleicht für’s Erste, unscheinbar.

Der Rest geschieht von alleine.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>