Zwischen den Jahren

Ich mag den Begriff “zwischen den Jahren”, auch wenn er irgendwie seltsam klingt, nicht logisch. Dennoch fühlt es sich genau so an; wir befinden uns “zwischen den Jahren”:

Weihnachten war schön, fand ich: Ziemlich stressfrei, voll von Menschen, die ich sehr gern habe, Gesprächen, Lachen, gemütlichem Beieinander, geschäftigem Vorbereiten, nie alleine, immer zu mehreren. Das mag ich gern. Am 24. waren wir einmal mehr spät dran, hatten lange beim Essen gesessen, uns unterhalten und waren erst spät ins Wohnzimmer vor den Kamin “umgezogen”, wo wir wiederum erst spät zur “Bescherung” übergingen, wo die Gespräche gerade so interessant waren. Somit wurde es auch in diesem Jahr fast Mitternacht, bis wir fertig waren und war schon früher Morgen, als ich die Geschenke, die mein Freund mir mitgegeben hatte, in aller Ruhe auspacken konnte. Hier waren einige tolle Überraschungen dabei; ich habe mich sehr gefreut. Die ersten waren derweil schon zu Bett gegangen und wir übrigen gingen gegen Zwei schlafen.

Es war lustig, die tiefgefrorenen Brötchen fürs Brunchen am 25. draußen auf dem Grill aufzubacken (Pizzastein); denn der Backofen zuhause ist defekt und der neue vorerst noch nicht lieferbar. So ein Weber-Monstrum ist doch zu vielem gut! Nach und nach kamen alle Beteiligten aus ihren Löchern gekrochen und wiederum hatten wir einen schönen Tag, mit ein bisschen “Personalwechsel” zwischendurch: Einer stieß per Rad (nach 2 Stunden Fahrt) zu uns, ein anderer kam mit dem Auto, wiederum ein anderer machte sich mit der S-Bahn auf nach Hause und Zwei waren zwischendurch unterwegs.

Mit den Jahren ändern sich die Dinge, so dass wir inzwischen mehr helfen, mehr beitragen zum Feiern und Vorbereiten,  und auch das ist gut so. Gestern also wurden fleißig Betten abgezogen, Böden gesaugt, Zimmer geputzt und durchgewischt; und bei so vielen helfenden Händen war die Arbeit weder besonders mühevoll noch langwierig; sondern einfach ein weiterer Baustein gemeinschaftlichen Tuns.

Schließlich bin ich nach einem letzten gemeinsamen Kaffeetrinken zuhause bei meinen Eltern und den obligatorischen Verabschiedereien erst einmal dort ins Studio gegangen. So konnte ich etwas später aufbrechen und musste mich nicht hetzen, obwohl alle Studios der Kette, bei der ich Mitglied bin, außer der Regel um 18 Uhr bereits zumachten.

Das Training tat gut, wenn auch sich die Berge an sahnelastigem Kuchen, die ich zuvor in mich hineingeschaufelt hatten, beim Schwungdrücken als etwas ungünstig erwiesen. Ich bin nach der Erkältung vor Weihnachten noch immer nicht voll auf der Höhe, fühle mich aber soweit wiederhergestellt. Seltsam leer war das Studio: Außer mir befanden sich nur zwei verzweifelt wirkende verschwindend magere weibliche Gestalten auf dem Crosstrainer respektive Laufband oder so etwas; und ein paar wenige Herren der Schöpfung bevölkerten den Freihantelbereich. Es war angenehm ruhig und ich konnte größtenteils ohne Wartezeiten meine Übungen durchlaufen.

Dann fuhr ich, begleitet von heftigen Regenschauern und ersten Windböen, in mein eigenes Zuhause zurück und konnte glücklicherweise kurzfristig im Trockenen das Auto entladen, in der Wohnung dann gleich alles verräumen und vorläufig Ordnung schaffen.

Heute schneit es teils wie angekündigt, teils regnet es. Hier unten bleibt nichts liegen. Heftige Windböen jagen Tropfen und Flocken gegen die Fensterscheiben; und mein erstes Radtraining wird durch einen sehr moderaten Schmuddelwetterpaziergang mit einer Freundin ersetzt werden. Einkaufen muss ich auch noch. Das war’s. Zwischen den Jahren geht’s geruhsam zu.

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