Vergleichspolitik – II

Die letzten Tage konnte ich mehr auf’s Rad steigen, haben außerdem meine in der Physiotherapie gelernten Übungen zunehmend ihren Platz im Alltag gefunden: Funktionelle Übungen zur Stabilisation mit dem Schwerpunkt, die Glutei, also den minimus und den medius (die beiden “unteren” Pomuskeln, die für die Außenrotation zuständig und beim Radfahren wie dem regulären Kraftraining vernächlässigt werden), aufzutrainieren. Dazu kommen Dehnübungen, die externe Mobilisation der Kniescheibe, …

Es ist gut, etwas tun zu können. Es ist gut, rasch Erfolge zu verzeichnen. Angesichts der bestehenden Defizite, fehlender Kilometer, mangelnder Trainingszeit, nicht vorhandener Ressourcen nicht den Mut zu verlieren, das ist dann der Teil, wo es wirklich spannend wird: Da geht es um Kopf und Herz.

Wieder einmal Zeit für einen Vergleich, will ich meinen: Julie Bresset, die bereits erwähnt Olympiasiegerin von 2012, ist in Münsingen böse gestürzt. Die fähigen Ärzte im dortigen Krankenhaus diagnostizierten knapp daneben, so dass erst zuhause in Frankreich der Schlüsselbeinbruch erkannt wurde (gut, dass sie misstrauisch war und eine 2.-Meinung eingeholt hat). Das ist schlimm und ich habe großes Mitgefühl mit ihr. Gerade wieder ein wenig “auftrainiert”, Mut gefasst, Kraft gewonnen, dann der Massensturz im Rennen – und alles umsonst. Der Mai zumindest ist gegessen.

Ich möchte mich keinesfalls am Unglück anderer weiden, versteht mich nicht falsch. Wie schon gesagt, es tut mir leid um sie, die so ehrgeizig, zielstrebig, bescheiden und doch mit Freude ihrem Beruf nachkommt. Aber wenn schon auf diesem Niveau derartige Rückschläge ausgehalten werden müssen, wieviel mehr noch müssen wir Laien das möglichst gelassen und optimistisch hinnehmen und das beste daraus machen?

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